Klimaschutz nicht auf Kosten der Armen

Ein Kommentar

Während die Armen am meisten unter den Folgen des Klimawandels leiden, sind sie nun auch zunehmend von den Folgen einer unüberlegten Klimaschutzpolitik bedroht. Denn anstatt auf einen Wandel von klimaschädlichen Lebensstil- und Konsummustern hinzuarbeiten, wird in Deutschland verstärkt auf die Förderung von „Bio“-Treibstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen gesetzt. Die in Deutschland und Europa zur Verfügung stehenden Flächen reichen allerdings nicht aus, um die benötigte Menge aus eigener Produktion zu decken, so dass Agrartreibstoffe aus Entwicklungsländern importiert werden müssen. Dort geht der Anbau häufig mit Menschenrechtsverletzungen einher, z.B. indem Menschen von ihrem Land vertrieben werden oder unter menschenunwürdigen Bedingungen auf den Feldern arbeiten. Auch besteht insbesondere bei der Ethanolproduktion aus Zuckerrohr und der Biodieselproduktion aus Palmöl die Gefahr, dass intakte Wälder zerstört werden.

Dieses Beispiel zeigt deutlich: Ein „Weitermachen wie bisher“ mit bloßem Ersatz fossiler durch nachwachsende Energieträger sprengt nicht nur die Grenzen ökologischer Tragfähigkeit, sondern zerstört die Lebensgrundlagen der Armen in Entwicklungsländern und langfristig auch unsere eigene Existenzgrundlage.

Quelle: MISEREOR-Themenheftchen „Klima der Gerechtigkeit“ (2012), www.misereor.de, In: Pfarrbriefservice.de

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Das Schwerpunktthema für November 2015

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Text: www.misereor.de
In: Pfarrbriefservice.de