Kirche, Jesus und die „anderen“ Entscheidungen
Ein Statement von Diplompsychologe und Theologe Stanislaus Klemm
Sich bei Entscheidungen verhalten wie Jesus
Oft lässt uns eine Entscheidung nur zwei Möglichkeiten: ja oder nein, entweder oder, dafür oder dagegen, alles oder nichts… In manchen Fällen aber gibt es noch eine dritte Möglichkeit, indem wir die Frage einfach „anders“ stellen. Als Jesus einmal gefragt wurde: „Sollen wir die Frau steinigen oder nicht?“, da hätte er sich entscheiden können für „Ja“ oder „Nein“. Er aber stellte die Frage ganz anders: „Wer von euch ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein“ (vgl. Joh 8,7).
Entscheidungen treffen bei gesellschaftlich und kirchlich drängenden Fragen
Wie sollen wir frei werden von vielen Problemen, Ängsten und Gefahren, wenn wir uns nicht endgültig entscheiden? Wenn wir gewisse Entscheidungen vertagen, hinten anstellen oder verdrängen?
Wie lange gönnen wir es uns noch, die Dringlichkeit mancher Klimafragen auf die lange Bank zu schieben, zu relativieren, zu bagatellisieren? Wie lange dulden wir noch diese schrecklichen Kriege, und blutigen Auseinandersetzungen, anstatt uns endgültig dafür zu entscheiden, uns gerecht und tolerant gegenüber jedem zu verhalten? Wie lange noch müssen so viele Menschen hungern, bis wir uns definitiv dafür entscheiden, bescheiden zu sein und zu teilen? Auch die vielen Probleme auf unserem kirchlichen „Synodalen Weg“. Wo bleiben hier die längst fälligen Entscheidungen? „Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein.“ (vgl. Jakobus 5,12).
Sich entscheiden heißt: Entschlossenheit zeigen: „Wie lange hinkt ihr auf beiden Seiten? Ist der Herr Gott, so wandelt ihm nach.“ (vgl. 1. Könige 18,21.)
Stanislaus Klemm, Dipl. Psych./Theol., In: Pfarrbriefservice.de
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