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Im Job dauerhaft verfügbar sein müssen?

Diese Tipps helfen, sich mental zu distanzieren

Kollegen, die nach Dienstschluss auf dem privaten Handy anrufen. Die Chefin, die ihre Angestellten lobt, die auch am Wochenende auf Mails antworten. Der WhatsApp-Chat, in dem ständig über die Arbeit diskutiert wird. Jederzeit erreichbar sein müssen. Immer und überall. Sebastian Jakobi ist Diplom-Psychologe mit Schwerpunkt psychische Gesundheit bei der Arbeit und Mitglied des Bundesverbands Deutscher Psychologinnen und Psychologen. Im Interview verrät er, wie es gelingt sich mental von der Arbeit abzugrenzen.

1. Diensthandy nutzen
Wenn ich ein Diensthandy habe, ist es etwas Gutes, weil ich es in der Zeit, in der ich mich erholen will, zur Seite legen oder ausmachen kann, wenn es klingelt. Das hilft, Berufliches von Privatem zu trennen.

2. Ressourcenarbeit betreiben
Wichtig ist es, zu schauen, was ich selbst für mich tun kann, damit ich gut abschalten kann. Wie kann ich meine Ressourcen schützen oder aufbauen. Das gelingt beispielsweise, indem ich soziale Kontakte pflege.

3. Auf die Tagesform achten
Je nach Tagesform kann ich bei der Arbeit mehr oder weniger aushalten. Wenn ich einen schlechten Tag habe, weil vielleicht gerade eine Beziehung in die Brüche gegangen ist oder weil es einen Trauerfall gab, habe ich ein dünneres Fell. Dann fällt manche Arbeit schwerer. Es hilft, sich etwas Leichteres vorzunehmen.

4. Achtsamkeit üben 
Eine achtsame Haltung oder Achtsamkeitstrainings sind generell eine gute Sache. Sie lassen sich als Entspannungstraining oder -verfahren lernen und trainieren. Sie werden von Krankenkassen oftmals bezuschusst. Auch im Internet gibt es dazu Kurse. Dabei lerne ich auch viel über mein Stresserleben. Wie geht es mir gerade? Was kann ich für mich tun? Wenn ich beispielweise merke, dass ich gedanklich noch in der Arbeit gefangen bin, kann ich durch Achtsamkeitsübungen lernen, gedanklich loszulassen.

5. Ausgleich schaffen
Es kann helfen, zwischen der Arbeit und dem Entspannen eine Barriere aufzubauen. Das kann durch ein Hobby gelingen. Sport ist auch sehr gut. Joggen gehen zum Beispiel.

6. Stresskompetenz entwickeln
Es ist wichtig, dass ich selbst für mich eine Stresskompetenz aufbaue. Dass ich merke: Wann bin ich im Stress? Wie kann ich damit umgehen? Was tut mir gut?     

7. Coaching machen
Wenn ich nicht weiterweiß, kann mir Unterstützung helfen. Es gibt viele Externe, die mir helfen können von außen auf mich zu schauen. Je nachdem, um was es geht. Ich kann zum Beispiel ein Coaching machen. Es muss keine Psychologin, kein Psychologe sein. Ich kann auch einen Seelsorger ansprechen. Ganz viel, was Psychologinnen und Psychologen können, können Seelsorger auch sehr gut. Zum Beispiel Zuhören, mir das Gefühl geben, ein wertvoller Mensch zu sein. Ich habe jemanden, mit dem ich mich austauschen kann.

Ronja Goj, In: Pfarrbriefservice.de

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Über Sebastian Jakobi

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Sebastian Jakobi

Sebastian Jakobi ist Diplom-Psychologe mit dem Schwerpunkt psychische Gesundheit bei der Arbeit.

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Text: Ronja Goj
In: Pfarrbriefservice.de