Ich will keine Schokolade
Wie es mir mit dem Muttertag geht
Nein, ich möchte keinen Blumenstrauß, keine Pralinen und keinen neuen Toaster zum Muttertag. Ich möchte von meinen beiden mittlerweile erwachsenen Kindern in den Arm genommen und fest gedrückt werden. Ich möchte, dass sie heute Zeit für mich und unser Zusammensein als Familie haben, dass wir miteinander sprechen, lachen, essen. Die gemeinsamen Stunden sollen von Dankbarkeit geprägt sein, dass wir uns haben. Jeder bringt etwas mit für ein gemeinsames Essen, und die Großeltern sind auch dabei.
Das war nicht immer so. Der Tag verändert sich wie unser Familienleben. Als die Kinder kleiner waren, überreichten sie mir Selbstgebasteltes aus dem Kindergarten oder der Schule. Ich habe die kleinen Geschenke heute noch, sie bedeuten mir viel. Nach der Grundschulzeit sorgte meine Mutter dafür, dass meine beiden Söhne mir Blumen überreichten. Eine rührende Geste, doch war sie das, was für mich den Muttertag ausmachte?
Der Muttertag ist einer dieser Tage, denen man sich nur schwer entziehen kann. Erwartungen werden geweckt und wohl oft auch enttäuscht. Für mich war irgendwann klar, dass ich eine Idee für diesen Tag brauche. Ich wollte ihn – neben den Besuchen bei meiner eigenen Mutter und Schwiegermutter – mit meinem Mann und den jugendlich gewordenen Kindern feiern. Anfangs lud ich ins Restaurant ein, später bat ich meine Kinder, uns, die Eltern, einzuladen. Das waren entspannte Begegnungen, die ich umso mehr schätzte, da ein Sohn bereits eigene Wege ging und der zweite es im Alltag normalerweise vermied, mit uns Eltern gemeinsam am Tisch zu essen. Im vergangenen Jahr probierten wir die große Runde – mit meinen Eltern und den Eltern meines Mannes. Es gab ein fröhliches Grillfest im Garten, zu dem jeder etwas beisteuerte.
So gefällt mir der Muttertag. Wir feiern uns als Familie und beschenken uns gegenseitig mit Zeit und dem Bemühen um Offenheit und Zutrauen. Und in diesem Jahr? Mal sehen …
Lina Rowski, In: Pfarrbriefservice.de
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