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Klimastreik

Weltweit streiken Kinder und Jugendliche seit Monaten unter dem Motto #FridaysForFuture für echten Klimaschutz und eine Zukunft ohne Klimakrise. Sie rufen uns zu:

„Viele Erwachsene haben noch nicht verstanden, dass wir jungen Leute die Klimakrise nicht alleine aufhalten können. Das ist eine Aufgabe für die gesamte Menschheit. (...) Deshalb rufen wir alle Menschen zu einem weltweiten Klimastreik auf.“ Greta Thunberg und Aktivist*innen von #FridaysForFuture

Inhalte zum Thema „Schöpfung bewahren“ auf Pfarrbriefservice.de

Anlässlich des Klimastreiks haben wir für Sie auf einer Sonderseite alle Beiträge rund ums Thema „Schöpfung bewahren“ auf Pfarrbriefservice.de zusammengestellt. Darüber hinaus gibt es dort Tipps, was Pfarrbriefredaktionen konkret tun können in Sachen Klimaschutz.

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Marc Witzenbacher, www.magnificat.de
31.01.2019 - 01:00

Im Mittelalter war es üblich, die Angst vor dem Tod an Os­tern wegzulachen. Das sogenannte Osterlachen war fester Bestandteil der Osternacht oder des Ostergottesdienstes. So war das Osterlachen die einzige Form, in der das Lachen in die christliche Liturgie einbezogen wurde. Insbesondere im Spätmittelalter erzählte der Pfarrer am Ostertag von der Kan­zel ein sogenanntes „Ostermärlein“, eine heitere Geschichte, mit der die Gemeinde zum Lachen gebracht werden sollte. Mit dem Osterlachen sollte die Osterfreude zum Ausdruck gebracht werden. Das Lachen symbolisiert die Überlegenheit und den Sieg Christi über den Tod. Der Tod hat sich an Christus „ver­schluckt“ und wird der Lächerlichkeit preisgegeben.

Kritik an den Auswüchsen des Osterlachens

Bei den lustigen Ostergeschichten wurde häufig auch in witzi­ger Form Kritik an der weltlichen oder kirchlichen Obrigkeit geübt. Dies bezeugen unter anderem die Osterpredigten des Wiener Hofpredigers Abraham a Sancta Clara (1644–1709). Da im Spätmittelalter aber auch mancher Prediger mit obszönen Witzen die Gemeinde zum Lachen brachte, stieß das Osterla­chen zunehmend auf scharfe Kritik, vor allem von den Refor­matoren. So geht der lateinische Begriff für das Osterlachen, „risus paschalis“, auf den Reformator Johannes Oekolampad (1482–1531) zurück, der 1518 gegen den Brauch des Oster­lachens einen Brief an den Straßburger Reformator Wolfgang Capito (1472–1541) schrieb. Capito antwortete eher zurückhal­tend und hielt das Lachen für gut, schließlich würden die Zuhö­rer dann nicht einschlafen. Im Lauf der Zeit ging der Brauch des Osterlachens aber immer mehr zurück und verschwand zum Ende des 19. Jahrhunderts fast ganz aus den Kirchen.

Lachen in der Bibel

In der Bibel spielt das Lachen keine große Rolle, kommt aber an bedeutenden Stellen vor. Das berühmteste Lachen der Bi­bel stammt von Sara. Als Abraham und Sara, beide hochbetagt, von Saras Schwangerschaft erfahren, lacht Sara Gott aus (Gen 18,12). Aber Gott zeigt Nachsicht und schenkt der fast Hun­dertjährigen zusammen mit ihrem nahezu gleichaltrigen Mann einen Sohn. Dieser heißt Isaak, was auf Deutsch bedeutet: Gott lacht. „Das gesamte jüdische Volk“, so interpretiert es der Ber­liner Religionswissenschaftler Harald-Alexander Korp, „basiert also auf einem Lachen Gottes, denn aus Isaak entwickeln sich die Nachfahren.“ Korp beschäftigt sich intensiv mit dem Thema „Humor und Religion“.

Ob auch Jesus gelacht hat, lässt sich anhand der Bibel zumindest nicht feststellen, denn dort ist dies nicht eigens erwähnt. Doch hat Jesus viele Feste gefeiert und gerne zusammen mit anderen gegessen und getrunken. Allein die Tatsache, dass Jesus etwa die Hochzeit zu Kana (Joh 2,1–12) mitgefeiert hat, lässt auf einen geselligen, wohl auch lachenden Gottessohn schließen, ist sich Korp sicher. Ähnlich stehe es mit Mohammed, dem Gründer des Islam. Wie sich bei seinen For­schungen herausstellte, ist er der einzige Religionsstifter, der nachweislich lachte. Die in den Hadize-Schriften gesammelten Aussprüche des Korans präsentieren Mohammed als außeror­dentlich humorvollen und lebensklugen Menschen. Anders als der meist lächelnd dargestellte Gautama Buddha, der sich sonst mit Humoräußerungen eher bedeckt gehalten hat, wie es Harald-Alexander Korp in seinem Buch „Lachende Propheten. Witz und Humor in den Religionen“ (HCD Verlag, Tuttlingen 2012) beschreibt.

Wieder im Kommen

Mit dem befreiten Lachen am Ostersonntag sei Gott sicherlich einverstanden, ist der Protestant Korp über­zeugt und bedauert, dass das Osterlachen mit der Reformation immer seltener wurde. Doch setze sich das Lachen letztlich durch: Heute würden einige Geistliche – übrigens aus verschie­denen Konfessionen – den Brauch des Osterlachens wieder pflegen.

Marc Witzenbacher
aus: Magnificat. Das Stundenbuch, Die Heilige Woche 2019, Verlag Butzon & Bercker, Kevelaer; www.magnificat.de In: Pfarrbriefservice.de

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Text: Marc Witzenbacher, www.magnificat.de
In: Pfarrbriefservice.de