Hubert Ettl: Abenteuer des Glaubens

Religiöser Buchtipp des Monats Dezember 2020

Glauben ist ein Wagnis. Wer sich darauf einlässt, verlässt den mess- und berechenbaren Sektor. Das führt immer häufiger dazu, dass die Gottesfrage in unserer Gesellschaft nicht mehr ernst genommen wird. Umso wichtiger ist es für die Christen, Rechenschaft davon abzulegen, wie der Glaube sich vor der Vernunft verantworten lässt. Hubert Ettl unternimmt dazu 24 „Erkundungen“, wie er die Kapitel seines Buches nennt.

Darin schreibt er über das Staunen, über das Stillwerden, über das Nachdenken über Gott und die Auseinandersetzung mit der Theologie und anderen Wissenschaften. Auch theologisch wagt Ettl sich ans Eingemachte. Jesus habe Gott als einen liebenden, barmherzigen Gott vorgestellt. Warum, fragt Ettl, finden sich dann immer noch in theologischen und liturgischen Texten Spuren des despotischen, strafenden Gottes? Gerade in der Interpretation des Kreuzestodes und der Eucharistie schlägt sich das nieder.

Liebeserklärung Gottes an die Welt

Doch weil Gottes bedingungslose Liebe die Herzmitte der christlichen Botschaft bildet, müsse das Christentum „endlich als die Religion der großen Liebeserklärung Gottes an die Welt herausgestellt werden“, fordert er. In weiteren Kapiteln setzt er sich mit der „Pflicht“ der Christen zur Hoffnung auseinander, mit der Aufgabe des Christentums, zu einer ökologischen Spiritualität beizutragen und gegen die Zerstörung der Lebensgrundlagen zu kämpfen – und einigem mehr.

In beeindruckender Weite und Tiefe geht Hubert Ettl Glaubensfragen auf den Grund. Obwohl Sprache und Struktur seines Buches allgemeinverständlich sind und kein Expertenwissen voraussetzen, ist die Lektüre herausfordernd. Sie regt dazu an, eigene Positionen zu hinterfragen, Selbstverständlichkeiten zu überprüfen und überhaupt über Gott und die Welt und die eigene Sicht darauf nachzudenken. (Borromäusverein)

Hubert Ettl: Abenteuer des Glaubens. Erkundungen in unwegsamem Gelände. - Regensburg: Verlag Friedrich Pustet. - 168 Seiten; 16,95 €

(Als „Religiöses Buch des Monats“ benennen der Borromäusverein, Bonn, und der St. Michaelsbund, München, monatlich eine religiöse Literaturempfehlung, die inhaltlich-literarisch orientiert ist und auf den wachsenden Sinnhunger unserer Zeit antwortet.)

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Text: Borromäusverein
In: Pfarrbriefservice.de