Mathea Schneider
21.09.2011 - 00:00

“Und als Jesus im Haus des Levi beim Essen war, aßen viele Zöllner und Sünder zusammen mit ihm und seinen Jüngern. Als die Schriftgelehrten, die zur Partei der Pharisäer gehörten, sahen, dass er mit Zöllnern und Sündern aß, sagten sie zu seinen Jüngern: Wie kann er zusammen mit Zöllnern und Sündern essen? Jesus hörte es und sagte zu ihnen: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken. Ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.“ Mk 2,15-17

"Soll doch jeder Mensch so leben können, wie er es für richtig hält. Ich bin tolerant." Bin ich das wirklich? Sie kennen sicher auch, dass Menschen aus Ihrer näheren Umgebung Verhalten an den Tag legen oder Ansichten vertreten, die so gar nicht die eigenen sind. Schnell ist man und frau peinlich berührt und schweigt dann auch mal, wenn Kommentare kommen wie: Was ist denn mit dem los?! Tickt die noch richtig? Wie kann man bloß?! Wenn gegen eigene Grundsätze und Wertvorstellungen oder die übliche Etikette verstoßen wird, ist das mit der Toleranz so eine Sache.

Ich kann gut nachvollziehen, dass es den engsten Vertrauten von Jesus ähnlich ging. Peinlich berührt, wenn er tut, was man nicht tut: Sich mit solchen abgeben, die gesellschaftlich - vornehm ausgedrückt - als zwielichtig zu bezeichnen sind. Auf die Frage der Religionsgelehrten: "Wie kann er mit Zöllnern und Sündern essen?" fällt ihnen keine schlüssige Erklärung ein. Vielleicht dachten sie genauso. Zöllner galten als Kollaborateure und Halsabschneider, und zu den Sündern wurden beispielsweise Aussätzige und Dirnen gezählt. Nicht gerade die fromme und feine Gesellschaft!

Jesus beantwortet die Anfrage ganz schlicht: "Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken."

Ob diese Antwort die Frager zufriedengestellt hat, wissen wir nicht. Das scheint mir auch nicht entscheidend zu sein. Entscheidend ist für mich: Jesus ist gekommen, um die zu rufen, bei denen nicht immer alles perfekt ist, denen Schuld und Versagen nicht fremd sind, die die Schattenseiten des Lebens kennen. Das sind - ehrlich betrachtet - doch auch eigene Lebenserfahrungen, meine eigenen Lebenserfahrungen.

Wie gut, dass es da Einen gibt, der vorbehaltlos auf mich ohne Berührungsängste zugeht, ein heilendes Wort für mich spricht und eine heilende Geste für mich bereit hält. Wie gut, dass es Einen gibt, der sich nicht scheut, im Haus und am Tisch meines Lebens zu Gast zu sein, weil ich es ihm wirklich wert bin.

Mathea Schneider
Die Autorin ist Leiterin des Fachbereichs Kirche und Wirtschaft im Erzbischöflichen Seelsorgeamt, Erzdiözese Freiburg. Quelle: www.advent-online.de, 2010

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Text: Mathea Schneider
In: Pfarrbriefservice.de