Hat die Rede von Gott noch Zukunft?
Eine Antwort von Tristan Horx
Zwei grundlegende Dinge, die alle Gesellschaften durch die menschliche Zivilisation gemeinsam haben, sind der Glaube und das Verlangen sich zu betäuben. Beide speisen sich aus vermutlich sehr ähnlichen Motiven: den Wunsch, die Welt, das Ich und auch die Zukunft zu verstehen – oder eben zu verdrängen. In Zeiten der Omnikrise, wo der Weltuntergang vermeintlich hinter jeder Ecke lauert, hat sich dieses Bedürfnis verstärkt. Der Glaube hat vor allem bei den jungen, verunsicherten Generationen unglaubliches Potenzial. Denn die analoge, zwischenmenschliche Begegnung ist seine zentrale Stärke. Der Marktplatz, das Gasthaus, die Kirche – alle unsere sozialen, echten Begegnungsorte haben sich ins Digitale verfrachtet, in die (a)sozialen Medien. Es wird oft gewarnt, dass die nächste große Religion eine der künstlichen Intelligenz sein wird. Das wäre für keinen der Involvierten eine gute Idee. Also müssen wir uns dagegen wehren.
Wenn der Glaube die jungen, digital einsamen Generationen wieder erreichen möchte, muss er genau in diesem Punkt auf den Gegentrend setzen: auf die analoge Begegnung.
Während Gott lauscht.
aus: Sellmann, M./Steffen, M./Jochim, M./Rehmann, D. (Hg.): Hat die Rede von Gott noch Zukunft? 1 Frage – 111 Antworten. Echter Verlag. ISBN 9783429067403, 24,90 Euro
Biografie
Tristan Horx, Jahrgang 1993, steht als Speaker aus der Generation Y auf internationalen Bühnen. Als Trend- und Zukunftsforscher spricht er in seinen Vorträgen über die Kraft der Rebellion für den Wandel und beschäftigt sich besonders mit Generationsthemen. Neben seiner Tätigkeit als Referent und Autor ist er Dozent an der SRH Hochschule in Heidelberg und der Fachhochschule Wieselburg. Zudem arbeitet er seit 2019 als Kolumnist bei der Kronen Zeitung.
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Text: aus: Sellmann, M./Steffen, M./Jochim, M./Rehmann, D. (Hg.): Hat die Rede von Gott noch Zukunft? 1 Frage – 111 Antworten. Echter Verlag. ISBN 9783429067403, 24,90 EuroIn: Pfarrbriefservice.de

