Hat die Rede von Gott noch Zukunft?
Eine Antwort von Peter Lohmeyer
Wie oft habe ich versucht, ihn zu finden. Oft gezwungen, beim Mittagsgebet, Abendessen, Kindergottesdienst, bei meiner Konfirmation. Wir haben es nicht geschafft, also Gott und ich. Bis heute weiß ich nicht, ob mein Vater, ein protestantischer Pfarrer, deshalb enttäuscht war. Ich habe Gott nie vermisst, ihn eigentlich auch nie gebraucht. Mein Glaube galt immer nur der Liebe.
Was ich verachte: Wenn im Namen eines Gottes Schlechtes getan wird, man sich mit Gott entschuldigt, sich hinter einem Gott versteckt, die Verantwortung auf einen Gott abwälzt. Den Gruß „Gott schütze dich“ fand ich eigentlich immer sehr schön, nur funktioniert er leider nicht und deshalb sehe ich das Wort Gottes als Ausweichmanöver, Flucht. Ich sehe keine Zukunft in der Rede von Gott, die Hoffnung macht. Der Mensch und die Liebe machen mir Hoffnung. Aber das Ausweichen auf Sätze, Deutungen, Überlieferungen von Gott machen nur Sinn, wenn sie gelebt werden. Alle Menschen, die sich verschrieben haben, im Sinne ihres Gottes Gutes zu tun, haben meinen größten Respekt. Ich denke, ich schaffe das auch ohne den Glauben an Gott. Aber jeder, wie er will, wie er kann. Aber nicht, wie er muss!
aus: Sellmann, M./Steffen, M./Jochim, M./Rehmann, D. (Hg.): Hat die Rede von Gott noch Zukunft? 1 Frage – 111 Antworten. Echter Verlag. ISBN 9783429067403, 24,90 Euro
Biografie
Peter Lohmeyer, Jahrgang 1962, ist im Ruhrgebiet aufgewachsen. Heute lebt der Schauspieler in Hamburg. Einem größeren Publikum bekannt wurde er durch seine Rolle des Alex Vitalijev in der Fernsehserie „Die Straßen von Berlin“ und durch den Kinofilm „Das Wunder von Bern.“
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Text: aus: Sellmann, M./Steffen, M./Jochim, M./Rehmann, D. (Hg.): Hat die Rede von Gott noch Zukunft? 1 Frage – 111 Antworten. Echter Verlag. ISBN 9783429067403, 24,90 EuroIn: Pfarrbriefservice.de

