"Gott ist auch etwas für die Starken"

Glaubenszeugnis: Anja Kraft erfährt Gott als einen, der auch fordert

Viele im Freundeskreis sagen: Gott ist doch etwas für die Schwächlinge in dieser Gesellschaft. Du glaubst, wenn du betest, dann wird es besser. Aus meiner Sicht ist Gott jedoch auch etwas für die Starken. Er läßt dich nicht im Stich, fordert zugleich aber auch. Er macht es einem nicht leicht, mit ihm zu leben. Das Vorbild Jesus erschwert das Leben. Den moralischen Imperativ, das Gutsein anzustreben, das Menschlichsein – wahrer Gott und wahrer Mensch, dieser wahre Mensch sein zu können, ohne Wenn und Aber in unserer Gesellschaft, das ist schwer. Wo kann man das? Ich möchte meinen Glauben leben können. Ich möchte Christin sein können, ohne angefeindet zu werden, von Herzen, ohne mich verleugnen zu müssen.

Bewußt leben

Für mich ist Gott ein Ansprechpartner, der immer Zeit hat, ohne Termindruck. Ich glaube, dass Gott mich so nimmt, wie ich bin. Mit all meinen Schwächen. Und er erwartet tagtäglich, dass ich an mir arbeite und bewußt lebe mit meinen ganzen Sinnen und meinem ganzen Ich. Gott lebt! Er ist etwas, was mich erfüllt! Ich glaube an einen liebenden Gott. Erwarten kann ich zwar nichts. Aber Gott beschenkt uns reich.

Gott als wahrer Mensch

Natürlich gibt es auch Momente, in denen ich zweifle. Diese Welt ist nicht das Paradies. Ich meine, dass Gott manchmal auch darüber weint, was auf dieser Welt passiert. Manches muss ich bewußt durchleben, um zu verstehen, was mir geschenkt ist.

Unsere kleine Tochter ist ein Geschenk Gottes. Dadurch sind sicher neue Facetten dazugekommen. Dem kleinen Menschen möchten wir nun ein Bild von Gott vermitteln. Das Bild von Gott als wahrem Menschen. (Gen 17,1)

Anja Kraft
aus: Klaus Byner (Hg.): EinBlick – Katholisch sein in der Diaspora. 50 und 1 Porträts. Bonifatius 1999, Paderborn.

Verknüpft mit:
Das Schwerpunktthema für Oktober 2008

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Text: Anja Kraft
In: Pfarrbriefservice.de