Könnte, Hätte, Wollte, Machen!

Klimastreik

Weltweit streiken Kinder und Jugendliche seit Monaten unter dem Motto #FridaysForFuture für echten Klimaschutz und eine Zukunft ohne Klimakrise. Sie rufen uns zu:

„Viele Erwachsene haben noch nicht verstanden, dass wir jungen Leute die Klimakrise nicht alleine aufhalten können. Das ist eine Aufgabe für die gesamte Menschheit. (...) Deshalb rufen wir alle Menschen zu einem weltweiten Klimastreik auf.“ Greta Thunberg und Aktivist*innen von #FridaysForFuture

Inhalte zum Thema „Schöpfung bewahren“ auf Pfarrbriefservice.de

Anlässlich des Klimastreiks haben wir für Sie auf einer Sonderseite alle Beiträge rund ums Thema „Schöpfung bewahren“ auf Pfarrbriefservice.de zusammengestellt. Darüber hinaus gibt es dort Tipps, was Pfarrbriefredaktionen konkret tun können in Sachen Klimaschutz.

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Liedportrait (12): "Tochter Zion, freue dich" (GL 228)

Prof. Dr. Meinrad Walter
17.10.2013 - 00:00

Worte: Friedrich Heinrich Ranke (1826)
Musik: Georg Friedrich Händel (1747)

Vorfreude ist eine besonders schöne Freude. Das gilt sogar in der Liturgie. Der Dritte Adventssonntag heißt nach dem Anfangswort des Eröffnungsverses auch „Gaudete“: „Freut euch“! Obwohl der Advent eine Bußzeit ist, wird an diesem Sonntag schon etwas von der weihnachtlichen Freude spürbar. „Juble, Tochter Zion! Jauchze, Israel!“, so hebt die erste Lesung an. Der Antwortpsalm greift das auf: „Jauchzt und jubelt, ihr Bewohner von Zion.“ Und die zweite Lesung schärft es ein: „Noch einmal sage ich: Freut euch!“.

Umdichtung im Blick auf Advent und Palmsonntag

Die berühmteste Musik zur vorweihnachtlichen Freude ist das Lied „Tochter Zion, freue dich“. Seine Geschichte ist einzigartig, denn es ist die nachträgliche Bearbeitung eines 1747 komponierten vierstimmigen Chorsatzes aus einem Oratorium von Georg Friedrich Händel. „Seht, er kommt mit Preis gekrönt“ heißt der originale Text in deutscher Fassung. Friedrich Heinrich Ranke (1789–1876), ein Bruder des berühmten Historikers Leopold von Ranke, hat im Jahr 1826 die Umdichtung im Blick auf Advent (und Palmsonntag) geschickt bewerkstelligt. Erstmals erklang das Lied nicht in einem Gottesdienst, sondern in einem musikalischen Salon! Bald darauf finden wir es in Schulbüchern als geistliches Volkslied.

Immer neue Aufrufe zur Freude

Die Worte sind immer neue Aufrufe zur Freude. Ein König soll begrüßt werden, dessen Botschaft der Friede ist. Deshalb regiert er auf einem „Friedensthron“. Der Anfangs- und Schlussteil ist von schwungvollen Akkorden geprägt, die in Halbenoten einherschreiten. Nach der fanfarenhaften Umspielung der Dreiklangstöne folgt im dritten Takt eine jauchzende Aufwärtsbewegung zum Wort „freue (dich)“, die zwei Takte später bei „jauchze“ noch überboten wird, weil nun der Spitzenton auf dem Wort „laut“ erreicht wird. Im verhaltenen Mittelteil kommen dann die Demut und Milde des Königs mit harmonischen Mitteln zur Geltung.

Wer ist "Tochter Zion"?

Wer aber ist die „Tochter Zion“, von der wir hier singen? „Zion“ ist zunächst der Tempelberg in Jerusalem, schon im Alten Testament aber auch Symbolbegriff für die himmlische Stadt und für Gottes Volk. Die „Töchter Zion“ sind diejenigen, die den verheißenen Messias sehnsüchtig erwarten. Christen identifizieren sich mit „Zion“, denn auch sie erwarten im Advent einen König. Damit darf freilich keine Abwertung des Judentums verbunden sein.

Ein Lied für drei Gelegenheiten

„Tochter Zion“ kann an drei Stationen des Kirchenjahres erklingen. Entstanden ist es für den Palmsonntag. Auch an Weihnachten eignet es sich gut, etwa wenn der Chor die ersten beiden Zeilen als Kehrvers zum Antwortpsalm singt. Am besten aber passt dieses Lied zur freudigen Erwartung des Sonntags Gaudete im Advent.

Meinrad Walter
Prof. Dr. Walter ist Referent im Amt für Kirchenmusik der Erzdiözese Freiburg.

Hinweis für Pfarrbriefredaktionen: Die Liedportraits dienen dazu, ausgewählte Gesänge des neuen Gotteslob, das im Advent 2013 zu kaufen sein wird, bereits jetzt der Gottesdienstgemeinde vorzustellen. Ein Andruck des neuen Gotteslob steht allen Gemeinden seit Februar 2013 zur Verfügung. Kopien daraus sind für den Gebrauch im Gottesdienst zulässig. Ein Abdruck im Pfarrbrief muss im Allgemeinen von den Rechteinhabern (Melodie/Text) genehmigt werden.

Text und Melodie von "Tochter Zion" sind urheberrechtlich nicht mehr geschützt und dürfen im Pfarrbrief veröffentlicht werden.

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Text: Prof. Dr. Meinrad Walter
In: Pfarrbriefservice.de