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Fasching – „Aus“-Zeit oder „Fehl“-Zeit?

Kaum eine Jahreszeit verbindet so eng Chancen und Gefahren

Bald ist Faschingszeit, eine närrische Zeit, Zeit der Masken, der Umzüge, eine Zeit der Ausgelassenheit. Kaum eine andere Jahreszeit verbindet so eng miteinander Chancen und Gefahren. Wird sie für uns zu einer notwendigen Erholung oder zu einem Fiasko?

„Aus“-Zeit

Der Zeit um Karneval lassen sich zweifelsohne viele positive Erfahrungen zuordnen: Wir können die Alltagsstrenge abstreifen und einmal aus der Rolle fallen. Wir dürfen dem Leben mehr Farbe, Klang und Bewegung geben, in andere Rollen schlüpfen, neue Lebensgefühle ausprobieren und nicht nur Tränen weinen, sondern auch Tränen lachen. Geselligkeit erleben, ausgelassen sein und gemeinsam feiern – das tut gut. Die Lebensbatterie wird aufgeladen, wir tanken Kräfte. Es tut gut, Unsinn machen zu dürfen, über die Fehler anderer und die eigenen Fehler herzhaft zu lachen und somit Abstand zu gewinnen.

„Fehl“-Zeit

Auf der anderen Seite gibt es auch unangenehme Erfahrungen. Rauschzustände können dazu führen, dass man die Kontrolle verliert und einen peinlichen Filmriss erlebt. Menschen werden im Straßenverkehr gefährdet, verletzt oder sogar getötet, wenn man sich betrunken hinter das Steuer setzt. Und wenn jede Scham verloren geht, kann es passieren, dass man den Partner oder die Partnerin betrügt und Vertrauen verspielt. Ganze Familien werden so aufs Spiel gesetzt, was viele darüber hinaus in finanzielle Engpässe geraten lässt.

„Am Aschermittwoch, ist alles vorbei…“ ?

So heißt es zumindest in einem alten Faschingslied. Vorbei sind aber nur die närrischen Tage. Manchmal bleiben Katerstimmung, Katzenjammer, Eifersuchtsdramen, Verletzungen, Vertrauensverlust. Es bleiben der dann unerträgliche Alltag, Sprachlosigkeit, Schuldgefühle. Es bleiben Gedanken, wie: Wie konnte so etwas passieren? Was hat mich nur „geritten“? Was ist mit unserer Beziehung los? Müsste ich nicht einmal für mich etwas machen? Warum habe ich so wenig „zum Lachen“? Was läuft das ganze Jahr immer wieder schief, dass ich ab und zu so ausflippen muss? Warum kann ich mich nicht „normal“ freuen?

Stanislaus Klemm, Dipl. Psychologe und Theologe, In: Pfarrbriefservice.de

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Stanislaus Klemm, Diplompsychologe und Theologe

Stanislaus Klemm, Jahrgang 1943, ist Diplompsychologe und Theologe. Er arbeitete in der Suchttherapie, in der ökumenischen Telefonseelsorge Saar sowie in der Lebensberatung des Bistums Trier in Neunkirchen. Er ist Autor verschiedener Bücher. 

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Text: Stanislaus Klemm, Dipl. Psychologe und Theologe
In: Pfarrbriefservice.de

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