Ewig leben. Ab jetzt!
Alles, was wir tun und wofür wir uns engagieren, ist für immer! Nichts ist umsonst getan, was wir liebend tun; und was wir jetzt nicht-liebend tun, wird einmal geradegerichtet sein. Auch unsere Liebe zueinander hat Zukunft für immer, ihre Ewigkeit hat schon begonnen. Jede Freundschaft, jede Liebe – alles, aber auch alles steht unter dem Stern der Ewigkeit. Und die uns im Sterben vorausgegangen sind, bleiben uns nahe; sie sind uns nahe, so wie Gott uns nahe ist. „Statt für die Verstorbenen, sollte man besser zu den Verstorbenen beten, im Vertrauen auf Gottes Gnade, die sich an unseren Toten sieghaft durchsetzt“, gibt deshalb Gisbert Greshake zu bedenken. Der Freiburger Theologe ist überzeugt: „Das Gebet für bestimmte Verstorbene hat vor allem seinen Platz im Zusammenhang mit den Begräbnisriten und einer besonderen Erinnerungszeit (Trauerzeit). Dagegen sollte das Gebet mit den Toten und zu den Toten, das heißt mit und zu Brüdern und Schwestern, die bei Gott leben und auf deren Gemeinschaft wir hoffen, viel mehr als üblich den christlichen Glaubensvollzug bestimmen. Ein bewusstes Leben mit den Toten wendet den Blick der Hoffnung auf diejenigen, die ihr Ziel schon erreicht haben und auf uns warten.“
Nein, ausmalen kann sich niemand, worauf wir zugehen. Aber jetzt schon leben, was dann einmal sein wird, das können wir: einander anschauen, nicht von Gesicht zu Gesicht nur, sondern von Angesicht zu Angesicht. Einander erkennen, nicht abschätzig durchschauen. Geraderichten, was nur geradezurichten geht. Wiederherrichten und heilen, wo immer das Unheile quält. Einander aufrichten zum aufrechten Gang. Und weinen miteinander, in Schuld, im Schmerz und im Glück: In Vollkommenheit gelingt uns das nicht, ganz und gar nicht; „himmlisch” sind wir noch nicht. Doch was uns in unserer Unvollkommenheit möglich ist, das bringt die Farben ins Leben, aus denen sich die Liebe – diese Urgewalt, die aufbegehrt gegen Vergänglichkeit und Tod – jetzt schon, ein wenig wenigstens, den vollendeten Himmel ausmalen darf.
Pater Reinhard Körner OCD
aus: Reinhard Körner, Warum ich an das ewige Leben glaube, St. Benno Verlag Leipzig, S. 140-142. In: Pfarrbriefservice.de
Datei-Info:
- Dateiformat: .rtf
- Dateigröße: 0,01 MB
Nutzungsbedingungen auf einen Blick:
- Einsatzbereich: Kostenfrei für die nichtkommerzielle kirchliche Öffentlichkeitsarbeit (z. B. Pfarr-/Gemeindebrief, Plakat, Flyer, Website) sowie für Unterrichtszwecke*
- Urhebernachweis: Sie verpflichten sich, den Namen des Autors / der Autorin sowie „Pfarrbriefservice.de“ als Quelle und ggf. weitere Angaben zu nennen.
- Belegexemplar: Wir freuen uns über die Zusendung eines Belegs an unsere Redaktionsanschrift.
- Soziale Medien:
*) Ausführliche Infos zu unseren Nutzungsbedingungen finden Sie hier.
Verpflichtender Urhebernachweis
Bitte nennen Sie Urheber und Quelle wie folgt:In: Pfarrbriefservice.de
