Bischofssynode für Amazonien tritt in Rom zusammen

Marc Witzenbacher, www.magnificat.de
07.08.2019 - 05:20

Zu einer Sonderversammlung der Bischofssynode für das Amazonas-Gebiet hat Papst Franziskus nach Rom einge­laden. Vom 6. bis 27. Oktober besprechen die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen im Amazonas-Gebiet sowie weitere Bischöfe, mehrere Kardinäle, Ordensleute und Experten neue Wege der Evangelisierung und den Lebensraum der indigenen Bevölkerung. Papst Franziskus greift damit die Bitte verschiede­ner lateinamerikanischer Bischofskonferenzen sowie einzelner Gläubiger weltweit auf.

Blick auf die Situation im Amazonasgebiet

Bei dem Blick auf die Situation im Amazonasgebiet gehe es um Themen der Zukunft des ganzen Planeten, verdeutlicht der Sekretär der Synode, Lorenzo Kardinal Baldisseri. Dies werde schon im Vorbereitungspapier deutlich, in dem es um Fragen der Bewahrung der Schöpfung und der sozialen Gerechtigkeit gehe. Gemeinsam müsse man fragen, wie der Mensch das „buen vi­vir“ (gutes Leben) erreichen könne. Der Begriff, der sogar in den Verfassungen von Ecuador und Bolivien verankert ist, beschreibt ein Leben in sozialem und ökologischem Einklang, eine Harmo­nie zwischen Gott, Mensch und Kosmos, die tief in der Spiritua­lität der indigenen Völker wurzelt. Doch werde diese Harmonie massiv durch den Eingriff des Menschen im Amazonasraum gestört. Die rücksichtslose Abholzung, der Rohstoffabbau sowie das ungeheure Ausmaß der Umweltverschmutzung hätten nicht nur den Lebensraum der indigenen Völker zerstört, sondern be­drohten täglich eine Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten. Die Folge sei ein „ungezähmter Neokolonialismus“, der zur Vertrei­bung der Völker aus angestammten Gebieten und Verarmung in den Städten führe.

Identität der indigenen Völker bewahren

Rund 390 indigene Völker leben im Amazonasgebiet. Die Bi­schofssynode will sich dafür einsetzen, deren Recht auf sozia­le und kulturelle Entwicklung zu bewahren und ihre jeweilige Identität zu erhalten. In dem Vorbereitungspapier wird deutlich kritisiert, dass die Proteste der indigenen Völker gegen die Aus­beutung ihrer Kultur und ihres Lebensraums übergangen und die Menschen teilweise kriminalisiert würden: „Das vergossene Blut unzähliger Männer und Frauen, das die amazonische Erde tränkt, um des Wohls ihrer Bewohner und des Landes willen, mischt sich mit dem Blut Christi, vergossen für alle und für die ganze Schöpfung“, heißt es in dem Schreiben. Es geht also nicht nur um den Lebensraum Amazonas. Letztlich muss es eine glo­bale Änderung des Lebensstils geben, sind die Bischöfe über­zeugt.

„Kirche mit dem Gesicht Amazoniens“

Um die Probleme angehen zu können, fordern die Bischöfe eine „Kirche mit amazonischem Gesicht“. Das bedeutet nach dem Papier, die schwierigen Lebensverhältnisse im Amazonasgebiet auch auf andere Regionen zu übertragen, denn die Schwierigkei­ten ähneln sich: viele Menschen haben keine Gelegenheit, an einer Messfeier teilzunehmen, da ihnen die Priester fehlen. Das Papier verweist daher darauf, dass auch „neue Ämter und Diens­te“ notwendig seien, um diesem Notstand zu begegnen. Dazu gehöre auch ein „offizielles Amt“ für die Frau, die in der Kirche in Amazonien eine zentrale Rolle spiele. Wenn in Amazonien neue Wege eingeschlagen würden, die den Bedürfnissen der Re­gion entsprechen, habe dies auch Auswirkungen auf die Sicht der Ämter, der Liturgie und der Theologie der Gesamtkirche, wie es in dem Papier heißt. Kardinal Baldisseri unterstrich, dass die Klärung dieser Fragen zunächst der Synode vorgelegt werde, und sprach sich gegen vorschnelle Lösungen aus. Die Zulassung verheirateter Männer zum Priesteramt beispielsweise wehrte er entschieden ab. Aber es könne durchaus andere Möglichkeiten geben, den Engpässen kreativ zu begegnen. Man kann gespannt sein, wie die Synode auf die provokativen Vorgaben des Vorbe­reitungspapiers eingeht und welche Lösungen sie finden wird. Das Vorbereitungspapier kann unter www.misereor.de/filead­min/publikationen/vorbereitungsdokument-amazonie... abgerufen werden.

Marc Witzenbacher
aus: Magnificat. Das Stundenbuch, 10/2019, Verlag Butzon & Bercker, Kevelaer; www.magnificat.de In: Pfarrbriefservice.de

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Text: Marc Witzenbacher, www.magnificat.de
In: Pfarrbriefservice.de