Oberammergauer Passionsspiele finden 2020 zum 42. Mal statt

Marc Witzenbacher, www.magnificat.de
11.01.2019 - 06:00

Im nächsten Jahr ist es wieder so weit. 2020 werden die seit fast 400 Jahren im zehnjährigen Rhythmus stattfindenden Passionsspiele in Oberammergau wieder aufgeführt. Die Spiele gehen zurück auf ein Gelübde aus dem Jahr 1633. Damals ge­lobten die Oberammergauer, in jedem zehnten Jahr das Leiden und Sterben Christi aufzuführen, wenn niemand mehr an der Pest sterben sollte. Die Passionsspiele ziehen hunderttausende Besucher aus der ganzen Welt an. Fast die Hälfte der Einwohner des Dorfes wirkt bei den Spielen mit. Insgesamt 1830 Einwoh­ner waren 2018 der Aufforderung der Gemeinde Oberammer­gau nachgekommen und hatten ihr Interesse zur Mitwirkung bekundet. Doch darf nicht jeder der insgesamt 5200 Einwoh­ner mitspielen. In Oberammergau gibt es ein sogenanntes „Spielrecht“, nach dem nur diejenigen eine Rolle übernehmen können, die in Oberammergau geboren und aufgewachsen sind oder seit mindestens 20 Jahren im Dorf wohnen. Zusätzlich werden 2020 noch über 500 Kinder aus dem Dorf mitspielen. Insgesamt werden dann wie auch in den vergangenen Spielen über 2000 Oberammergauer an den Passionsspielen mitwir­ken.

Spielrecht hat sich immer wieder geändert

Die Regeln für die Mitwirkung haben sich immer wieder geän­dert. Bis zum Jahr 1984 durften verheiratete Frauen und Frauen über 35 Jahren nicht bei den Passionsspielen mitspielen. Dies musste aber geändert werden, als drei Oberammergauerin­nen klagten und 1990 der Bayerische Verfassungsgerichtshof entschied, dass es rechtswidrig war, verheirateten Frauen das Mitwirkungsrecht an den Passionsspielen zu verweigern. Für die Passionsspiele im Jahr 2000 wurde das Spielrecht erneut geändert. Bis zu diesem Jahr musste jeder Mitwirkende einer christlichen Kirche angehören. Seit dem Jahr 2000 dürfen nun auch konfessionslose Mitbürger sowie Angehörige anderer Reli­gionsgemeinschaften mitwirken. Damals spielten erstmals auch Oberammergauer mit, die dem Islam angehören.

Passionsspiele beginnen im Mai 2020

Im Oktober des letzten Jahres wurden die Darsteller der Passi­onsspiele 2020 bekannt gegeben. Alle mitwirkenden Oberam­mergauer wissen seitdem, welche Rolle oder Funktion sie bei den Passionsspielen haben werden. Rochus Rückel und Frederik Mayet werden Jesus darstellen. Mayet hat Jesus bereits bei den Spielen 2010 gespielt, Rückel übernimmt zum ersten Mal die Rolle und ist der zweitjüngste Jesusdarsteller in der Geschichte der Passionsspiele. Neben den großen Figuren Jesus, Maria, Pe­trus, Judas, Pontius Pilatus und Kaiphas gibt es 120 größere und kleinere Sprechrollen, des weiteren Soldaten, Priester und das Volk von Jerusalem. Im November 2019 beginnen die acht Mo­nate dauernden Proben. Die 42. Passionsspiele stehen 2020 er­neut unter der Regie von Christian Stückl. Der gebürtige Ober­ammergauer leitet die Spiele seit 1987 und führt 2020 damit zum vierten Mal die Regie bei den Passionsspielen.

Neues Erscheinungsbild

Das nächste Passionsspiel soll ein völlig neues Erscheinungsbild erhalten. „An der Aufführung ändert sich jedes Mal enorm viel“, erläutert Christian Stückl. „Da die Passionsspiele alle zehn Jahre stattfin­den, muss ich den Text immer neu schreiben, die Geschichte neu erzählen. Es fließen Erkenntnisse mit ein, die ich beim letz­ten Spiel gewonnen habe, und es muss auch die jeweilige Zeit und die politischen Umstände widerspiegeln.“ Nach Entwürfen von Stefan Hageneier werden neue Kostüme und Bühnenbilder entstehen. Markus Zwink, der musikalische Leiter der Spiele, bearbeitet die Musik und leitet die 120 Chormitglieder und das 70-köpfige Passionsorchester an.

Fünfstündige Aufführung

Die fünfstündige Aufführung beginnt nachmittags mit dem Einzug in Jerusalem und erzählt die Passionsgeschichte über das Abendmahl bis hin zur Kreu­zigung. Sie endet in den Abendstunden mit der Auferstehung. Insgesamt sind 103 Vorstellungen geplant, die Premiere ist am 16. Mai 2020, die letzte Aufführung findet am 4. Oktober statt. Weitere Informationen sowie Buchungsmöglichkeiten für Ti­ckets der nächsten Passionsspiele 2020 finden Sie unter www.passionsspiele-oberammergau.de.

Marc Witzenbacher
aus: Magnificat. Das Stundenbuch, Die Heilige Woche 2019, Verlag Butzon & Bercker, Kevelaer; www.magnificat.de In: Pfarrbriefservice.de

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Text: Marc Witzenbacher, www.magnificat.de
In: Pfarrbriefservice.de