Die größeren Zusammenhänge in den Blick nehmen, in denen Armut entsteht

Am 13. November 2022 ist Welttag der Armen

Am Sonntag, 13. November, wird 2022 der Welttag der Armen begangen. Papst Franziskus hatte diesen Welttag zum Abschluss des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit 2016 verkündet. Er wird seitdem jährlich am Sonntag vor dem Christkönigsfest begangen.

Blick auf die Armut

„Das Evangelium Christi drängt uns, eine ganz besondere Aufmerksamkeit für die Armen zu haben, und es erfordert, die vielfachen – zu vielen – Formen moralischer und sozialer Unordnung zu erkennen, die stets neue Formen der Armut hervorrufen“, erklärte Papst Franziskus in einer Botschaft zum Welttag der Armen. Der Tag richte den Blick nicht nur auf die Linderung akuter Armut, sondern auch auf die Strukturen und die wirtschaftlichen Umstände, die Menschen in die Armut treiben. Die zunehmende weltweite Armut und die dafür verantwortlichen Faktoren würden zu wenig wahrgenommen, Arme sogar als Last für die Wirtschaftsentwicklung empfunden: „Es scheint sich immer mehr die Auffassung durchzusetzen, dass die Armen nicht nur für ihre Situation selbst verantwortlich sind, sondern dass sie auch eine unerträgliche Last für ein Wirtschaftssystem darstellen, das die Interessen einiger privilegierter Gruppen in den Mittelpunkt stellt“, so der Papst. Ein Markt, der die ethischen Prinzipien ignoriere oder selektiv betrachte, schaffe unmenschliche Bedingungen, welche Menschen in Mitleidenschaft ziehen, die bereits in prekären Verhältnissen lebten. „So entstehen immer neue Fallstricke des Elends und der Ausgrenzung, die von skrupellosen Wirtschafts- und Finanzakteuren ohne humanitäres Bewusstsein und ohne soziale Verantwortung verursacht werden.“

Anklage an das Wirtschaftssystem

„Diese Wirtschaft tötet!“ So klagte Papst Franziskus bereits 2013 in seinem Apostolischen Schreiben „Evangelii Gaudium“ (EG). Es dürfe den Menschen nicht egal sein, wenn Menschen ausgegrenzt und wie Müll behandelt würden. Um die Wirtschaft gerechter zu machen, muss sie aus der Perspektive der Würde jedes Menschen und des Gemeinwohls gestaltet werden (EG 203). Es reiche nicht, „auf die blinden Kräfte und die unsichtbare Hand des Marktes zu vertrauen“ (EG 204), warnte der Papst mit Blick auf die immer größer werdende Schere zwischen Arm und Reich.

So verweist der Welttag der Armen auf die größeren Zusammenhänge, in denen Armut entsteht und sich weiter verschärft. Einige Bistümer nehmen den Welttag zum Anlass, spezielle Aktionen zu starten. Beispielsweise will das im Bistum Essen gegründete Bündnis „Gemeinsam solidarisch zum Welttag der Armen“ in Deutschland die Politik sowie die Gesellschaft wachrütteln, weltweite Ungleichheit entschlossener zu bekämpfen: www.welttagderarmen.de

Marc Witzenbacher
aus: Magnificat. Das Stundenbuch 11/2022, Verlag Butzon & Bercker, Kevelaer; www.magnificat.de In: Pfarrbriefservice.de

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Text: Marc Witzenbacher, aus: Magnificat. Das Stundenbuch 11/2022, Verlag Butzon & Bercker, Kevelaer; www.magnificat.de
In: Pfarrbriefservice.de