Die Entscheidung für oder gegen Gott braucht Gotteserfahrungen

Wenn zum Menschen wesentlich die Freiheit gehört, können Tradition und Sozialisation allein nie genügen, um eine je persönliche Aneignung des Glaubens zu initiieren. Freiheit bedeutet ja nicht nur und nicht zuerst Wahlfreiheit, sondern dem voraus Stellungnahme zu den Grundgegebenheiten des Lebens und damit auch zur Frage nach Gott. Für den religiösen Vollzug erfordert dies unter anderem, sich nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich auf Gottes Heilsangebot einzulassen - beziehungsweise nicht einzulassen. Freiheit heißt eben nicht, in unverbindlicher Schwebe zu bleiben. Sie ist ausgerichtet auf persönliche Entscheidung. Um sich aber wirklich entscheiden zu können, muss der Mensch zunächst Den kennen lernen, auf den er sich im Glauben vertrauend einlassen will beziehungsweise soll. Das heißt: Er braucht entsprechende Vor-Erfahrungen, das heißt Erfahrungsräume, die ihn als Erwachsenen ansprechen und ihm Inspiration, Information, Einübung und Vertrautheit mit dem Gott Jesu Christi vermitteln. Natürlich ist es gut, wenn es solche Vor-Erfahrungen bereits in der Kindheit gibt. Sie können manches erleichtern, aber sie genügen nicht.

P. Hubert Lenz
Quelle:
www.weg-vallendar.de

Verknüpft mit:
Das Schwerpunktthema für Oktober 2008

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Text: P. Hubert Lenz
In: Pfarrbriefservice.de