Der Weg zur Versöhnung
Fünf Minuten für die Partnerschaft (5)
Wenn ein Paar sich auf den Weg in eine Beratung macht, können wir davon ausgehen, dass grundsätzlich die Bereitschaft da ist, sich zu versöhnen. Dann mache ich Hoffnung und zeige auf, wie dieser Weg gelingen kann. Dass der eine den anderen bewusst oder unbewusst verletzt, kränkt, ist normal in Beziehungen. Auch wenn man es ja eigentlich nicht will! Und trotzdem. Vielleicht hat man in der Herkunftsfamilie nicht gelernt, mit Konflikten umzugehen. Gemeinsam komme ich dann mit dem Paar den Quellen des Fehlverhaltens auf die Spur. Aber nicht nach dem Motto: „Ich konnte ja nicht anders, habe das ja nicht zu Hause gelernt“, denn dann ist man noch in einer Opferhaltung gefangen. Zur Grundlage der Versöhnung gehört, dass man als Erwachsener zu seinen Taten steht und dafür Verantwortung übernimmt. „Ja, ich habe dich verletzt und gekränkt. Das tut mir von Herzen leid. Ich will lernen, respektvoll mit dir umzugehen”. Das zu sagen schafft nicht nur Nähe, sondern ist auch Ausdruck von Liebe.
In einem meiner Paarseminare hatte sich ein Paar, beide Mitte 70, auf den Weg zu uns gemacht, um den Quellen der immer wieder würdelosen gegenseitigen Kränkungen auf die Spur zu kommen. Nach einer berührenden Arbeit mit beiden war deren Versöhnung für alle Gruppenmitglieder zutiefst bewegend. Ja, es war eine echte authentische Glaubenserfahrung, Auferstehung mitten am Tag!
Dr. Rudolf Sanders, In: Pfarrbriefservice.de
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