Er prägt auch heute noch den christlichen und jüdischen Festkalender

Marc Witzenbacher, www.magnificat.de
27.01.2018 - 06:00

Der Mond hat von jeher die Fantasie der Menschen beflügelt. Auch das Kirchenjahr verdankt ihm seinen Rhythmus. So wird beispielsweise der Ostertermin nach dem Vollmond berechnet. Heutzutage scheint der Mond aber seine Bedeutung schon fast verloren zu haben. Inzwischen wird er ja vielfach von Straßenlaternen und Leuchtreklamen überstrahlt. Wo die Nacht zum Tag wird, verliert auch der Mond seinen Reiz.

Der Mond spielt in vielen Märchen und Gedichten eine Rolle

In zahllosen Liedern und Gedichten, aber auch in vielen Märchen nimmt der Mond jedoch einen wichtigen Platz ein. Das hängt nicht nur mit seinem milden Licht zusammen, das auch die „Seele lösen kann“, wie Johann Wolfgang von Goethe schreibt. Sicherlich spielt dabei auch seine Wandelbarkeit eine Rolle. Er nimmt ab, er verschwindet, er nimmt zu. Zwölf Mal im Jahr. Daher haben schon die frühen Kulturen den Mond zu ihrem Zeitmesser gemacht. Nach ihm haben sie nicht nur Tage und Jahre gezählt, sondern auch den richtigen Zeitpunkt der Aussaat oder der Ernte bestimmt. In vielen Kulturen wurde der Mond erhöht und vergöttert. Die Römer widmeten einen Tag der Woche der Mondgöttin Luna, wir haben ihn als Montag in unseren Kalender übernommen.

Die Bibel sieht den Mond als wichtigen Zeitmesser

In der Bibel wird dieser Mondkult deutlich kritisiert. In der Schöpfungsgeschichte hängt Gott Sonne und Mond als Zeitmesser und Leuchten an den Himmel (Gen 1,16). Für babylonische Ohren war dies furchtbar, sahen sie doch im Mond eine wichtige Göttin. Aber die Bibel lenkt den Blick auf die Funktion dieses wunderbaren Lichts. Gott hat es geschenkt, damit wir unsere Zeit nach ihm richten können. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. „Du machst den Mond zum Maß für die Zeiten“, heißt es in Psalm 104,19. Bis heute richtet sich der jüdische Kalender nach den Mondphasen. Das Passahfest beginnt am ersten Vollmond im Frühling. Und so verdankt sich auch das Kirchenjahr dem Rhythmus des Mondes.

Da Jesus nach der biblischen Überlieferung am Passahfest gekreuzigt wurde und am ersten Tag der Woche auferstand, wurde der Termin des Osterfestes auf den Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gelegt. Das bestimmte das Konzil von Nicäa im Jahr 325. Zugleich legte das Konzil den 21. März als Frühlingsanfang fest. Im Prinzip wird bis heute so der Ostertermin bestimmt. Der 22. März ist somit der früheste, der 22. April der späteste Ostertermin, den man nach den Mondphasen festlegen kann. Allerdings feiert die orthodoxe Kirche das Osterfest meist an einem anderen Termin, da dort traditionell ein anderer Kalender verwendet wird.

Marc Witzenbacher
aus: Magnificat. Das Stundenbuch, 04/2018, Verlag Butzon & Bercker, Kevelaer; www.magnificat.de In: Pfarrbriefservice.de

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Text: Marc Witzenbacher, www.magnificat.de
In: Pfarrbriefservice.de