Der Kunstgriff der Menschlichkeit
Eine Art Anleitung für die Fastenzeit
Von einem chinesischen König zur Zeit des Weisen Mengzi (372-289 v.Chr.) wird berichtet, dass er ein Rind auf dem Weg zur Opferstätte sah und es gegen ein Schaf austauschen ließ. Warum er so handelte, konnte sich der Herrscher selber nicht erklären. Aus Geiz hatte er die Opfertiere jedenfalls nicht austauschen lassen.
Mengzi wusste dem König zu helfen und deutete sein Verhalten so: Anders als das Schaf habe der König das Rind lebendig vor sich gesehen und deshalb nicht ertragen können, dass es geopfert würde. Ein solches Verhalten bezeichnete der Weise als "jen shuh", als Kunstgriff der Menschlichkeit, und leitete daraus ab, dass sich der Herrscher Menschen gegenüber erst recht als mitfühlend erweisen würde.
Wer will, kann aus dieser kleinen Geschichte eine verheißungsvolle Anleitung für die Fastenzeit gewinnen: eine Einladung, wieder in den Blick zu nehmen und sich davon anrühren zu lassen, was sonst zuweilen außerhalb unseres Blickwinkels liegt, nämlich unser Verhältnis zu den Mitmenschen, den nahen wie den fernen, zu Gott und, ja auch das, zu uns selbst.
Nicht jeder wird dabei Leben retten, doch können auch kleine Veränderungen große Wirkung haben, und gewiss werden wir so selbst lebendiger werden und die Welt lebenswerter gestalten. Mit anderen Worten: österlicher! Alles Weitere wird Gott vollenden.
Peter Weidemann, pfarrbriefservice.de
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