Streiten gehört zum Leben dazu

Dr. Peter Ulrich
11.02.2014 - 00:00

Gestritten wird überall: in der Ehe mit dem Partner, in der Familie mit den Kindern, im Bekanntenkreis mit Freunden und im Beruf mit Kollegen. Überall, wo es unterschiedliche Meinungen und Haltungen gibt, wird diskutiert, und zuweilen fliegen eben auch Fetzen. Streit ist unvermeidbar und gehört zum Leben wie das Salz in die Suppe.

Andererseits: Menschen, die gerne streiten, sind uns oft unsympathisch. Sie hat "Haare auf den Zähnen" oder ist eine "Xanthippe", und "mit dem ist nicht gut Kirschen essen". Und zumindest rein sprachlich bekommt das Austragen von Konflikten oft einen faden Beigeschmack: "Wer schreit, hat Unrecht", "der Klügere gibt nach" und verkneift es sich, "schmutzige Wäsche zu waschen".

Dabei muss Streiten nicht negativ sein, sondern kann wie ein Gewitter die Luft in einer Beziehung reinigen. Streit kommt im Zusammenleben eines Paares immer wieder vor: um herausragende Ereignisse und Pläne, wie Kinderwünsche, Wohnortwechsel, Urlaubsreisen und noch viel häufiger um Alltäglichkeiten, wie Ordnung, Pünktlichkeit und Aufgabenverteilung. Oder um die berühmte Zahnpastatube ... Das Leben besteht aus Konflikten, und alle Menschen streiten - wortreich, schweigend, strategisch, impulsiv, polternd, hinterhältig.

Streiten kann aber auch Beziehungen stärken. Wenn die Beteiligten es vermeiden, den Konfliktpartner zu verletzen oder die eigene Meinung durchzupeitschen - "Auge um Auge führt nur zur Blindheit", stellte Mahatma Gandhi fest -, haben Auseinandersetzungen durchaus ihr Gutes:

  • Sie zeigen, wo es brennt, und erzeugen oft erst den notwendigen Druck für Veränderungen.
  • Unter Stress und Konkurrenzdruck lernen wir uns selbst am besten kennen. Wir sehen, was uns verletzt, ärgert, wichtig ist, welche Rolle wir in Konfliktsituationen übernehmen.
  • Die Streithähne lernen sich gegenseitig besser kennen und erfahren, dass man viele Dinge so und so sehen kann.
  • Streitsituationen helfen, das eigene Verhaltensrepertoire zu erweitern, Offenheit, Schlagfertigkeit, Einfühlungsvermögen und Verhandlungsgeschick zu schulen.
  • Differenzen zwingen dazu, Entscheidungen sorgfaltig zu überdenken.
  • Streit erfordert Kreativität und ermöglicht bessere Lösungen.

Dr. Peter Ulrich

Quelle: Fangt endlich an zu streiten, Zeitschrift "neue gespräche" 5/2007, Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung, www.neue-gespraeche.de. In: Pfarrbriefservice.de

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Text: Dr. Peter Ulrich
In: Pfarrbriefservice.de