Das Männchen mit dem weiten Mund

Mutworte, um Sorgen abzugeben

Eine liebe Freundin hat mir unlängst einen guten Gesellen geschenkt, der immer dann, wenn mir nicht nach lustig zu Mute ist, in Aktion tritt. Er frisst oder zerkleinert die alltäglichen Sorgen und Ängste.

So einen Kerl hätten auch Sie gerne? Können Sie haben – egal, ob das Sorgen-Fresserchen ein lustiges Männchen mit weitem Mund ist oder ein einfacher Sack, der nach jeder „Fütterung“ zugebunden wird. Wichtig ist nur, dass sich unsere alltäglichen Probleme nach einiger Zeit auflösen oder zumindest an Bedeutung verlieren. Schreiben Sie Ihre Kümmernisse auf kleine Zettel, mit denen Sie Ihr Sorgen-Fresserchen füttern: Darüber bin ich enttäuscht und traurig … deswegen fühle ich mich ausgenützt und blamiert … davor fürchte ich mich … heute ist alles schief gelaufen … das schaffe ich einfach nicht …

Wenn wir unsere negativen Gedanken und Gefühle mit Augenzwinkern an unser Sorgen-Fresserchen abgeben, distanzieren wir uns humorvoll von belastenden Gedanken und werden frei, auch Erfreuliches zu erkennen: eine gute Begegnung, die herbstliche Wolkenstimmung, eine heitere Episode. Aus einiger Distanz nehmen wir manches, das uns in die Quere kommt, nicht mehr so tragisch und geben der belastenden Situation einen angemessenen Stellenwert.

Zur Zeit der Inventur wird auch unser eigener Mund auseinandergehen – denn die meisten unserer Sorgen-Zettelchen können ent-sorgt werden. Und das wenige, das dann noch übrig bleibt … schau ma mal …

Christa Carina Kokol
Quelle: Mutworte, Sonntagsblatt für die Steiermark, www.sonntagsblatt.at, In: Pfarrbriefservice.de

Christa Carina Kokol ist dipl. psychotherapeutische Beraterin in Logotherapie und Existenzanalyse nach Viktor E. Frankl.

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Text: Christa Carina Kokol, www.sonntagsblatt.at
In: Pfarrbriefservice.de