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Bewundern

Mit staunenden Augen Gott begegnen

Wer sich auf die Suche macht, eine tiefere Verbindung zum „Göttlichen“ aufzubauen, wird auf verschiedene Wege stoßen, die dabei helfen: Bewundern, Überdenken und Erinnern. Diese drei Begriffe beschreiben unterschiedliche Facetten der Achtsamkeit, durch die wir Gott im täglichen Leben erfahren können. Der Weg des Bewunderns und Staunens richtet den Blick auf die Wahrnehmung Gottes in der Schöpfung und der Natur.

Es ist eine Form des Respekts und der Anerkennung des „ganz Anderen“, das sich in den Naturgewalten, Naturgesetzen und Naturschönheiten offenbart. Würden wir zum Beispiel alles, was wir tatsächlich sehen und anfassen können, auf einen Haufen werfen – alle Hügel, Berge und Meere, alle Planeten, Monde, Sterne und Galaxien –, dann entstünde eine Menge, die unsere Vorstellungskraft übersteigt. Und dennoch macht all dies nur etwa fünf Prozent dessen aus, was im Weltall existiert. Das bedeutet: 95 Prozent dessen, was ist, bleibt unsichtbar und unfassbar; die Wissenschaft bezeichnet es als „dunkle Materie“ und „dunkle Energie“. Wenn wir uns darüber hinaus vor Augen führen, dass alles, was wir „feste Materie“ nennen, zu 99,99999 Prozent aus leerem Raum besteht und dass diese unvorstellbare Leere eine unzählige Fülle möglicher, rein virtueller subatomarer Teilchen und Energiewellen enthält, die nur darauf warten, einmal existieren zu können, dann kommt uns vielleicht nur noch ein „Mein Gott!“ über die Lippen. Dann drängt sich die Frage auf: „Wer ist das, der all dies erschaffen, steuern, ordnen und erhalten kann?“

Staunen – lieben – danken

IHN können wir nur staunend als das „Außergewöhnliche“ bewundern und ihm unsere tiefe Hochachtung entgegenbringen. Diese mündet in Liebe und Dankbarkeit bei dem Gedanken, dass wir als winzige Lebewesen Teil dieser großen Schöpfung sein dürfen und von seiner liebevollen und sorgenden Hand getragen und bewahrt werden. So wird unsere Bewunderung zu einem tiefen Empfinden, das nicht nur die unbegreifliche Größe Gottes widerspiegelt, sondern uns auch hilft, unsere Achtsamkeit auf seine ganze Schöpfung zu richten. Die Größe Gottes lenkt unseren Blick auf alles, was Er für uns erschaffen hat. Wir staunen über die Vielfalt der Schöpfung und bewundern zugleich unsere Mitmenschen mit ihrer Kreativität, Kunstfertigkeit, Sorgfalt, Güte, ihrem Mut, Mitgefühl, ihren Leistungen und ihrer Liebe.
Diese Bewunderung hilft uns letztlich, demütig und dankbar zu bleiben, und bewahrt uns davor, uns selbst Götter und Idole zu erschaffen, die wir „anhimmeln“, die uns jedoch mit Sicherheit in die Irre führen werden.

Vielleicht tut es uns gut, von Zeit zu Zeit in die Natur zu gehen und unsere Achtsamkeit auf etwas zu richten, das unser Interesse besonders weckt. Vielleicht ist es ein großer Ameisenhaufen, dessen größter Teil unter der Erde verborgen liegt – dieses unglaubliche Gewimmel winziger, aufmerksamer und fleißiger Geschöpfe, denen das Wohl ihrer Gemeinschaft offenbar von JEMANDEM in die Gene geschrieben wurde.

Der Philosoph Aristoteles meinte einmal: „Im Bewundern und Staunen liegt der eigentliche Ursprung allen Denkens.“

Stanislaus Klemm, Dipl. Psychologe und Theologe, In: Pfarrbriefservice.de

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Text: Stanislaus Klemm, Dipl. Psychologe und Theologe
In: Pfarrbriefservice.de

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