Wie der Blick auf eigene Potentiale lebensverändernd sein kann

Marlies Fricke
14.04.2019 - 05:14

Manchmal weiß ein Mensch gar nicht, was in ihm steckt. Ob Greta Thunberg zum Beispiel geahnt hat, was sie mit ihrem Sitzstreik vor dem schwedischen Parlament auslöst? Binnen weniger Monate ist aus einer Einzelkämpferin für den Klimaschutz eine globale Protestbewegung geworden, die Freitag für Freitag eine Million Schülerinnen, Schüler und Studierende auf die Straßen holt. Wie ein Stein, der ins Wasser fällt, zieht die Aktivität einer 16-Jährigen weltweite Kreise.

Ja, manchmal weiß ein Mensch gar nicht, was in ihm oder ihr steckt. Leider sehen wir oft zuerst auf das, was wir nicht können, auf unser Unvermögen, auf Grenzen und Vergeblichkeiten. Das ist ein bisschen wie in meinem kleinen Frühlingsgarten, wo ich die Wahl habe: Ich kann mich ärgern über die Blumenzwiebeln, die ich umsonst in die Erde gesteckt habe und die keine Blüten bilden. Ich kann mich aber auch freuen über die hervorgekommenen Blüten, die ein farbenprächtiges Bild abgeben und die Straße verschönern.

„Geht und seht nach!“

Geht es uns im Leben nicht manchmal so wie im Blumengarten? Wir sehen zuerst die Defizite und Lücken, das Negative an uns, das, was uns vermeintlich fehlt. Wir fühlen uns minderwertig, weil wir meinen, zu wenig zu haben oder zu können. Wir vergleichen uns mit anderen und denken viel zu oft, den Kürzeren gezogen zu haben: „Was kann ich denn schon Besonderes? Was habe ich denn zu bieten?“ - „Geht und seht nach!“, sagt Jesus zu seinen Jüngern, als diese ratlos den hungrigen Menschenmassen gegenüberstehen; haben sie doch nur die lächerlichen fünf Brote und die beiden Fische. Aber genau die sind am Ende mehr als genug! (Mk 6,35-44)

Der kleinste Einsatz lohnt sich

„Geht und seht nach“, damals ein Aufruf an die Jünger am See, heute für jede und jeden im eigenen Leben. Geh und sieh nach, was du hast und kannst, sieh nach deinen Schätzen, anstatt dich klein zu fühlen und nach anderen zu schielen. Da ist viel mehr Potential in dir, als du selbst erahnst. Stell dein Licht den anderen oder der guten Sache zur Verfügung! Dabei muss es ja nicht gleich um weltbewegende Dinge wie bei Greta gehen. Eine kleine Nachbarschaftshilfe, ein übernommenes Ehrenamt, ein Besuch, die (Wieder-)Entdeckung einer Leidenschaft, eines Hobbys oder einer Fremdsprache … – „Geht und seht nach“, was in euch steckt an Begabungen, an Kraft und Sehnsucht. Der kleinste Einsatz lohnt sich, denn bei Gott gibt es keine Nieten. Seht nach, was auf euch wartet und was euch lockt, um die eigene kleine oder die große Welt ein wenig besser zu machen.

Freier werden für das Leben

„Geht und seht nach“ – wer diesem Wort Jesu vertraut, wird seine Idealvorstellungen mehr und mehr loslassen und sich versöhnen wollen mit dem, was real ist. Er wird freier werden für den Anruf des Lebens, den Anruf Gottes. Denn Gott braucht genau dasjenige, was wir ihm ehrlich bieten können, und sei es nur etwas Brot und Fisch im banalen Alltag. Das Weitere schafft ja Er, wie bei der Speisung der Fünftausend. Ignatius von Loyola sagt es so: „Wenige Menschen ahnen, was Gott aus ihnen machen würde, wenn sie sich ihm ganz überließen.“

Marlies Fricke (Gemeinschaft Christlichen Lebens), https://update-seele.de, In: Pfarrbriefservice.de

Anzeigen

Bank für Kirche und Caritas
Die Bank von Mensch zu Mensch. Partner für kirchlich-caritative Einrichtungen.
bkc-paderborn.de

Adobe Software für Kirchen
Kirchengemeinden erhalten InDesign, Photoshop u. Co. zu deutlich reduzierten Preisen.
basis1.com

Klima schützen: CO2 vermeiden – reduzieren – kompensieren
Mit der Klima-Kollekte App klimafreundlich unterwegs und unvermeidbare Emissionen ausgleichen.

www.klima-kollekte.de/app/

Hier könnte Ihre Werbung stehen
Ihre Anzeige erscheint auf der Startseite sowie auf 25.000 Folge-/Unterseiten.
Mehr Infos

Download:

Zum Aktivieren der Download-Schaltfläche lesen und bestätigen Sie bitte zuerst unsere Nutzungsbedingungen! 2. Datei herunterladen

Dateiformat: MS Word Document (.doc)
Dateigröße: 26,5 kB

Beispiel für den Urhebernachweis, den Sie führen müssen, wenn Sie den Text nutzen

Text: Marlies Fricke
In: Pfarrbriefservice.de