„Befreiung vom Überfluss“
Ein Buchtipp
Ein Wandel kommt, ob die Menschen wollen oder nicht. Entweder als bewusste Entscheidung oder als erzwungene Anpassung an ökologische und wirtschaftliche Krisen. Das ist die These von Prof. Dr. Niko Paech.
Im ersten Teil seines Buches „Befreiung vom Überfluss“ analysiert er die aktuelle Lage und übt massive Kritik. Dabei wirft er den Blick auf verschiedene Themenbereiche. Beispielsweise die Wirtschaft, die Globalisierung, den Lebensalltag der Menschen, die Politik, die Bildung und die Energieversorgung.
Er plädiert dafür, sich vom Wohlstandsballast zu befreien, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Denn der Überfluss mache die heutige Lebensform in seinen Augen besonders verletzlich. Lesende möchte er zur Genügsamkeit anhalten. Und fordert dazu auf, zu einem menschlichen Maß zurückzukehren.
Kritik übt er an den fragmentierten Wertschöpfungsketten und den immer kleinteiligeren Produktionsketten, die räumlich entgrenzt sind, um die Effizienz zu steigern. Dies hat zur Folge, dass spezialisierte und eigenständige Organisationen entstünden. Schmutzige Teile von Herstellungsketten würden rund um den Globus verlagert. Produktionsfaktoren verschleiert. Grenzen zwischen Ausbeutenden und Ausgebeuteten verschwimmen, weil die Distanz zwischen Herstellern und Verbrauchern immer größer werde.
Er kritisiert, dass die Menschen nicht mehr mit den Konsequenzen ihres eigenen Handelns konfrontiert würden und daher keinen Ansporn hätten, Umweltschäden zu vermeiden. Er moniert, dass sie sich aus der Verantwortung nehmen.
Gleichzeitig gibt er zu bedenken, dass sich die Menschen in eine massive Abhängigkeit begeben, wenn sie die Selbstversorgung zugunsten eines spezialisierten Fachwissens und Arbeitsplatzes aufgeben, um ein höheres Einkommen zu erzielen. Damit würden sie auf maximale Fremdversorgung bauen. Wohlstand, der auf diese Weise aufgebaut sei, ließe die Verlustangst ansteigen.
Prof. Paech befasst sich auch mit dem Thema „erneuerbare Energien“ und stellt die aktuelle Umgangs- und Vorgehensweise in Frage. Beispielsweise fragt er nach dem Erntefaktor von erneuerbaren Energie. Weist darauf hin, dass seltene Erden verstärkt benötigt, aber begrenzt verfügbar seien. Und fragt, wie beispielsweise Photovoltaikpaneele oder Windkraftanlagen verschrottet werden könnten.
Er kommt zu dem Schluss, dass lediglich Lebensstile nachhaltig sein könnten.
Im zweiten Teil seines Buches rückt Prof. Paech die Theorie der Postwachstumsökonomie in den Mittelpunkt. Damit eröffnet er den Lesenden mögliche Perspektiven. Die Postwachstumsökonomie verlangt unter anderem, die Abhängigkeit der Fremdversorgung zu reduzieren. Eine nahräumliche Wirtschaft, die auf kleinen Einheiten basiert. Kürzere Transportwege. Einen Weggang von räumlich entgrenzten Wertschöpfungsstrukturen. Kürzere Arbeitszeiten. Sie fordert den Wandel hin zu Produkten mit einer längeren Nutzungsdauer. Neue Produkte sollten langlebiger und reparaturfreundlicher sein. Für die Restindustrie sieht die Postwachstumsökonomie einen Umbau vor. So läge der Fokus der Unternehmen vielmehr darauf, Produktbestände, die bereits bestehen zu erhalten, zu verändern oder aufzuwerten. Infrastrukturen würden zurückgebaut werden.
Auch den Sektor Geld dekliniert die Postwachstumsökonomie. So fordert sie beispielsweise eine neue Währung oder Genossenschaftsbanken. Im Bereich des alltäglichen Lebens definiert sich die Postwachstumsökonomie beispielsweise über Gemeinschaftsnutzung, Eigenproduktion oder Tauschringe. Im Bereich „Bildung“ plädiert sie unter anderem dafür, dass die ökologische Verantwortung als Pflichtfach in den Unterricht eingeführt werden sollte. Und, dass handwerkliche Fähigkeiten stärker gefördert werden.
Prof. Paech kritisiert die aktuelle Situation und eröffnet gleichzeitig anhand der Postwachstumsökonomie Wege zum Umdenken, Neudenken und Andersdenken.
Bibliografische Daten
„Befreiung vom Überfluss – das Update. Eine Postwachstumsökonomie für das 21. Jahrhundert“
Niko Paech
oekom Verlag
Erscheinungstermin: 03.04.2025
144 Seiten
ISBN 978-3-98726-139-8
EUR Print 18,00 € [D]
EUR eBook 13,99 € [D]
Ronja Goj, In: Pfarrbriefservice.de
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