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Bedenke, dass du sterblich bist, auf dass du klug werdest

Persönliche Gedanken zum Leben und Sterben

Über das eigene Sterben habe ich eigentlich sehr wenig nachgedacht. Ich sehe das aber nicht als ein Verdrängen der Tatsache des Todes. Mit gewissen Dingen kann man sich erst auseinandersetzen, wenn man persönlich und unmittelbar betroffen ist. Ich reflektiere daher weniger die Realität meines Todes, sondern mein Leben angesichts der Realität, dass ich einmal sterben werde. Wie gestalte ich jetzt mein Leben, damit ich einmal möglichst gut loslassen kann? So gestalte ich auch indirekt schon mein Sterben. Wir müssen das Loslassen üben, damit wir es am Ende können. Damit meine ich nicht allein irdische, materielle Dinge, sondern das Loslassen von Enttäuschungen und Verletzungen, das Loslassen auch der Kinder, damit diese ihren eigenen Weg gehen können.

Als Priester bin ich oft mit Sterben und Tod konfrontiert. Mein Eindruck ist, dass Menschen anders sterben, wenn sie im Leben das Loslassen schon geübt haben. In der Verkündigung der Botschaft Jesu heißt es: „Haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.“ Das ist für mich keine Angstmache, sondern die Aufforderung, das Leben im Bewusstsein des Endes zu leben. Es geht darum, die Dinge in ihrer Vergänglichkeit zu sehen. Im Tod wird uns vor Augen geführt, dass nicht alles in unserer Hand ist.

In unserer Bruderschaft versuchen wir, niemand allein sterben zu lassen. Es ist immer jemand da, auch die ganze Nacht durch. Das wünsche ich mir auch für mein eigenes Sterben. Und dass ich mit meiner Geschichte und allen Menschen versöhnt bin. Ich möchte nicht im Gram über die Realitäten meines Lebens sterben. Ich möchte frei von Schmerzen sein und auch, dass meine neun Geschwister Anteil haben können. Meine Familie ist mir im Leben wichtig und auch im Sterben.

Pater Josef Denkmayr SVD
Quelle: Leben jetzt. Das Magazin der Steyler Missionare, www.lebenjetzt.eu, In: Pfarrbriefservice.de

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Das Schwerpunktthema für September/Oktober 2026

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Text: Pater Josef Denkmayr SVD, Quelle: Leben jetzt. Das Magazin der Steyler Missionare, www.lebenjetzt.eu
In: Pfarrbriefservice.de

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