Bausteine für eine klimabewusste Ernährung

Ohne irgendeine Investition tätigen zu müssen, kann man mit dem Klimaschutz in der Küche schon morgen anfangen. Der VerbraucherService Bayern im Katholischen Deutschen Frauenbund hat folgende Bausteine für eine klimabewusste Ernährung zusammengestellt:

Viel pflanzliche - wenig tierische Nahrungsmittel

Die Klimabelastung durch Rindfleisch und stark fetthaltige Milchprodukte ist besonders groß. Insgesamt werden durch Viehhaltung 18 Prozent aller Treibhausgase weltweit verursacht. Daher ist es besonders bedeutsam, den Anteil tierischer Lebensmittel beim Essen zu reduzieren. Stellen Sie sich der Herausforderung, Ihre Mahlzeiten umzugestalten. Verwenden Sie nach Herzenslust die ganze Vielfalt an Getreideprodukten, Gemüse und Obst. Werden Sie kreativ, probieren Sie neue Rezepte aus. Sie werden sehen, es schmeckt gut und gesünder ist es obendrein.

Mehr Bio-Lebensmittel in den Einkaufskorb

Die biologische Landwirtschaft verbraucht im Vergleich zur konventionellen deutlich weniger Energie und bindet durch den Humusaufbau Kohlendioxid aus der Luft im Boden. Dadurch liefert sie einen direkten Beitrag zum Klimaschutz. Außerdem schützt die Biolandwirtschaft die Gewässer, sorgt für mehr Arbeitsplätze und ein vielfältigeres Landschaftsbild. Bio-Lebensmittel werden streng kontrolliert und sind weniger mit Nitrat- und Pestizidrückständen belastet.
Mittlerweile können Sie Bio-Lebensmittel - außer in Bioläden und auf Wochenmärkten - auch im Supermarkt einkaufen (achten Sie dabei auf die Bio-Kennzeichnungen!).

Auf die Herkunft achten

Durch den Transport von Lebensmitteln vom Erzeugungsort zum Verbraucher werden große Mengen an Treibhausgasen freigesetzt. Besonders klimaschädlich ist das Einfliegen von Lebensmitteln. Lassen Sie Flugware also konsequent links liegen. Schauen Sie nach Lebensmitteln aus Ihrer Region. So unterstützen Sie die Landwirtschaft und Händler von nebenan. Wenn Sie Importwaren aus Entwicklungsländern kaufen, wählen Sie Produkte aus fairem Handel. Diese haben zwar auch Transporte hinter sich, unterstützen aber durch faire Entlohnung die Kleinbauern, die bereits heute mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen haben.

Saisonale Abwechslung genießen

Die Erzeugung von Obst und Gemüse in beheizten Treibhäusern oder in Folientunneln ist sehr klimabelastend. Orientieren Sie sich daher an einem Saisonkalender und wählen Sie Ihre Lebensmittel nach dem jahreszeitlichen Angebot aus. Das hat gleich mehrere Vorteile: Ausgereifte Früchte enthalten mehr gesunde Nährstoffe, entfalten ihr volles Aroma und sind häufig preiswerter als Treibhaus- oder Importware. Entdecken Sie das Gefühl der Vorfreude auf die Saison wieder und bringen Sie mit jahreszeitgemäßem Obst und Gemüse Abwechslung in Ihre Küche.

Frische Zutaten statt Fertig- und Tiefkühlprodukte

Viele Verarbeitungsschritte in der Lebensmittelindustrie (Tiefkühlen, Lagerung in Kühlhäusern, Erhitzen) sind äußerst energieaufwendig und verursachen Treibhausgase. Durch den Einkauf frischer Zutaten, den Verzicht auf Fertiggerichte und die eigene Zubereitung der Lebensmittel können Sie diesen Treibhausgas-Ausstoß reduzieren.

Wenn Sie gerne kochen: Geben Sie Ihre Fähigkeiten weiter und zeigen Sie anderen, wie Sie ohne Fertigprodukte preiswert, schnell, gesund und klimabewusst kochen. Viele VerbraucherInnen wissen heute schon nicht mehr, wie sie frische Lebensmittel zubereiten können.

Umweltfreundlich verpackte Ware bevorzugen

Jede Verpackung verursacht bei ihrer Herstellung, Nutzung und Entsorgung Treibhausgase. Kaufen Sie daher, wenn möglich, lose Ware. Allerdings sind viele Lebensmittel, vor allem weiterverarbeitete Produkte und Getränke, nicht ohne Verpackung erhältlich. Achten Sie bei verpackten Nahrungsmitteln auf die verwendeten Rohstoffe, bevorzugen Sie kompostierbare und Mehrwegverpackungen. Falls Sie Einweg-Verpackungen nicht vermeiden können, verbessern Sie die Klimabilanz durch Wiederverwertung, und nutzen Sie die verschiedenen Sammelstellen.

Nahrungsmittelabfall vermeiden

Lebensmittel, die weggeworfen werden, haben die schlechteste Klimabilanz – aber leider landet in deutschen Haushalten eine riesige Menge von Nahrungsmitteln im Müll.
Kaufen Sie also nur, was Sie wirklich brauchen. Und vor allem: Werden Sie kreativ im Umgang mit Resten. Lagern Sie Ihre Lebensmittel dem Produkt entsprechend, um schnelles Verderben zu vermeiden. Sie können sich auch ehrenamtlich bei Ihrer örtlichen Tafel engagieren oder dafür sorgen, dass Ihr Bäcker oder Gemüsehändler seine unverkaufte Ware dorthin weitergibt.

Lebensmittel energiesparend lagern und zubereiten

Je mehr Energie Sie in Ihrem Haushalt einsparen, umso besser fürs Klima. Gewohnheiten und Routinehandgriffe im Haushalt zu überdenken, lohnt sich nicht nur für den Klimaschutz, sondern auch für Ihre persönliche Haushaltskasse. Besonders empfehlenswert ist der Umstieg auf energieeffiziente Kühl- und Tiefkühlgeräte. Allerdings ist ein energiesparendes Verhalten in der Küche mindestens genauso wichtig. Beispielsweise sparen Sie jede Menge Treibhausgase, wenn Sie das Wasser zum Kochen der Nudeln im Wasserkocher statt auf der Herdplatte erhitzen. Für den Klimaschutz besonders zu empfehlen ist auch der bequeme Wechsel zum Öko-Stromanbieter.

Klimabewusst zum Einkauf

Ein kalter Automotor braucht jede Menge Benzin. Damit sind es gerade die kurzen Strecken vor Ort, die sehr viele Treibhausgase verursachen. Erledigen Sie daher den Einkauf, wenn möglich, zu Fuß, mit dem Rad (evtl. mit Hilfsmotor) oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Das bringt Sie in Bewegung und hält Sie gesund. Wenn Sie für Ihre Einkäufe auf das Auto angewiesen sind, versuchen Sie, die Fahrten zu bündeln und mit anderen notwendigen Fahrten zu verbinden. Fahrgemeinschaften mit Freunden oder Nachbarn machen den Einkauf zum Ausflug. Vielleicht gibt es auch die Möglichkeit, sich Obst und Gemüse direkt ab Hof liefern zu lassen, das erspart Ihnen sogar Zeit und Aufwand.

Weitere Informationen im Internet unter www.verbraucherfuersklima.de

aus: „fürs klima. unsere ernährung.“ VerbraucherService im Katholischen Deutschen Frauenbund, Bundesverband, Kaesenstr. 18, 50677 Köln, Büro München, Tel.: 089/51 51 87 43. www.verbraucherservice-bayern.de  

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Das Schwerpunktthema für August 2011

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Text: VerbraucherService im Katholischen Deutschen Frauenbund
In: Pfarrbriefservice.de