Andere Formen der Finanzierung für die Kirche

Insbesondere auf Grund von geschichtlichen Entwicklungen sowie des jeweiligen Verhältnisses von Staat und Kirche haben sich unterschiedliche Formen der Kirchenfinanzierung entwickelt:

1. Staatliche Finanzierung (z. B. Belgien, Griechenland, Norwegen)

In Griechenland ist die orthodoxe Kirche Staatskirche, ebenso die evangelisch-lutherische Kirche in Norwegen. Durch eine vollständige und direkte Subventionierung durch den Staat kann eine Abhängigkeit der Kirche vom Staat entstehen.

2. Finanzierung durch die Mitglieder

a) Kirchensteuer (Deutschland, Schweiz, Skandinavien)

Nicht nur in Deutschland wird die Kirchensteuer als Finanzierungsbeitrag von den Kirchenmitgliedern erhoben. Auch in der überwiegenden Zahl der Schweizer Kantone sowie in Ländern Skandinaviens werden die Kirchen durch ein Kirchensteuersystem finanziert.

b) Spenden und Kollekten (z. B. USA, Frankreich, Niederlande)

Kennzeichen sind hier die Freiwilligkeit in Bezug auf Höhe und auch die Zweckbestimmung der Zuwendungen für bestimmte Aufgaben und Projekte. Es besteht jedoch die Gefahr, dass die Kirche in eine Abhängigkeit einiger weniger zahlungskräftiger Mitglieder gerät. Auch ist eine kontinuierliche und kalkulierbare Beitragsleistung für die Erfüllung rechtlicher Verpflichtungen der vielfältigen kirchlich-karitativen Dienste (Kindergärten, Krankenhäuser, Schulen u. a.) nicht gewährleistet.

3. Mandats- und Kultussteuer (Italien, Spanien)

Hier können die Steuerpflichtigen festlegen, ob ein bestimmter Teil ihres Einkommens der Kirche zufließen oder dem Staat für soziale Zwecke zur Verfügung stehen soll. Es besteht kein unmittelbarer Zusammenhang zwischen der Kirchenmitgliedschaft und der generellen Mandats- bzw. Kultussteuerpflicht. Insofern ist auf eine fehlende Gleichbehandlung der Kirchenmitglieder hinzuweisen.

Quelle: Kirchensteuer kompakt. Eine Information des Erzbistums Paderborn. Januar 2011. Erzbischöfliches Generalvikariat, Presse- und Informationsstelle, www.erzbistum-paderborn.de  

Verknüpft mit:
Das Schwerpunktthema für Mai 2011

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Text: Erzbistum Paderborn
In: Pfarrbriefservice.de