Abkürzungen in der Gottesdienstordnung

Stefan Schneider
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Abkürzungen müssen erklärt werden.

Auch ein Theologe staunt und grübelt ab und an, wenn er in Gottesdienstordnungen blättert. Da ist die Rede von SWA (Sechswochenamt), bvdN (bestellt von der Nachbarschaft) und STM (Stiftungsmesse), von LuV (Lebende und Verstorbene) oder schlicht von + (Verstorbener). Da tröstet es wenig, dass auch die protestantischen Kollegen mit AoA (Abendmahl ohne Alkohol) und Ws (Wochenschlussandacht) weitere Varianten einbringen. Deutschland liebt seine Abkürzungen.

Was ist, aus Sicht des Lesers, für eine Gottesdienstordnung sinnvoll und leserfreundlich? Aus der Sicht des Journalisten ist das ein Dilemma, denn dort gibt es zwei eherne Prinzipen, die sich mit Blick auf die Gottesdienstordnung in die Quere kommen:

  • Meide jede Abkürzung, denn sie erzwingt beim Leser einen zusätzlichen Gedankenschritt. Um es etwas provokant zu formulieren: Je mehr ich beim Lesen denken muss, umso höher ist die Versuchung abzubrechen.
  • Meide jede Wiederholung. Folgt ein Leser dem Text Zeile für Zeile und findet er dabei dieselben Formulierungen, verliert er leicht die Orientierung und muss neu ansetzen – oder aber, er bricht den Versuch ab.

Oft ist der Grund für die Verwendung einer Abkürzung nicht auf der Seite der Leser, sondern der Schreiber zu finden. LuV ist schlicht kürzer als „Lebende und Verstorbene“. Und wer schon mal versucht hat, zu den Hochfesten die Gottesdienste eines Wochenendes auf eine DIN A 5-Seite zu pressen, weiß, dass jeder Buchstabe zählt. Zudem, das mag ein zweiter Grund für Abkürzungen sein, verschwinden die Namen, um die es doch eigentlich geht, zwischen den Wortungetümen. Abkürzungen, gerade weil man sie „überliest“, scheinen den Blick eben auf diese Namen zu öffnen. Einen dritten Grund mag es geben, den wohl keiner gerne zugibt: Spätestens beim dritten getippten „bestellt vom Kirchenchor“ fängt es an zu nerven…

Auf der anderen Seite sind viele komplizierte Abkürzungen nur für regelmäßige Leser (oder Gottesdienstbesucher) übersetzbar. Alle anderen fangen an zu raten. Wenn aber der Pfarrbrief und die Gottesdienstordnung ein Beispiel dafür sein soll, wie ich in meiner Pfarrei Kommunikation und menschliches Miteinander verstanden haben möchte, dann doch sicher nicht als ein „Hier die Kerngemeinde, die es kapiert“ und dort „Der Rest, der es eh nicht versteht“. Auch ein Fremder sollte sich orientieren können.

Tipps

  • So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Wenn eine Formulierung in drei oder vier Wochen nur zwei- oder dreimal vorkommt, dann darf man sie nicht abkürzen, auch wenn sie lange und umständlich erscheint. Für die „Eheleute“ oder „Verstorbenen“ kann man indes eine Abkürzung nehmen (wobei ein simples + schon wieder problematisch ist, da man bei mehreren Verstorbenen auch mehrere „+s“ machen müsste. Mögliche Alternativen sind: „Verst.“ oder – schlicht – ganz weglassen und nur den oder die Namen schreiben).
  • Sollten weitere Abkürzungen (etwa für die Ortsteile) dazu kommen, ist eine kleine Legende sinnvoll, die die Abkürzungen erklärt.
  • Normale deutsche Worte jenseits von festen Formulierungen und Floskeln sollten für Abkürzungen Tabu sein. Ein „und“ oder ein „der“ kann man ausschreiben, ohne dass es die Seite sprengt.
  • Wenn man sich dann auf (wenige) Abkürzungen festgelegt hat, dann sollte man diese konstant verwenden und nicht noch innerhalb der Abkürzungen variieren.
Geschrieben von: 

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