Zwischen Vielfalt, Offenheit und Bedrohung: Jüdisches Leben in Deutschland

Das Schwerpunktthema für September 2020

am 05/28/2020 - 04:00  

Es gibt ein Wort, das in den meisten Berichten über gegenwärtiges jüdisches Leben in Deutschland vorkommt. Es ist das Wort „Vielfalt“ und meint: Es ist falsch, von „den Juden“ als einer homogenen Gruppe zu sprechen. Stattdessen gibt es viele verschiedene Lebensentwürfe, wie bei den Christen und anderen gesellschaftlichen Gruppen in Deutschland eben auch. Entsprechend vielfältig sind die Beiträge dieses Schwerpunktthemas. Sie stammen überwiegend von jüdischen Menschen selbst, die Einblicke geben in ihr Leben und ihre Erfahrungen.

Bei aller Vielfalt haben die Jüdinnen und Juden in Deutschland dennoch eines gemeinsam, und das ist wirklich beschämend: Sie müssen sich mit antisemitischen Äußerungen, in Wort und Tat, auseinandersetzen. Und das 75 Jahre nach der Shoa, der fast vollständigen Vernichtung jüdischen Lebens in Europa. So spielt der Antisemitismus auch in den Beiträgen dieses Schwerpunktthemas eine große Rolle.

Nutzen Sie die hier zur Verfügung gestellten Materialien für Ihre Leserinnen und Leser, um ihnen vom jüdischen Leben in Deutschland zu erzählen.

Bilder

50 Jahre Gesprächskreis „Juden und Christen“

von

Marc Witzenbacher, www.magnificat.de

Der Gesprächskreis „Juden und Christen“, dem jüdische und katholische Mitglieder angehören, wurde im Mai 1971 vom Präsidium des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) ins Leben gerufen.

Zahlreiche Veranstaltungen wollen jüdisches Leben sichtbar machen

von

Elfriede Klauer

2021 wird ein besonderes Festjahr: Zahlreiche Veranstaltungen wollen im Laufe des Jahres darauf aufmerksam machen, dass es jüdisches Leben in Deutschland bereits seit 1.700 Jahren gibt.

Nach jüdischer Zeitrechnung beginnt am 19. September 2020 ein neues Jahr

von

Marc Witzenbacher, www.magnificat.de

Am 19. September 2020 beginnt nach jüdischer Zeitrechnung das Jahr 5781. Als Beginn zählt die Erschaffung der Welt, die nach jüdischer Tradition auf das Jahr 3760 vor Christus datiert wird.

Dennis Khavkin besucht Schulklassen im Rahmen des Projekts „Meet a Jew“ – Ein Interview

von

Elfriede Klauer

„Mir ist es lieber, die Menschen fragen, was sie wissen wollen. Nur so können Vorurteile abgebaut werden“, sagt Dennis Khavkin (geb. 1996). Er lebt in Nordrhein-Westfalen, studiert Wirtschaftswissenschaften und ist Jude.

Warum sie wahr sind

von

Lena Gorelik, mit freundlicher Genehmigung des Verlags aus: Lena Gorelik: Lieber Mischa, ... Du bist ein Jude. List Taschenbuch, 3. Auflage 2016.

1. Juden haben Hakennasen

Das Projekt „Meet a Jew“ ermöglicht Begegnung von Juden und Nicht-Juden

von

Pressemitteilung

Das aktuelle jüdische Leben in Deutschland aus erster Hand kennenzulernen, das ist die Idee hinter „Meet a Jew“.

von

Amadeu Antonio Stiftung

Für Jüd*innen äußert sich Antisemitismus sehr unterschiedlich.

von

Amadeu Antonio Stiftung

Als ein Junge seinen Schulkameraden erzählt, dass er Jude ist, kündigen sie ihm die Freundschaft und beleidigen ihn. Eine jüdische Grundschülerin wird von Mitschüler*innen mit dem Tode bedroht.

von

Elfriede Klauer

Es ist ein Kochbuch und ein Geschichtenbuch, es vereint verschiedene Kulturen und Traditionen, es erinnert und führt zusammen und es gewährt Einblicke in die jüdische Esskultur: „Das Jüdische Kochbuch aus Hamburg“.

Zwischen Aufbruch in ein neues jüdisches Selbstbewusstsein und der Notwendigkeit geschützter Räume

von

Rebecca Seidler, Quelle: NDR Kultur

Um die Gegenwart zu verstehen, ist ein Blick in die Vergangenheit notwendig. Vor der Shoa stand jüdisches Leben in Deutschland in voller Blüte. So oder ähnlich klingen Formulierungen, die sich dem Judentum vor 1933 widmen.

von

Amadeu Antonio Stiftung

Wenn jemand sich antisemitisch äußert, ob im Internet, auf der Straße oder im Freundeskreis, macht klar, dass ihr das nicht gut findet und es nicht akzeptiert. Auch solltet ihr immer Personen unterstützen und verteidigen, die von Antisemitismus betroffen sind.

von

Menschen, die die Ruhe einer Kirche suchen, die in einen G’ttesdienst schlüpfen, unbeachtet, sich vielleicht in die hinterste Reihe setzen, zur Ruhe kommen und dann wieder hinausschlüpfen.

Ein Standpunkt

von

Elfriede Klauer

Bei der Beschäftigung mit der Frage, wie Juden heute in Deutschland leben, kommt man um die Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus nicht herum. Und das ist nicht etwa so, weil sich jüdische Menschen angeblich gerne in der Opferrolle gefallen.

von

Diverse Autoren / Wikipedia / CC-by-sa-3.0

Jüdinnen und Juden leben seit mehr als 1700 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Deutschland. Die jüdische Gemeinde der Stadt Köln gilt als die älteste in Mittel– und Nordeuropa. Am 11.

von

Gabriela Fenyes / Esther Domowitz

von Gabriela Fenyes, ein Rezept ihrer Freundin Esther Domowitz

Zutaten für ca. 15 Fischklößchen

verbinden und verbünden

von

Klaus Jäkel

… aus einer Wurzel zart — ist ein Ros entsprungen  
und hat ein Blümlein bracht …

von

Pfarrbriefservice.de

Antisemitismus, Judentum in Deutschland – das hört sich nach ernsten, gewichtigen Themen an. Nicht so bei der Schriftstellerin Lena Gorelik.

von

Verlagsmitteilung

Ihre Namen sagen heutigen Menschen wenig: Gustav Weil, Clara Immerwahr oder Hermann und Leonhard Tietz.

Juden gilt die Tora als Richtschnur Gottes für gelingendes Leben

von

Peter Weidemann

Das hebräische Wort Tora bedeutet Lehre, Weisung und Gesetz und bezeichnet die ersten fünf Bücher der hebräischen Bibel. Den gläubigen Juden gilt die Tora als Richtschnur Gottes für gelingendes Leben und darum als wichtigster Teil der Bibel. Die Tora zu leben bedeutet Freude, nicht Last.

Checkliste zur Reflexion der Erfahrung

von

Ursula Sieg

Seit einigen Jahrzehnten wird erforscht, wie wir die Begegnung mit Anderen und Fremdem in unser Weltbild integrieren.

Tipp für Pfarrbriefredaktionen

Gottesdienstordnung verweist auch auf Feste anderer Religionen

Die Gottesdienstordnung in den Pfarrverbandsnachrichten des Pfarrverbandes Höhenkirchen (Erzbistum München) listet nicht nur die eigenen Gottesdiensttermine und kirchlichen Veranstaltungen auf. Sie verweist auch auf Feiertage, die orthodoxe Christen, Juden und Muslime feiern. Manchmal sind die Feiertage näher erklärt. So steht z.B. für den Dienstag, 10. März 2020 das jüdische Purim-Fest in der Übersicht. In einem kleinen Info-Kasten wird zudem erklärt, was das Purim-Fest ist, nämlich: „Purim, im Februar oder März gefeiert, soll daran erinnern, wie das jüdische Volk in Persien aus großer Gefahr gerettet wurde, wie es im Buch Ester beschrieben ist. Wird die Geschichte in der Synagoge vorgelesen, dürfen die Gläubigen an bestimmten Stellen Lärm machen, die Kinder gehen verkleidet in die Synagoge. Zum Festessen gibt es dreieckige Teigtaschen, gefüllt mit Mohn, Honig, Nüssen und Marmelade.“

Die aktuellen Pfarrverbandsnachrichten kann man unter https://www.erzbistum-muenchen.de/pfarrei/pv-hoehenkirchen/aktuelles ansehen.

Eine Übersicht über die Fest- und Feiertage der Weltreligionen findet man z.B. unter https://www.sonntagsblatt.de/kalender-weltreligionen-2020.