Zeit – Nimm sie dir

Das Schwerpunktthema für Januar 2020

am 09/25/2019 - 04:00  

Ein gehetzter Blick auf die Uhr. Zum Bus rennen. Auf der Fahrt die neuesten Nachrichten checken. In der Arbeit von Meeting zu Meeting hasten. Nach Feierabend durch den Supermarkt sprinten. Parallel dazu telefonieren. Nach dem Abendessen fix die Yoga-Übungen machen, für einen gesunden Lebensstil. Danach schnell fünf Stunden Powernapping. Und am nächsten Morgen weiterrennen – im Hamsterrad. Ein Leben im Dauerlauf? Im Stress? Ohne Zeit?

Was ist mit der spontanen Tasse Kaffee mit einer Freundin? Was, mit dem langen, tiefgründigen Telefonat am Sonntagnachmittag mit einem alten Bekannten? Was, mit den ausgedehnten Spaziergängen ohne Ziel, einfach mal so?

Vielleicht ist der Jahreswechsel ein Anlass, kurz inne zu halten. Zu reflektieren. Sich bewusst zu machen, wie wertvoll Zeit ist. Sich zu überlegen, ob es Sinn macht, sie mit Terminen vollzustopfen? Oder, ob es sich lohnt, die Bremse zu ziehen, sich mehr Zeit zu nehmen, einen Neuanfang zu wagen oder für eine Weile auszusteigen.

Inspirationen zu diesem Thema finden Sie in diesem Schwerpunktthema. Wir haben für Sie bereitgestellt: Vielfältige Bilder. Nachdenkliche Texte zu Aufbruch, Anfang, Entscheidung. Interessante Interviews – zum Beispiel über Achtsamkeit im Alltag oder ein Jahr Auszeit. Tipps für eine digitale Fastenzeit. Oder Impulse für Pfarrbriefredaktionen, wie sie dieses Thema in ihrem Pfarrbrief umsetzen können.

    Bilder

    von Theologin und Achtsamkeitslehrerin Susanne Kienast

    von

    Andrea Wojtkowiak für den Sankt Michaelsbund

    1. Eine Mahlzeit am Tag ganz bewusst einnehmen
    Ein schneller Snack in der Mittagspause, das Frühstück isst man im Stehen oder auf dem Weg in die Arbeit. Erkennen Sie sich wieder?

    Ein Gespräch mit Monika Schmiderer über Digital Detox

    von

    Ronja Goj

    Beim Mittagessen liegt es auf dem Tisch. Unterwegs steckt es in der Hosentasche. Beim Joggen ist es um den Arm geschnallt. Das Smartphone. 24 Stunden, 7 Tage online. Was macht das mit den Menschen?

    von

    Verena Meurer, Werkbrief „Segen reich“ (S.62), Landesstelle der KLJB Bayern

    vor uns liegt eine schöne, gemeinsame Zeit.

    Gib uns, was wir nun brauchen,

    gib uns tolle Erlebnisse,

    gib uns die Gabe aufeinander zu hören

    und gut zusammenzuarbeiten,

    gib uns die Freude an dem, was wir gemeinsam tun,

    Ein Interview mit Sarah Backmund

    von

    Ronja Goj

    Ein Jahr aussteigen. Ein Jahr raus aus der Arbeit. Raus aus dem Alltag. Ein Jahr lang Zeit haben. Ein Jahr lang ein Sabbatjahr machen. Die 27-Jährige Sarah Backmund hat diesen Schritt gewagt. Gemeinsam mit ihrem Freund war sie 14 Monate auf Weltreise.

    Sarahs Tipps

    von

    Ronja Goj

    Ein Jahr aussteigen. Ein Jahr raus aus der Arbeit. Raus aus dem Alltag. Ein Jahr lang ein Sabbatjahr machen. Die 27-Jährige Sarah Backmund hat diesen Schritt gewagt. Gemeinsam mit ihrem Freund war sie 14 Monate auf Weltreise. Im Interview verrät sie ihre ganz persönlichen Tipps.

    Ein Interview mit Günter Hudasch

    von

    Ronja Goj

    Die Menschen dieser Zeit, sie scheinen gegeißelt von Stress, Hast, Eile. Bietet Achtsamkeit einen Ausweg aus diesem Hamsterrad?

    von

    Mirko Seidel, www.blicklicht-leben.de

    „Ich habe keine Zeit“ – wie oft haben Sie diesen Satz schon gesagt? Jemand möchte, dass Sie etwas für ihn erledigen oder möchte sich mit Ihnen verabreden. „Ich habe keine Zeit“ – so lautet oft die Antwort. Und Sie haben recht. Sie haben keine Zeit. Denn Zeit kann man nicht besitzen.

    von

    Gisela Baltes, www.impulstexte.de

    Offen bleiben, Neues wagen
    und nach Unbekanntem fragen.

    All die altvertrauten Sachen
    mal auf neue Weise machen.

    Augen auf, genau hinsehen,
    auch mal neue Wege gehen.

    Richtung ändern, Zickzack laufen
    und gemütlich dann verschnaufen.

    von

    Jörg Nottebaum, MISEREOR

    Mitten
    in meinem
    Da-musst-du-durch:

    finde
    ich dein
    Ich-bin-da.

    Jörg Nottebaum, MISEREOR, In: Pfarrbriefservice.de

    von

    Pascal Priesack, MISEREOR

    Warten. Überraschendes Warten oder unplanmäßiges Warten macht mich unruhig, ist verlorene Zeit:

    von Autorin Monika Schmiderer

    von

    Monika Schmiderer

    1. Smartphonebox nutzen:

    von

    Klaus Jäkel

    mit und ohne Uhr
    so kommt und geht sie
    seit Ur-Zeiten

    verweilt und eilt
    von Zeit zu Zeit

    für alles gibt es eine Zeit
    — eine Zeit zum Pflanzen
    und die Zeit zum Ernten
    — eine Zeit zum Leben
    und die Zeit zum Sterben

    von

    Ronja Goj

    Die Zeit. Sie ist kostbar. Wertvoll. Einzigartig. Unbegreiflich. Ein unglaubliches Geschenk. Jeder Mensch auf dieser Erde, jeder Mensch, der lebt bekommt sie. Einfach so. Ohne, dass er etwas leisten muss. Ohne, dass er sich beweisen muss. Unentgeltlich. Unverdient.

    Tipps für den Besuch bei sich selbst

    von

    Irmela Mies-Suermann

    Willst du dich selbst besuchen,
    so geh’ nicht fort zu Menschen und Aufgaben,
    zu Büchern und Musik,
    dazu sind andere Zeiten da.
    Richte all deine Sinne auf dich selbst,
    deinen Körper, die Seele, den Geist.
    Lass dir Zeit für dich selbst!

    Punkte setzen. Nicht Kommata.

    von

    Theresia Bongarth

    Irgendwann
    muss man sich
    entscheiden.

    Ein Ja
    durch
    ein Nein
    ersetzen.

    Ein Nein
    durch
    ein Ja.

    Punkte setzen.
    Nicht Kommata.

    Beenden,
    um neu
    beginnen
    zu können.

    von

    Klaus Jäkel

    nimm Neues
    in Blick

    zeige und bereite
    öffne und weite
    -  den Horizont

    wäge und wage   
    entfalte und gestalte
    -  Leben 

    in jedem Augenblick
    neu

    „Seht her,  
    ich mache … Neues“
    (Jes 43,19)

    von

    Meister Eckhart u.a.

    Wer begann, der hat schon halb vollendet.
    Horaz (65-8 v.Chr.), röm. Dichter

    Wer, wenn nicht wir? Wo, wenn nicht hier? Wann, wenn nicht jetzt?
    Jüd. Sprichwort

    Eine Ermutigung

    von

    Irmela Mies-Suermann

    Immer wieder müssen wir aufbrechen,
    müssen Abschied nehmen,
    Vertrautes hinter uns lassen.
    Wer nicht Hoffnung und Zuversicht hat,
    fürchtet den Aufbruch und seine Schmerzen,
    denn er bringt oft den Verlust lieber Beziehungen,

    von

    Klaus Jäkel

    sich
    einmal
    los lassen
    wie bei einem
    Sprung
    aus den Wolken
    fallen

    mit Wagnis
    ohne Waghalsigkeit
    mit Mut
    ohne Übermut
    mit Leichtigkeit
    ohne Leichtfertigkeit

    sich trauen
    sich etwas zutrauen

    Zurückblicken und bewusst neu beginnen

    von

    Katharina Wagner

    Viele Kalenderblätter
    abgerissen

    ein Tag nach dem anderen
    vergangen

    Am letzten
    innehalten und zurückblicken
    auf gute und schlechte Tage
    auf Gelingen und Versagen

    Dann - mit Gottvertrauen -
    das neue Jahr beginnen

    Gedanken zur Zeitumstellung

    von

    Katharina Wagner

    Die Zeit anhalten zu können,
    manchmal
    habe ich mir das sehnlichst gewünscht.

    Etwas mehr Zeit zu haben,
    oft
    hätte mir das gut getan.

    Fast reut es mich,
    die geschenkte Stunde
    jetzt
    nur zu verschlafen.

    von

    Bernhard Riedl

    Zeit haben bedeutet ...

    Wann ist Ihre Zeit knapp, wo fehlt sie Ihnen?

    In welchen Situationen können Sie mit Ihrer Zeit verschwenderisch umgehen?

    von

    Conrad M. Siegers

    Mein Terminkalender
    ist weg
    Schon lange
    war ich nicht mehr
    so glücklich
    wie heute

     

    Conrad M. Siegers
     

    Filmtipp des Kath. Filmwerks: „Speed - Auf der Suche nach der verlorenen Zeit"

    Wir sparen ständig Zeit. Trotzdem haben wir am Ende immer weniger davon. Warum eigentlich? Der Dokumentarfilm schafft eine nachdenkliche und dennoch sehr kurzweilige Auseinandersetzung mit einem wichtigen Thema und regt dadurch zum Weiterdenken an (fbw).

    Deutschland, 2011, 97 Minuten
    Ein Film von Florian Opitz
    Produktion: DREAMER Joint Venture Filmproduktion GmbH, WDR; Arte; BR
    empfohlen ab 12 Jahren, FSK 6

    Erhältlich ist die DVD des Films unter https://lizenzshop.filmwerk.de/shop/detail.cfm?id=2033 oder in Ihrer Medienzentrale.

    Filmtipp des Kath. Filmwerks: Kinderfilm „Doktor Proktors Zeitbadewanne“

    Als Lise und Bulle eine außergewöhnliche Postkarte erhalten, abgeschickt 1969 in Paris, ist schnell klar, dass ihr bester Freund, der sympathisch verrückte Erfinder Doktor Proktor, dort in Schwierigkeiten steckt. Um ins Paris der Vergangenheit zu gelangen, kommt ihnen die jüngste Erfindung des Doktors gerade recht: die Zeitbadewanne. Einfach die Zeitseife ordentlich im Wasser schäumen lassen, untertauchen, an das gewünschte Ziel denken und - wusch! Doch das ist nicht ganz so einfach, wie gedacht. Und so befinden sich Lise und Bulle bald auf einer unglaublichen Reise durch Raum und Zeit…

    Norwegen, Deutschland , 2016, 92 Minuten
    Ein Film von Arild Fröhlich
    Produktion: Maipo Film AS (NO)
    empfohlen ab 8 Jahren, FSK 6

    Erhältlich ist die DVD des Films unter https://lizenzshop.filmwerk.de/shop/detail.cfm?id=2515 oder in Ihrer Medienzentrale.

    Film-Tipp: Die erschöpfte Gesellschaft

    Eine Gesellschaft, deren Menschen in einer Zeit der ständigen Verfügbarkeit leben, des dauerhaften Onlineseins. In einer Zeit des Höher-Schneller-Weiter, des Leistungsdrucks, der ständigen Optimierung. Des Zeitsparens, Zeitdrucks, Zeitstress. Welche Rolle spielt in dieser Welt die Entschleunigung? Eine 45-minütige Dokumentation von 3sat. Zu Wort kommen unter anderem: Hartmut Rosa, Soziologe und wissenschaftliche Autorität im Bereich Beschleunigung und Zeitfragen. Jan Fabre, der Künstler, der nicht schlafen kann. Entschleunigungs-Forscherin Laura Roschwitz und MBSR-Trainer Bob Stahl. https://www.3sat.de/gesellschaft/politik-und-gesellschaft/die-erschoepfte-gesellschaft-100.html

    Tipps für Pfarrbriefredaktionen

    Neuigkeiten in der Pfarreiengemeinschaft

    Neu anfangen. Sich verändern. Aufbrechen. In ein neues Jahr. Nehmen Sie den Jahreswechsel zum Anlass, um auf Neuigkeiten in Ihrer Pfarreiengemeinschaft hinzuweisen.

    Vielleicht gibt es neue Aktionen?

    • ein Kirchenkino
    • ein Repair Café
    • ein Sommerfest für Flüchtlinge

    Oder neue Termine, die schon feststehen?

    • für die Wallfahrt
    • für das Pfarrfest
    • für das Weihnachtskonzert

    Oder neue Gruppen, die entstehen?

    • eine Krabbelgruppe
    • ein Jugendtreff
    • eine Lesegruppe

    Denken Sie sich für all diese Neuigkeiten eine knackige, frische, packende Überschrift aus. Und notieren Sie ein paar Stichpunkte darunter. Wichtig ist dabei, dass Sie die W-Fragen beantworten.

    Beispielsweise:

    • Wann startet das neue Kirchenkino?
    • Wie oft wird es stattfinden?
    • Wo findet es statt?
    • Welcher Film wird gezeigt?
    • Um wie viel Uhr geht es los?
    • Was kostet der Eintritt?
    • Muss man Karten reservieren und wenn ja wo?
    • Wer organisiert das Kino und steht für Rückfragen bereit?

    Das Layout 

    All diese Neuigkeiten können Sie auf „Notizzettel“ schreiben. Vorlagen finden Sie beispielsweise auf Pfarrbriefservice.de unter den folgenden Links: Notizzettel und Terminzettel. Diese Notizzettel können Sie auf einer Doppelseite in Ihrem Pfarrbrief verteilen und so gestalten, als würde es sich hierbei um eine Pinnwand handeln. Wenn Sie sich eine etwas modernere Gestaltung wünschen, können Sie die Neuigkeiten auch mit einem #-Zeichen versehen und Ihre Pfarrbriefseite im Stil der neuen Medien gestalten.

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