Gemeinsame Suche nach dem Platz im Leben: Das Augsburger „Basical“ ist Vorzeigeprojekt für die Jugendsynode

Simone Zwikirsch
Christliches Orientierungsjahr Basical

© Veronika Marton

Der vierte Basical-Jahrgang.

Hannah und Simone treffen sich auf dem Gang zwischen ihren Zimmern und der kleinen Hauskapelle. Noch fünf Minuten, bis der Abendgottesdienst beginnt. Leise stimmt Hannah einen Taizé-Gesang an. Simone setzt sofort mit einer zweiten Stimme ein. „Die freien Minuten bis zur Messe wollen ja sinnvoll genutzt sein“, stellt sie lachend fest. Dann betritt sie schweigend die kleine Kapelle. 

Hannah ist erst vor wenigen Tagen in die Basical-WG eingezogen. Eigentlich wollte die Französin ein Jahr Freiwilligendienst in Landsberg machen, ihr Deutsch verbessern. Doch dann ist alles anders gekommen. „Sie stand plötzlich mit gepackten Koffern vor unserer Tür, weil sie in Landsberg nicht mehr zurechtgekommen ist und vom Basical gehört hatte“, erinnert sich Diözesanjugendpfarrer und Basical-Seelsorger Dr. Florian Markter an die Situation. Er besprach sich mit den anderen acht Jugendlichen der Wohngruppe und über Nacht wurde Hannah Teil des vierten Basical-Jahrgangs. Wie selbstverständlich die Jugendlichen den Neuzugang aufgenommen haben, zeige den Geist der Basical-WG, erklärt Markter. „Die jungen Leute leben hier Tür an Tür mit Jesus und erlernen einen achtsamen Umgang miteinander.“ Die Jungs und Mädchen im Basical haben vor kurzem die Schule oder Ausbildung beendet. 

Nun suchen sie hier gemeinsam nach ihrem Platz im Leben. Dabei spielt der Glaube eine sehr wichtige Rolle. Der Alltag in der WG ist geprägt durch drei gemeinsame Gebetszeiten: morgens, mittags und abends. Jeden Vormittag finden Seminare mit theologischen Inhalten oder zur Berufsorientierung statt. Nachmittags gibt es verschiedene Freizeitaktivitäten zur Auswahl. 

Das Augsburger Pionierprojekt könnte jetzt auch den Weg zu Papst Franziskus finden. „Es wäre natürlich toll, wenn unsere Jugendlichen zur Synode fahren und unser Projekt in Rom präsentieren dürfen“, hofft Florian Markter. Gleichzeitig zeigt sich der Diözesanjugendpfarrer aber bescheiden. „Es ist zwar eine große Ehre, im Antwortschreiben erwähnt zu werden. Aber das ändert nichts an unserer Arbeit hier!“ 

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