Religiöses Buch des Monats Juli 2015

Sankt Michaelsbund
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Romero, Oscar A.: Nicht schweigen (Buchcover)

© camino

Am 23. Mai wurde in San Salvador der 1980 ermordete Erzbischof Oscar Arnulfo Romero seliggesprochen. Viele vermuteten, der lateinamerikanische Papst Franziskus sei für den positiven Abschluss des Seligsprechungsprozesses maßgeblich gewesen, doch schon Papst Benedikt XVI. hatte 2007 erklärt, Romero verdiene die Seligsprechung. Mit dem Urteil der theologischen Kommission steht nun fest, dass Erzbischof Romero den Märtyrertod starb, er wurde ermordet, weil er öffentlich die Liebe Christi zu den Armen verteidigte, so wie sie in der Soziallehre der Kirche zum Ausdruck kommt.

Wie als Christ unter Gewalt und Ausbeutung leben?

Diesen untrennbaren Zusammenhang zwischen Romeros öffentlichem Eintreten für die Armen und seinem tiefen christlichen Glauben nachzuweisen, ist seit dem Tod des Erzbischofs das Anliegen seines damaligen Sekretärs Jesus Delgado, und auch dessen Buch mit zusammengestellten Auszügen aus Oscar Romeros privater Korrespondenz verfolgt zu einem Gutteil diesen Zweck. Delgado teilt die Texte in zwei Kategorien ein, zunächst „Gedanken“, dann als zweiten Teil „Ratschläge“. Die „Gedanken“ zu Themen wie Kirche, priesterlicher Dienst, Kreuz und Leid, Bekehrung oder Gebet stellen sich natürlich aufgrund der damaligen politisch-gesellschaftlichen Realität immer auch die Frage: Wie kann, wie muss ein Christ in einer solchen Umgebung der Unterdrückung, Gewalt und Ausbeutung leben? „Das ist die Situation, in der mir die Aufgabe zugefallen ist, mit dem Wort Gottes zu handeln“, ist Erzbischof Romero überzeugt. „Wir bemühen uns angesichts der konkreten Realität, in der wir leben, um eine Haltung, die dem Evangelium entspricht. Das ist von vielen, die sich noch nicht um ihre Brüder und Schwestern sorgen, falsch verstanden worden. Beten wir für sie, dass der Herr ihre Herzen berühren möge, und versuchen wir gegenüber allen Menschen das Reich Gottes schon in dieser Welt zu leben.“ Besser als mit seinen eigenen Worten kann man die Motive und das Lebenszeugnis des salvadorianischen Märtyrers nicht zusammenfassen.

Weitsichtig und verständnisvoll

Zeigen die „Gedanken“ einen klugen, weitsichtigen und seiner Sendung absolut treuen Bischof, erweisen die anschließenden „Ratschläge“ ihn als einen gütigen, verständnisvollen und auf das Wohl aller Menschen bedachten Seelsorger. In allen oft wirklich sehr konkreten Ratschlägen für problematische Lebenssituationen versucht er immer wieder, in erster Linie darauf hinzuweisen, wie sehr Gott uns Menschen liebt und dass im Vertrauen darauf sich auch schwierige und leidvolle Situationen mit Zuversicht durchstehen lassen. Nach einigen Seiten mit zusammengestellten Briefzitaten Romeros gibt es jeweils einen Kommentar von Jesus Delgado, der das Gesagte in den Kontext einordnet und erklärt. Delgado ist dabei um Sachlichkeit und Genauigkeit bemüht, will er doch nachweisen, dass es Oscar Romero nicht um Politik, sondern um das Evangelium Christi zu tun war; gleichzeitig verbirgt Delgado nicht seine Zuneigung und Verehrung für den ermordeten Erzbischof, dessen Gläubigkeit und Heiligkeit er als leuchtendes Beispiel für möglichst viele Menschen sichtbar werden lassen möchte. Nach der Lektüre dieser eindrucksvollen Texte kann man das nur allzu gut verstehen. (Sankt Michaelsbund)

Romero, Oscar A.: Nicht schweigen. Verlag Katholisches Bibelwerk (Camino), 2015. – 175 S.; 18 €

(Als „Religiöses Buch des Monats“ benennen der Borromäusverein, Bonn, und der Sankt Michaelsbund, München, monatlich eine religiöse Literaturempfehlung, die inhaltlich-literarisch orientiert ist und auf den wachsenden Sinnhunger unserer Zeit antwortet.)

Ab sofort ist bei Angabe der Quelle der freie Abdruck des Textes erlaubt.

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Religiöser Buchtipp für Juli 2015

von Sankt Michaelsbund
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Am 23. Mai wurde in San Salvador der 1980 ermordete Erzbischof Oscar Arnulfo Romero seliggesprochen. Viele vermuteten, der lateinamerikanische Papst Franziskus sei für den positiven Abschluss des Seligsprechungsprozesses maßgeblich gewesen, doch schon Papst Benedikt XVI. hatte 2007 erklärt, Romero verdiene die Seligsprechung. Mit dem Urteil der theologischen Kommission steht nun fest, dass Erzbischof Romero den Märtyrertod starb, er wurde ermordet, weil er öffentlich die Liebe Christi zu den Armen verteidigte, so wie sie in der Soziallehre der Kirche zum Ausdruck kommt.

Wie als Christ unter Gewalt und Ausbeutung leben?

Diesen untrennbaren Zusammenhang zwischen Romeros öffentlichem Eintreten für die Armen und seinem tiefen christlichen Glauben nachzuweisen, ist seit dem Tod des Erzbischofs das Anliegen seines damaligen Sekretärs Jesus Delgado, und auch dessen Buch mit zusammengestellten Auszügen aus Oscar Romeros privater Korrespondenz verfolgt zu einem Gutteil diesen Zweck. Delgado teilt die Texte in zwei Kategorien ein, zunächst „Gedanken“, dann als zweiten Teil „Ratschläge“. Die „Gedanken“ zu Themen wie Kirche, priesterlicher Dienst, Kreuz und Leid, Bekehrung oder Gebet stellen sich natürlich aufgrund der damaligen politisch-gesellschaftlichen Realität immer auch die Frage: Wie kann, wie muss ein Christ in einer solchen Umgebung der Unterdrückung, Gewalt und Ausbeutung leben? „Das ist die Situation, in der mir die Aufgabe zugefallen ist, mit dem Wort Gottes zu handeln“, ist Erzbischof Romero überzeugt. „Wir bemühen uns angesichts der konkreten Realität, in der wir leben, um eine Haltung, die dem Evangelium entspricht. Das ist von vielen, die sich noch nicht um ihre Brüder und Schwestern sorgen, falsch verstanden worden. Beten wir für sie, dass der Herr ihre Herzen berühren möge, und versuchen wir gegenüber allen Menschen das Reich Gottes schon in dieser Welt zu leben.“ Besser als mit seinen eigenen Worten kann man die Motive und das Lebenszeugnis des salvadorianischen Märtyrers nicht zusammenfassen.

Weitsichtig und verständnisvoll

Zeigen die „Gedanken“ einen klugen, weitsichtigen und seiner Sendung absolut treuen Bischof, erweisen die anschließenden „Ratschläge“ ihn als einen gütigen, verständnisvollen und auf das Wohl aller Menschen bedachten Seelsorger. In allen oft wirklich sehr konkreten Ratschlägen für problematische Lebenssituationen versucht er immer wieder, in erster Linie darauf hinzuweisen, wie sehr Gott uns Menschen liebt und dass im Vertrauen darauf sich auch schwierige und leidvolle Situationen mit Zuversicht durchstehen lassen. Nach einigen Seiten mit zusammengestellten Briefzitaten Romeros gibt es jeweils einen Kommentar von Jesus Delgado, der das Gesagte in den Kontext einordnet und erklärt. Delgado ist dabei um Sachlichkeit und Genauigkeit bemüht, will er doch nachweisen, dass es Oscar Romero nicht um Politik, sondern um das Evangelium Christi zu tun war; gleichzeitig verbirgt Delgado nicht seine Zuneigung und Verehrung für den ermordeten Erzbischof, dessen Gläubigkeit und Heiligkeit er als leuchtendes Beispiel für möglichst viele Menschen sichtbar werden lassen möchte. Nach der Lektüre dieser eindrucksvollen Texte kann man das nur allzu gut verstehen. (Sankt Michaelsbund)

Romero, Oscar A.: Nicht schweigen. Verlag Katholisches Bibelwerk (Camino), 2015. – 175 S.; 18 €

(Als „Religiöses Buch des Monats“ benennen der Borromäusverein, Bonn, und der Sankt Michaelsbund, München, monatlich eine religiöse Literaturempfehlung, die inhaltlich-literarisch orientiert ist und auf den wachsenden Sinnhunger unserer Zeit antwortet.)

Ab sofort ist bei Angabe der Quelle der freie Abdruck des Textes erlaubt.

[Der Inhalt wurde aus der Datenbank entfernt.]

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Am 23. Mai wurde in San Salvador der 1980 ermordete Erzbischof Oscar Arnulfo Romero seliggesprochen. Viele vermuteten, der lateinamerikanische Papst Franziskus sei für den positiven Abschluss des Seligsprechungsprozesses maßgeblich gewesen, doch schon Papst Benedikt XVI. hatte 2007 erklärt, Romero verdiene die Seligsprechung. Mit dem Urteil der theologischen Kommission steht nun fest, dass Erzbischof Romero den Märtyrertod starb, er wurde ermordet, weil er öffentlich die Liebe Christi zu den Armen verteidigte, so wie sie in der Soziallehre der Kirche zum Ausdruck kommt.

Wie als Christ unter Gewalt und Ausbeutung leben?

Diesen untrennbaren Zusammenhang zwischen Romeros öffentlichem Eintreten für die Armen und seinem tiefen christlichen Glauben nachzuweisen, ist seit dem Tod des Erzbischofs das Anliegen seines damaligen Sekretärs Jesus Delgado, und auch dessen Buch mit zusammengestellten Auszügen aus Oscar Romeros privater Korrespondenz verfolgt zu einem Gutteil diesen Zweck. Delgado teilt die Texte in zwei Kategorien ein, zunächst „Gedanken“, dann als zweiten Teil „Ratschläge“. Die „Gedanken“ zu Themen wie Kirche, priesterlicher Dienst, Kreuz und Leid, Bekehrung oder Gebet stellen sich natürlich aufgrund der damaligen politisch-gesellschaftlichen Realität immer auch die Frage: Wie kann, wie muss ein Christ in einer solchen Umgebung der Unterdrückung, Gewalt und Ausbeutung leben? „Das ist die Situation, in der mir die Aufgabe zugefallen ist, mit dem Wort Gottes zu handeln“, ist Erzbischof Romero überzeugt. „Wir bemühen uns angesichts der konkreten Realität, in der wir leben, um eine Haltung, die dem Evangelium entspricht. Das ist von vielen, die sich noch nicht um ihre Brüder und Schwestern sorgen, falsch verstanden worden. Beten wir für sie, dass der Herr ihre Herzen berühren möge, und versuchen wir gegenüber allen Menschen das Reich Gottes schon in dieser Welt zu leben.“ Besser als mit seinen eigenen Worten kann man die Motive und das Lebenszeugnis des salvadorianischen Märtyrers nicht zusammenfassen.

Weitsichtig und verständnisvoll

Zeigen die „Gedanken“ einen klugen, weitsichtigen und seiner Sendung absolut treuen Bischof, erweisen die anschließenden „Ratschläge“ ihn als einen gütigen, verständnisvollen und auf das Wohl aller Menschen bedachten Seelsorger. In allen oft wirklich sehr konkreten Ratschlägen für problematische Lebenssituationen versucht er immer wieder, in erster Linie darauf hinzuweisen, wie sehr Gott uns Menschen liebt und dass im Vertrauen darauf sich auch schwierige und leidvolle Situationen mit Zuversicht durchstehen lassen. Nach einigen Seiten mit zusammengestellten Briefzitaten Romeros gibt es jeweils einen Kommentar von Jesus Delgado, der das Gesagte in den Kontext einordnet und erklärt. Delgado ist dabei um Sachlichkeit und Genauigkeit bemüht, will er doch nachweisen, dass es Oscar Romero nicht um Politik, sondern um das Evangelium Christi zu tun war; gleichzeitig verbirgt Delgado nicht seine Zuneigung und Verehrung für den ermordeten Erzbischof, dessen Gläubigkeit und Heiligkeit er als leuchtendes Beispiel für möglichst viele Menschen sichtbar werden lassen möchte. Nach der Lektüre dieser eindrucksvollen Texte kann man das nur allzu gut verstehen. (Sankt Michaelsbund)

Romero, Oscar A.: Nicht schweigen. Verlag Katholisches Bibelwerk (Camino), 2015. – 175 S.; 18 €

(Als „Religiöses Buch des Monats“ benennen der Borromäusverein, Bonn, und der Sankt Michaelsbund, München, monatlich eine religiöse Literaturempfehlung, die inhaltlich-literarisch orientiert ist und auf den wachsenden Sinnhunger unserer Zeit antwortet.)

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