Resilienz: Was macht uns stark?

Das Schwerpunktthema für Januar/Februar 2026

von Elfriede Klauer am 29.09.2025 - 10:05  

Kranich17 / Pixabay.com - Lizenz

Wohl jeder Mensch wünscht sich, innerlich stark genug zu sein, um Krisen zu meistern. Das moderne Stichwort dafür heißt Resilienz. Resilient zu sein gegen Herausforderungen aller Art, gilt als erstrebenswert. Viele Ratgeber und Trainings wollen zeigen, wie es gelingt, resilienter zu werden.

Resilienz ist ein Begriff aus der Werkstoffkunde. Er beschreibt, inwieweit ein Stoff, der äußeren Druck erfährt, wieder in seine Ausgangslage zurückkehrt. Damit liegt ein Grunddilemma von Resilienz auf dem Tisch: Geht es wirklich darum, eine Krise so zu überstehen, dass sich nichts verändert, also dass man in seine ursprüngliche „Form“ zurückfindet? Geht es darum, Leid möglichst abzuwehren? Oder könnte nicht stattdessen die Krise, der Tod, die Trennung, die erschreckende Diagnose, der drohende Zusammenbruch die Chance sein, damit anzufangen, anders auf bestimmte Dinge zu blicken, etwas in seinem Leben oder auch im gesellschaftlichen Zusammenleben zu verändern? Statt sich gegen Leid und Schmerz zu wappnen, müsste es nicht eher darum gehen, zu akzeptieren, dass es kein Leben ohne sie gibt? Und was ist es dann, das hilft, sich angesichts verlustreicher Erfahrungen weiterzuentwickeln, trotzdem lebendig zu bleiben?

Die Beiträge dieses Schwerpunktthemas sind unter anderem: Samuel Koch, der wohl bekannteste Rollstuhlfahrer Deutschlands, setzt sich in seinem Buch „StehaufMensch!“ und im Interview kritisch mit dem Konzept der Resilienz auseinander und erzählt, was ihm geholfen hat, nach seinem tragischen Unfall in einer „Wetten, dass…?“-Sendung den Mut nicht zu verlieren. Der Resilienzforscher und Sozialethiker Martin Schneider lenkt im Interview den Blick auf die christliche Vorstellung von Hoffnung und zeigt, wie sie die Debatte um Krisenbewältigung bereichern kann. Außerdem: Welche Rolle spielt Resilienz in der Bibel, warum machen die Krisengeschichten dort Hoffnung und wie ist es zu verstehen, wenn es im Alten Testament heißt: Alles hat seine Stunde? Wie man sich heilsam seinen Ängsten stellen kann, zeigt Xenia Frenkel in ihrem Beitrag: Klopfen gegen die Angst. Und in den „Tipps für Pfarrbriefredaktionen“ erfahren Sie, wie Sie das Schwerpunktthema mit Geschichten aus Ihren Pfarreien noch lesenswerter gestalten können.

    Bilder

    Tod

    Ein Interview mit dem Sozialethiker Martin Schneider

    von

    Elfriede Klauer

    Resilienz bedeutet nicht, unverwundbar zu sein. Davon ist der Resilienzforscher und Sozialethiker Martin Schneider überzeugt.

    Samuel Koch über Resilienz, Schmerz und Hoffnung – ein Interview

    von

    Elfriede Klauer

    Seit seinem Unfall bei „Wetten, dass..?“ im Jahr 2010 ist Samuel Koch vom Hals abwärts gelähmt – ein traumatisches Ereignis, das seine Träume und Zukunftspläne jäh beendete. Doch er lässt sich von den Verlusten und chronischen Schmerzen nicht unterkriegen.

    Resilienz in der Bibel gründet auf das Vertrauen in Gottes Treue

    von

    Christine Hober, Quelle: Krankenbrief 08/25, www.krankenbrief.de

    „Hallo meine Liebe, hier bin ich“, ruft eine fröhliche Stimme. Hilde steht beim Eiswagen an der Ecke. Wir kennen uns gefühlt eine Ewigkeit und sind seit vielen Jahren befreundet. „Wie schön, dass wir uns endlich wiedersehen!“, strahlt sie. Ich bewundere sie für ihre Lebensfreude.

    Kein Resilienzratgeber, aber ein Buch für tiefes, echtes Leben

    von

    Elfriede Klauer

    Wer könnte wohl besser ein Buch über Resilienz, also die innere Widerstandskraft, schreiben als Samuel Koch? Er bricht sich 2010 in einer Wetten, dass…?-Sendung viermal das Genick, als er mit Stelzen über fahrende Autos springt und dabei Saltos schlägt.

    Was bedeutet das, Pater Kreuzer?

    von

    Pater Michael Kreuzer, Quelle: Leben jetzt. Das Magazin der Steyler Missionare, www.lebenjetzt.eu

    Alles hat seine Stunde.
    Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit:
    eine Zeit zum Gebären und eine Zeit zum Sterben,
    eine Zeit zum Pflanzen und eine Zeit zum Ausreißen der Pflanzen;

    Krisengeschichten aus der Bibel – und wie sie uns Hoffnung geben

    von

    Xenia Frenkel, Quelle: Leben jetzt. Das Magazin der Steyler Missionare, www.lebenjetzt.eu

    Hiob, Noah, Moses, Daniel – die Bibel ist voller Erzählungen über existenzielle Krisen, die Hoffnung geben und dazu ermutigen, sich den eigenen Krisen zu stellen. Ein Streifzug durch biblische Krisengeschichten

    von

    Xenia Frenkel, Quelle: Leben jetzt. Das Magazin der Steyler Missionare, www.lebenjetzt.eu

    Ein Mittel, das kein Geld kostet, keine Nebenwirkungen hat und jederzeit anwendbar ist? Klingt beinah zu schön, um wahr zu sein? Ja, das habe ich auch gedacht. Doch bei mir funktioniert die Klopfakupressur wunderbar.

    von

    Anne-Sophie Dessouroux, Quelle: Leben jetzt. Das Magazin der Steyler Missionare, www.lebenjetzt.eu

    Die Enge aushalten,
    und zugleich fest dran glauben:
    Es wird nicht immer so bleiben.

    Anne-Sophie Dessouroux
    Quelle: Leben jetzt. Das Magazin der Steyler Missionare, www.lebenjetzt.eu, In: Pfarrbriefservice.de

    von

    Was nachhaltig Kraft gibt und immer wieder aufstehen lässt, muss zwangsläufig größer und wichtiger sein als ich selbst.
    Samuel Koch, https://samuel-koch.com/, In: Pfarrbriefservice.de

    von

    Peter Schott

    In mir 
    schnaubt ein Stier,
    klimpert ein Klavier,
    schreibt ein Papier.

    In mir 
    reist ein Passagier,
    steht ein Revier,
    startet ein Turnier.

    Tipps für Pfarrbriefredaktionen

    Was trägt in der Krise? Lebensbeispiele

    Was hat Menschen in Ihren Pfarreien geholfen, in schweren Zeiten wieder auf die Beine zu kommen? Wenn sie mit einem Schicksalsschlag klarkommen mussten, wenn die Lebensplanung schlagartig über den Haufen geworfen wurde, wenn die Beziehung in die Brüche ging, wenn ein lieber Mensch gestorben ist… Was hat ihnen geholfen, nicht zu verzweifeln? 
    Vielleicht finden sich Menschen, die bereit sind, über ihre Erfahrungen zu schreiben – um anderen Menschen in ähnlichen Situationen Mut zu machen …

    Menschen helfen Menschen

    Was Menschen in Krisen helfen kann, sind andere Menschen. Welche Hilfen bietet Ihre Pfarrei/Ihr Pastoraler Raum? Beschreiben Sie im Pfarrbrief, was das für Hilfen sind und an wen man sich wenden kann. Bitten Sie den Leiter/die Leiterin, zum Beispiel diese drei Fragen kurz zu beantworten:

    Unser Angebot in nur drei Worten: ...
    Dafür lohnt sich mein Einsatz: …
    Menschen, die neu zu uns kommen, ...

    Zeigen Sie die verantwortliche Person im Bild.

    Broschüre: „Leben mit Krebs – Wegbegleiter zu mehr Resilienz und Wohlbefinden“

    Menschen mit einer Krebserkrankung stehen nach der Diagnose, während der Therapien und häufig auch noch lange Zeit danach vor besonderen Herausforderungen. Als Wegbegleiter für diese schwierige Lebensphase hat die Frauenselbsthilfe Krebs (FSH) eine Broschüre herausgebracht, die insbesondere junge Betroffene dabei unterstützen soll, ihre psychische Widerstandskraft zu trainieren. Das Heft ist im Rahmen des dreijährigen Projekts „Resist Krebs“ für junge Menschen mit einer Krebserkrankung entstanden, das gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Resilienzforschung (LIR) durchgeführt und vom Bundesministerium Gesundheit finanziell gefördert wurde.

    In der Broschüre werden die verschiedenen Resilienzfaktoren vorgestellt und beschrieben, wie sie im Umgang mit künftigen herausfordernden Situationen unterstützen. Es werden Beispiele für die Umsetzung angeführt; Notizfelder laden dazu ein, das Gelesene auf die eigene Situation anzuwenden. Abgerundet wird das Heft durch Infokästen, die die Informationen und Impulse zusammenfassen.

    Die Broschüre „Leben mit Krebs – Wegbegleiter zu mehr Resilienz und Wohlbefinden“ kann kostenfrei bestellt oder heruntergeladen werden unter https://www.frauenselbsthilfe.de/aktuell/aktuelles/resilienz-broschuere…

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