Religiöser Buchtipp des Monats Juli 2020

Sankt Michaelsbund
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Religiöser Buchtipp für Juli 2020

© Kösel Verlag

Der religiöse Buchtipp für Juli 2020

Der Bedeutungsverlust der Religionen in der pluralen Gesellschaft ist nicht zuletzt auch dadurch bedingt, dass Freiheit und Religion von vielen Menschen heute geradezu als Gegensätze betrachtet werden. Der Münchner Erzbischof Reinhard Kardinal Marx sieht das jedoch ganz anders, wie schon sein Wahlspruch als Bischof zeigt: „Wo der Geist des Herrn wirkt, da ist Freiheit“ (2 Kor 3,17). Sein neues Buch widmet er nun genau diesem Thema, das gewissermaßen zu seinem Lebensthema geworden ist.

Glaube und Freiheit gehören zusammen

Kardinal Marx räumt freimütig ein, dass es auch innerhalb der Kirche eines langen Lernprozesses bedurfte und bedarf. Doch auch theologisch-systematische Überlegungen erweisen nach Kardinal Marx einen unabdingbaren Zusammenhang von Glaube und Freiheit. Zum einen folgt die Freiheit des Menschen alleine schon aus seiner Gottebenbildlichkeit: der freie Mensch als Bild des freien Schöpfergottes. Und zum anderen ist auch die Menschwerdung Gottes, seine Erlösungstat am Menschen nur als ein Freiheitsgeschehen vorstellbar. Wenn Gott Liebe ist, kann doch die Entscheidung des Menschen, diese Liebe anzunehmen und zu erwidern, nur in Freiheit erfolgen, ein bloßer Gehorsam aus Furcht vor Bestrafung ginge dagegen völlig am Eigentlichen vorbei. Echter Glaube setzt also Freiheit voraus, wie umgekehrt der Glaube die Freiheit nicht beschränkt, sondern sie im Gegenteil über den Tod hinaus in die Ewigkeit weitet.

Konsequenzen für Kirche und Gesellschaft

Gut das letzte Drittel des Buches widmet sich der Frage, wie das dem Glauben notwendigerweise innewohnende Streben nach Freiheit in der Kirche, aber auch (durch die Kirche) in der Gesellschaft ganz konkret umzusetzen sein müsste bzw. könnte. „Für mich geht es im Einsatz um die Freiheit für alle Menschen nicht zuerst um ein politisches Engagement, sondern um eine geistliche Erfahrung, um ein Eintreten in die Bewegung Gottes selbst, wie sie uns im Weg Jesu von Nazareth aufleuchtet ... Christ sein und für die Freiheit eintreten, das gehört zusammen“, schreibt Marx. Hier kommen zum einen die innerkirchlichen Reformdebatten, die zum Synodalen Weg geführt haben, zur Sprache, aber ebenso die großen Menschheitsprobleme wie Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit und bioethische Fragen. Bei aller Unsicherheit in der Entscheidungsfindung ist es für Kardinal Marx wegweisend, dass man an dem bleibenden Auftrag zur Freiheit festhält. Und dazu können gerade die prinzipiellen Ausführungen im ersten Teil seines Buches eine wertvolle Ermutigung sein. (Sankt Michaelsbund)

Reinhard Marx: Freiheit. München, Kösel Verlag, 2020. 176 S.; 18,00 €

(Als „Religiöses Buch des Monats“ benennen der Borromäusverein, Bonn, und der Sankt Michaelsbund, München, monatlich eine religiöse Literaturempfehlung, die inhaltlich-literarisch orientiert ist und auf den wachsenden Sinnhunger unserer Zeit antwortet.)

Ab dem 15. Juni 2020 ist bei Angabe der Quelle der freie Abdruck des Textes erlaubt.

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Religiöser Buchtipp des Monats Juli 2020

von Sankt Michaelsbund
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Der Bedeutungsverlust der Religionen in der pluralen Gesellschaft ist nicht zuletzt auch dadurch bedingt, dass Freiheit und Religion von vielen Menschen heute geradezu als Gegensätze betrachtet werden. Der Münchner Erzbischof Reinhard Kardinal Marx sieht das jedoch ganz anders, wie schon sein Wahlspruch als Bischof zeigt: „Wo der Geist des Herrn wirkt, da ist Freiheit“ (2 Kor 3,17). Sein neues Buch widmet er nun genau diesem Thema, das gewissermaßen zu seinem Lebensthema geworden ist.

Glaube und Freiheit gehören zusammen

Kardinal Marx räumt freimütig ein, dass es auch innerhalb der Kirche eines langen Lernprozesses bedurfte und bedarf. Doch auch theologisch-systematische Überlegungen erweisen nach Kardinal Marx einen unabdingbaren Zusammenhang von Glaube und Freiheit. Zum einen folgt die Freiheit des Menschen alleine schon aus seiner Gottebenbildlichkeit: der freie Mensch als Bild des freien Schöpfergottes. Und zum anderen ist auch die Menschwerdung Gottes, seine Erlösungstat am Menschen nur als ein Freiheitsgeschehen vorstellbar. Wenn Gott Liebe ist, kann doch die Entscheidung des Menschen, diese Liebe anzunehmen und zu erwidern, nur in Freiheit erfolgen, ein bloßer Gehorsam aus Furcht vor Bestrafung ginge dagegen völlig am Eigentlichen vorbei. Echter Glaube setzt also Freiheit voraus, wie umgekehrt der Glaube die Freiheit nicht beschränkt, sondern sie im Gegenteil über den Tod hinaus in die Ewigkeit weitet.

Konsequenzen für Kirche und Gesellschaft

Gut das letzte Drittel des Buches widmet sich der Frage, wie das dem Glauben notwendigerweise innewohnende Streben nach Freiheit in der Kirche, aber auch (durch die Kirche) in der Gesellschaft ganz konkret umzusetzen sein müsste bzw. könnte. „Für mich geht es im Einsatz um die Freiheit für alle Menschen nicht zuerst um ein politisches Engagement, sondern um eine geistliche Erfahrung, um ein Eintreten in die Bewegung Gottes selbst, wie sie uns im Weg Jesu von Nazareth aufleuchtet ... Christ sein und für die Freiheit eintreten, das gehört zusammen“, schreibt Marx. Hier kommen zum einen die innerkirchlichen Reformdebatten, die zum Synodalen Weg geführt haben, zur Sprache, aber ebenso die großen Menschheitsprobleme wie Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit und bioethische Fragen. Bei aller Unsicherheit in der Entscheidungsfindung ist es für Kardinal Marx wegweisend, dass man an dem bleibenden Auftrag zur Freiheit festhält. Und dazu können gerade die prinzipiellen Ausführungen im ersten Teil seines Buches eine wertvolle Ermutigung sein. (Sankt Michaelsbund)

Reinhard Marx: Freiheit. München, Kösel Verlag, 2020. 176 S.; 18,00 €

(Als „Religiöses Buch des Monats“ benennen der Borromäusverein, Bonn, und der Sankt Michaelsbund, München, monatlich eine religiöse Literaturempfehlung, die inhaltlich-literarisch orientiert ist und auf den wachsenden Sinnhunger unserer Zeit antwortet.)

Ab dem 15. Juni 2020 ist bei Angabe der Quelle der freie Abdruck des Textes erlaubt.

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