Philipp Meyer: Gott macht unruhig. Die Dynamik meines Glaubens

Religiöser Buchtipp des Monats Mai 2020

von Sankt Michaelsbund am 19.04.2020 - 04:00  

Der Religiöse Buchtipp für Mai 2020

„Gott macht unruhig“ – mit dem Titel seines Buches bezieht sich der junge Benediktinerpater Philipp Meyer aus Maria Laach natürlich auf das berühmte Zitat des heiligen Augustinus, nach dem unser Herz unruhig ist, bis es Ruhe findet in Gott. Aber müsste dann ein Mönch und Priester nicht vielmehr Ruhe in Gott gefunden haben? Doch ganz so leicht ist es eben mit dem Glauben auch nicht immer, und deshalb spricht der Autor im Untertitel auch ganz ehrlich von der „Dynamik“ seines Glaubens. Er gibt offen zu, dass es ihn immer wieder einmal auch von Gott wegzieht, dass es Augenblicke gibt, in denen ihm Gottes Licht zu stark ist, und dass er manchmal auch Angst hat, zu kurz zu kommen. Gleichzeitig hat er aber die Erfahrung gemacht, dass selbst in den Momenten, in denen er sich innerlich ganz weit von Gott entfernt empfindet, Gott ihm immer wieder unerwartet nahegekommen ist. Das gibt ihm wiederum die Sicherheit, dass es im Glauben nicht zuerst um Dogmen geht, sondern um die Begegnung mit einer Person, Jesus Christus.

Jesus begegnen

Wie kann man aber dieser Person begegnen, die doch vor 2000 Jahren gelebt hat? In den Texten der Heiligen Schrift – und im Gebet. Deshalb wählt Philipp Meyer für sein Buch den Weg, anhand eines Gebetes von Papst Benedikt XVI. ausgewählte Texte der Bibel zu betrachten, um so Jesus besser kennenzulernen. Die Betrachtungen der Schriftstellen folgen auf diesem Weg also nicht einem systematischen Aufbau, haben aber durch das zugrundeliegende Gebet durchaus einen inneren Zusammenhang, sie bringen verschiedene Aspekte einer persönlichen Gottesbeziehung zum Ausdruck.

Persönliches Glaubenszeugnis

Überall erkennt Philipp Meyer eine Dynamik des Glaubens, die zwar unruhig macht, aber letztlich nicht beunruhigen muss, die zwar immer wieder auf die Suche gehen muss, aber auch immer wieder zurückfindet zu der Quelle des Lebens, die Jesus Christus ist. So wird sein Buch ein persönliches Glaubenszeugnis, das nicht zuletzt deshalb glaub-würdig ist, weil man sich selbst immer wieder in den beschriebenen Dynamiken wiederfinden kann. Und weil es dazu ermutigt, sich immer wieder neu auf den Weg der Nachfolge Jesu zu begeben. (Sankt Michaelsbund)

Philipp Meyer: Gott macht unruhig. Die Dynamik meines Glaubens. München : Herder Verlag, 2020. – 160 S. ; 18,00 €

(Als „Religiöses Buch des Monats“ benennen der Borromäusverein, Bonn, und der Sankt Michaelsbund, München, monatlich eine religiöse Literaturempfehlung, die inhaltlich-literarisch orientiert ist und auf den wachsenden Sinnhunger unserer Zeit antwortet.)

Ab dem 15. April 2020 ist bei Angabe der Quelle der freie Abdruck des Textes erlaubt.

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