Petition gegen frauenfeindliche Justiz in Katar

Hilfswerk missio startet Unterschriftenaktion zur Fußball-WM

von Pressemitteilung missio am 11/03/2022 - 12:24  

Die Fußball-WM im Emirat Katar lenkt den Blick auf die Situation von tausenden Arbeitsmigrantinnen und -migranten in dem kleinen Wüstenstaat. Viel diskutiert wurden dabei die unerträglichen Arbeitsbedingungen der Zehntausenden Bauarbeiter. Doch auch Arbeitsmigrantinnen und andere Frauen müssen in Katar besser geschützt werden. Dafür setzt sich das Hilfswerk missio zusammen mit der philippinischen Ordensschwester Mary John Mananzan OSB ein.

Das katholische Hilfswerk missio fordert ein Ende der frauenfeindlichen Rechtsprechung in Katar im Zusammenhang mit sexueller Gewalt. Wer in dem WM-Land Opfer einer Vergewaltigung werde, riskiere dabei, selber angeklagt zu werden, erklärte der Präsident von missio in Aachen, Pfarrer Dirk Bingener bei einer Pressekonferenz.

Besonders betroffenen und wehrlos seien Migrantinnen, die als Haushälterinnen oder Pflegerinnen in Privathaushalten in Katar arbeiteten, berichtete die philippinische missio-Projektpartnerin Schwester Mary John Mananzan. Sie seien häufig sexuellen Belästigungen, Übergriffen und Vergewaltigungen ausgesetzt.  

Die Kritik an der frauenfeindlichen Rechtsprechung wird von der ehemaligen Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin unterstützt. „Es darf nicht sein, dass die Opfer von Vergewaltigungen vor Gericht gestellt werden und ihnen zynisch ‚außerehelicher Geschlechtsverkehr‘ vorgeworfen wird. Das ist perverse Männerjustiz und hat mit den hehren Grundsätzen des Islam nichts zu tun.“

Petition an Außenministerin Annalena Baerbock

Aus diesem Grund hat missio eine Petition gestartet, die sich an die Außenministerin Annalena Baerbock mit folgendem Appell richtet: „Setzen Sie sich beim Emir von Katar dafür ein, dass die juristische Praxis beendet wird, mit deren Hilfe Frauen nach einer Vergewaltigung vor Gericht wegen ‚außerehelichen Geschlechtsverkehrs‘ angeklagt werden können.“

Ausführliche Informationen zum Thema liefert die missio-Studie „Die Fußballweltmeisterschaft in Katar: Menschenrechte, Arbeitsmigration und Außenpolitik“, die der Experte Sebastian Sons verfasst hat. Er beschreibt, dass das sogenannte Sportswashing im Falle von Katar nicht funktioniert hat. Es sei nicht gelungen, von den Missständen abzulenken. Im Gegenteil, der Druck nach Reformen steige an.

Die Menschenrechtsstudie ist kostenlos bei missio erhältlich. Weitere Informationen und die Petition sind unter www.missio-hilft.de/katar zu finden.

Pressemitteilung missio, In: Pfarrbriefservice.de

Petition gegen frauenfeindliche Justiz in Katar

Hilfswerk missio startet Unterschriftenaktion zur Fußball-WM

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Das katholische Hilfswerk missio fordert ein Ende der frauenfeindlichen Rechtsprechung in Katar im Zusammenhang mit sexueller Gewalt.

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