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Neue Autorinnen und Autoren für den Pfarrbrief gewinnen? So gehts!

Schreiben kann doch jede!

von Stefan Schneider am 11.09.2026 - 05:55  

markusspiske / cc0-gemeinfrei / Quelle: pixabay.com

Eine Pfarrbriefredaktion lebt von Menschen, die beobachten, zuhören, schreiben und Geschichten aus dem Gemeindeleben erzählen. Viele Redaktionen kennen jedoch das Problem: Die Zahl der Autorinnen und Autoren bleibt überschaubar, während die Themenvielfalt wächst. Neue Schreiberinnen und Schreiber zu gewinnen, gelingt oft dann am besten, wenn die Hemmschwelle niedrig gehalten wird.

Gemeindemitglieder ansprechen

Ein erster Schritt kann sein, Menschen gezielt anzusprechen. Viele schreiben nicht deshalb nicht für den Pfarrbrief, weil sie nicht möchten, sondern weil sie nie gefragt wurden. Wer sich in der Jugendarbeit, im Besuchsdienst, im Kirchenchor oder in einem lokalen Team engagiert, verfügt oft über spannende Einblicke und Erfahrungen. Eine persönliche Einladung wirkt dabei meist besser als ein allgemeiner Aufruf im Pfarrbrief.

Kleine Beiträge

Hilfreich ist es auch, das Schreiben in kleine Portionen aufzuteilen. Nicht jeder muss sofort einen zweiseitigen Artikel verfassen. Vielleicht beginnt jemand mit einem kurzen Bericht, einem Foto mit Bildunterschrift oder drei Sätzen über eine gelungene Veranstaltung. Wer merkt, dass die eigenen Beiträge willkommen sind, schreibt häufig auch ein zweites Mal.

Persönliche Erfahrungsberichte

Neue Autorinnen und Autoren lassen sich oft dort finden, wo Menschen ohnehin erzählen. Fragt man nach einer Wallfahrt, einem Sommerlager oder einer besonderen Begegnung: „Könnten Sie das auch für den Pfarrbrief aufschreiben?“, entstehen häufig ganz authentische Texte. Dabei dürfen die Beiträge ruhig persönlich sein. Leserinnen und Leser interessieren sich meist weniger für perfekte Formulierungen als für echte Erfahrungen.

Junge Menschen zu Wort kommen lassen

Auch Jugendliche können eine Bereicherung für den Pfarrbrief sein. Eine Rubrik wie „Jugend fragt“, „Mein Lieblingsort in der Kirche“ oder „Drei Fragen an …“ bietet einfache Einstiegsmöglichkeiten. Ähnliches gilt für Kinder, deren Antworten und Beobachtungen oft überraschend ehrlich und erfrischend sind.

Ein Blick hinter die Kulissen

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Pfarrbrief als gemeinschaftliches Projekt sichtbar zu machen. Wer erfährt, dass hinter jeder Ausgabe ein Team engagierter Ehrenamtlicher steht, ist eher bereit mitzuwirken. Ein kurzer Blick hinter die Kulissen oder die Vorstellung der Redaktion kann dazu beitragen, neue Interessierte anzusprechen.

Danke, danke, danke

Nicht zuletzt hilft eine Kultur der Wertschätzung. Wer einen Beitrag schreibt, sollte erfahren, dass sein Engagement geschätzt wird. Ein Dankeschön, eine kurze Rückmeldung oder die Erwähnung im Impressum können dazu beitragen, dass aus einem einmaligen Beitrag eine dauerhafte Mitarbeit wird.

Der Pfarrbrief als Gemeinschaftsprojekt

Vielleicht liegt die größte Chance aber in der einfachen Erkenntnis: Gute Pfarrbrieftexte finden sich überall dort, wo Menschen etwas erlebt haben. Die Aufgabe der Redaktion besteht oft weniger darin, alles selbst zu schreiben, sondern vielmehr darin, andere zum Erzählen zu ermutigen. So wird der Pfarrbrief zu dem, was er im besten Fall sein soll: eine Stimme der ganzen Gemeinde.

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