Direkt zum Inhalt

Mitleben. Mitbeten. Mitarbeiten. Mitlernen.

Das Freiwillige Ordensjahr kann neue Perspektiven eröffnen

von Christian Schmitt am 16.06.2026 - 05:55  

angelika-kamlage.de

Es ist kurz nach sechs Uhr morgens. Durch die Gänge des Klosters hallen leise Schritte, wenig später versammelt sich die Gemeinschaft zum ersten Gebet des Tages. Für Menschen zwischen 18 und 75 Jahren kann dieser Rhythmus für drei bis zwölf Monate zum Alltag werden – im Rahmen des Freiwilligen Ordensjahres (FOJ).

Seit dem Start des Projekts der Deutschen Ordensobernkonferenz im Jahr 2019 haben sich bereits über 120 Menschen für ein Freiwilliges Ordensjahr entschieden. Die Teilnahme ist dabei ausdrücklich nicht an die katholische Konfession gebunden. Das Angebot richtet sich an Menschen in ganz unterschiedlichen Lebensphasen. Ob zur beruflichen Neuorientierung nach Ausbildung oder Studium, als Sabbatical mitten im Berufsleben, in der Lebensmitte oder nach dem Eintritt in den Ruhestand – das FOJ bietet Raum für Entschleunigung und die Suche nach neuen Perspektiven aus dem Glauben heraus. Vorausgesetzt werden eine grundsätzliche psychosoziale Stabilität sowie die Freude am gemeinschaftlichen Gebet.

Die vier Säulen des Ordensjahres

Der Alltag im Kloster variiert je nach Gemeinschaft, stützt sich aber stets auf vier grundlegende Elemente:

  • Mitleben: Die Teilnehmenden teilen den einfachen Lebensstil der Ordensleute und wohnen für eine begrenzte Zeit im Kloster mit. Dabei behalten sie ihren bisherigen rechtlichen Status und werden keine Mitglieder des Ordens.
  • Mitbeten: Der klösterliche Alltag erfährt durch feste Zeiten für Gebete und Gottesdienste seine Struktur, die für alle verbindlich ist.
  • Mitarbeiten: Je nach individueller Absprache helfen die Gäste anteilig im Haushalt oder in den Tätigkeitsbereichen der Ordensgemeinschaft mit.
  • Mitlernen: Teilnehmende werden während der Zeit von einer Schwester oder einem Bruder als Lernpartnerin oder Lernpartner begleitet. Zudem ist die Teilnahme an mindestens einem Fortbildungswochenende vorgesehen, bei dem sich FOJ-Teilnehmende aus ganz Deutschland austauschen.


Organisation und Anmeldung

Organisatorisch wird das Jahr durch eine Vereinbarung geregelt, die unter anderem Finanzen, Dauer und Versicherungsfragen klärt. Grundsätzlich gilt die Regel, dass das FOJ für beide Seiten weder einen finanziellen Gewinn noch einen Verlust bedeuten soll.

Interessierte wenden sich für eine Anmeldung nicht direkt an ein einzelnes Kloster, sondern bewerben sich zentral über das Generalsekretariat der Deutschen Ordensobernkonferenz. Weitere Informationen, Kontaktdaten der Koordinatorin sowie zahlreiche persönliche Erfahrungsberichte von Absolventen finden sich online unter www.ordensjahr.de.

Das Freiwillige Ordensjahr kann neue Perspektiven eröffnen

von

Christian Schmitt

Es ist kurz nach sechs Uhr morgens. Durch die Gänge des Klosters hallen leise Schritte, wenig später versammelt sich die Gemeinschaft zum ersten Gebet des Tages.

Diese Seite teilen

Anzeigen: