Religiöses Buch des Monats August 2017

Borromäusverein
Religiöser Buchtipp für August 2017

© Schwabenverlag

Der religiöse Buchtipp für August 2017

„Es ist gut, den Morgen immer mit einem Kuss zu beginnen.“ Hätten Sie erwartet, so einen Satz in einem päpstlichen Schreiben zu finden? Er stammt aus „Amoris laetitia“, dem Schreiben, in dem Papst Franziskus die Ergebnisse der Bischofssynode zum Thema Familie zusammenfasst und weiterführt. Dass sich die Lektüre von „Amoris laetitia“ für alle Gläubigen lohnt, wollen Martina Kreidler-Kos und Christoph Hutter – beide im Bistum Osnabrück in der Familienpastoral tätig – mit ihrem Buch zeigen.

Päpstliche Empfehlungen für den Familienalltag

Im ersten Teil blicken sie auf die Familiensynode zurück und fassen die wesentlichen, teils bahnbrechenden Aussagen von „Amoris laetitia“ zusammen.
Im zweiten Teil fragen sie nach der Alltagstauglichkeit der päpstlichen Empfehlungen („Alltagscheck“ genannt) und zeigen damit, dass „Amoris laetitia“ nicht alltagsfern ist, sondern mitten aus dem Leben schöpft.
Im dritten Teil schließen sich praktische Ideen an, die sich auf das Familienleben beziehen. Papst Franziskus sieht in den Familien „Hauskirchen“. Diesen auf den ersten Blick etwas hochtrabend erscheinenden Begriff beziehen Kreidler-Kos und Hutter auf den Familienalltag und zeigen, welche Wertschätzung und Würdigung dieser Alltag dadurch erfährt. Vorschläge für eine Postkartenaktion machen Lust, im eigenen privaten Umfeld wie in der Gemeinde mit den Gedanken von „Amoris laetitia“ hausieren zu gehen.

Kirchlicher Klimawandel

Papst Franziskus ist mit diesem Schreiben die Quadratur des Kreises gelungen. Er weist Wege, die die Praxis der Kirche nachhaltig verändern können, ohne deswegen die Lehre anzutasten, z.B. was die Unauflöslichkeit der Ehe angeht. Dreh- und Angelpunkt ist die „Logik der Barmherzigkeit“, die es möglich macht, den Einzelfall in den Blick zu nehmen. Kreidler-Kos und Hutter gehen ausführlich darauf ein.

Der Papst fordert den Wechsel von einer Kultur der Ausschließung hin zu einer Kultur der Begleitung und Eingliederung. Er setzt auf das Gewissen der Gläubigen und traut ihnen Wachstum und Reifung zu. Zu den revolutionären Äußerungen gehört Franziskus’ Forderung, Menschen zu begleiten, deren Ehen scheitern, und mit „Geschiedenen in neuer Verbindung“ einen liebevollen und eingliedernden Umgang zu pflegen.

Das Buch wendet sich an alle, die sich für Glaubensfragen interessieren. Eine bereichernde und ermutigende Lektüre, die einlädt, den kirchlichen Klimawandel im eigenen Umfeld zu verwirklichen. (Borromäusverein)

Martina Kreidler-Kos, Christoph Hutter: Mit Lust und Liebe glauben. „Amoris laetitia“ als Impuls für Gemeinde, Partnerschaft und Familie. Ostfildern, Schwabenverlag 2017, 208 S.; 19,00 €

(Als „Religiöses Buch des Monats“ benennen der Borromäusverein, Bonn, und der St. Michaelsbund, München, monatlich eine religiöse Literaturempfehlung, die inhaltlich-literarisch orientiert ist und auf den wachsenden Sinnhunger unserer Zeit antwortet.)

Bei Angabe der Quelle ist der freie Abdruck des Textes erlaubt.

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Religiöser Buchtipp für August 2017

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„Es ist gut, den Morgen immer mit einem Kuss zu beginnen.“ Hätten Sie erwartet, so einen Satz in einem päpstlichen Schreiben zu finden? Er stammt aus „Amoris laetitia“, dem Schreiben, in dem Papst Franziskus die Ergebnisse der Bischofssynode zum Thema Familie zusammenfasst und weiterführt. Dass sich die Lektüre von „Amoris laetitia“ für alle Gläubigen lohnt, wollen Martina Kreidler-Kos und Christoph Hutter – beide im Bistum Osnabrück in der Familienpastoral tätig – mit ihrem Buch zeigen.

Päpstliche Empfehlungen für den Familienalltag

Im ersten Teil blicken sie auf die Familiensynode zurück und fassen die wesentlichen, teils bahnbrechenden Aussagen von „Amoris laetitia“ zusammen.
Im zweiten Teil fragen sie nach der Alltagstauglichkeit der päpstlichen Empfehlungen („Alltagscheck“ genannt) und zeigen damit, dass „Amoris laetitia“ nicht alltagsfern ist, sondern mitten aus dem Leben schöpft.
Im dritten Teil schließen sich praktische Ideen an, die sich auf das Familienleben beziehen. Papst Franziskus sieht in den Familien „Hauskirchen“. Diesen auf den ersten Blick etwas hochtrabend erscheinenden Begriff beziehen Kreidler-Kos und Hutter auf den Familienalltag und zeigen, welche Wertschätzung und Würdigung dieser Alltag dadurch erfährt. Vorschläge für eine Postkartenaktion machen Lust, im eigenen privaten Umfeld wie in der Gemeinde mit den Gedanken von „Amoris laetitia“ hausieren zu gehen.

Kirchlicher Klimawandel

Papst Franziskus ist mit diesem Schreiben die Quadratur des Kreises gelungen. Er weist Wege, die die Praxis der Kirche nachhaltig verändern können, ohne deswegen die Lehre anzutasten, z.B. was die Unauflöslichkeit der Ehe angeht. Dreh- und Angelpunkt ist die „Logik der Barmherzigkeit“, die es möglich macht, den Einzelfall in den Blick zu nehmen. Kreidler-Kos und Hutter gehen ausführlich darauf ein.

Der Papst fordert den Wechsel von einer Kultur der Ausschließung hin zu einer Kultur der Begleitung und Eingliederung. Er setzt auf das Gewissen der Gläubigen und traut ihnen Wachstum und Reifung zu. Zu den revolutionären Äußerungen gehört Franziskus’ Forderung, Menschen zu begleiten, deren Ehen scheitern, und mit „Geschiedenen in neuer Verbindung“ einen liebevollen und eingliedernden Umgang zu pflegen.

Das Buch wendet sich an alle, die sich für Glaubensfragen interessieren. Eine bereichernde und ermutigende Lektüre, die einlädt, den kirchlichen Klimawandel im eigenen Umfeld zu verwirklichen. (Borromäusverein)

Martina Kreidler-Kos, Christoph Hutter: Mit Lust und Liebe glauben. „Amoris laetitia“ als Impuls für Gemeinde, Partnerschaft und Familie. Ostfildern, Schwabenverlag 2017, 208 S.; 19,00 €

(Als „Religiöses Buch des Monats“ benennen der Borromäusverein, Bonn, und der St. Michaelsbund, München, monatlich eine religiöse Literaturempfehlung, die inhaltlich-literarisch orientiert ist und auf den wachsenden Sinnhunger unserer Zeit antwortet.)

Bei Angabe der Quelle ist der freie Abdruck des Textes erlaubt.

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