Autorenporträt (10): Dr. Luitgard Derschmidt

Elfriede Klauer
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Dr. Luitgard Derschmidt

„Liebe ohne Fesseln“ oder „Besser streiten“ – so lauten zwei Titel der bislang neunteiligen Serie „Tipps für gelingende Beziehungen“ bei Pfarrbriefservice.de. Die Autorin ist Dr. Luitgard Derschmidt (Jg. 1941) aus der Erzdiözese Salzburg in Österreich. Dass sie sich fast ihr ganzes Erwachsenenleben beruflich und ehrenamtlich für ein gutes Zusammenspiel in Ehe und Familie engagiert, war zunächst nicht abzusehen. Denn Frau Derschmidt ist gelernte Historikerin.

Doch sie zog es nach der Familienpause in ein überwiegend ehrenamtliches Engagement für Familien im kirchlichen und politischen Bereich. Unter anderem war sie schon 1994 Leiterin des Arbeitskreises Familie und Bildung beim österreichischen Familienministerium und ist seit damals in der Elternbildung engagiert, derzeit als Vorsitzende der Gütesiegelkommission des Familienministeriums für Ausbildungslehrgänge in der Elternbildung. Die Katholische Aktion, die offizielle Laienorganisation der katholischen Kirche in Österreich, führte sie auf der diözesanen Ebene von 1989 bis 2007 und auf Bundesebene von 2003 bis 2012.

Viele Arten, Familie zu leben

„Mein Mann und ich stammen beide aus großen Familien, wir haben selbst drei Kinder, drei Enkelkinder und viele Nichten und Neffen. Wir erleben viele verschiedene Arten, Familie zu leben. Und ich finde es interessant zu beobachten, dass manche bei gutem Willen dennoch scheitern, andere dagegen gelingen.“ Frau Derschmidt ließ sich in einem dreijährigen Lehrgang zur Mitarbeiterin in der Familienpastoral weiterbilden, um als „lebensbegleitende Erwachsenenbildnerin“ zu arbeiten.

„In einer Zeit, wo viele Lebensstile möglich sind, muss jeder für sich eine Antwort finden, welcher Weg der richtige ist“, sagt Frau Derschmidt. Sie ist überzeugt davon, dass gerade die Kirche auf der Grundlage des Evangeliums viel Lebenshilfe bieten könnte. „Doch sie verspielt viele Chancen, indem sie auf eine Idylle setzt, die noch nie lebbar war. Vater, Mutter, Kind - das ist für mich eine sehr gute Lebensform, wenn sie realistisch gelebt wird, mit allen Ecken und Kanten. Es hilft den jungen Menschen aber nicht, Ehe und Familie zu idealisieren und zu verklären.“ Damit verstärke die Kirche letztlich auch den Leistungsdruck, den Gesellschaft und Medien auf die Familien ausüben. Von oben verordnen zu wollen, wie das eigene Leben gestaltet wird, das funktioniere heute nicht mehr, ist sie überzeugt. Aufgabe der Kirche müsse es vielmehr sein, die Menschen und die Paare in ihrem je eigenen Weg zu stärken.

Chance des Pfarrbriefes

Und hier sieht sie die Chancen in der Erwachsenenbildung, aber auch im Pfarrbrief, wie sie in Gesprächen immer wieder feststellen kann. Auf ihre Artikelserie mit Tipps für gelingende Beziehungen, die sie eigentlich für den heimischen Pfarrbrief von Ebenau (1.200 Einwohner, Pfarrbrief erscheint drei- bis viermal im Jahr) schreibt, bekommt sie viele Rückmeldungen, auch von jüngeren Menschen, die dankbar sind für die Anregungen.

Warum heiraten?

Vor allem die Frage, warum man heiraten soll, bewege die jungen Menschen heute, beobachtet Frau Derschmidt. Die Kirche täte gut daran, gemeinsam mit den Betroffenen nach Antworten zu suchen anstatt diese bereits zu präsentieren. Zu überlegen sei beispielsweise, inwieweit die Vorstellung, dass die Ehe zwischen Mann und Frau den Bund Gottes mit den Menschen repräsentiere, für die Paare hilfreich sei. "Wir Menschen sind nicht Gott", sagt Frau Derschmidt. Zu fragen wäre, wie man heute die Lebensrealität der Paare hilfreich deuten könne, damit für sie der mitgehende, liebende Gott erfahrbar wird. Denn ihrer Meinung nach ist die Ehe "die beste Form des Zusammenlebens. Sie entspricht der tiefen Sehnsucht der Menschen, durch einen anderen ein Leben lang angenommen zu sein." Ein hilfreiches Bild für die Ehe ist für sie - nach langen Ehejahren und vielen Gesprächen mit anderen - das von Tod und Auferstehung. "In der Ehe sind viele kleine Tode zu sterben. Aber wenn wir am Karfreitag abbrechen, geht es niemals weiter." Gerade die durchgestandenen Konflikte führten ein Paar in die Tiefe, ist ihre Erfahrung.

Frage des Lebens

Freilich gebe es auch Situationen, in denen nichts mehr möglich sei. "Wir müssen achtungsvoll mit denen umgehen, die es nicht schaffen. Und wir dürfen die nicht abwerten, die sich gegen eine Ehe entscheiden. Über allem muss die Frage des Lebens stehen. Das hat Papst Franziskus ganz deutlich gemacht. Das ist das Entscheidende", betont Dr. Luitgard Derschmidt.

Hinweis: Die Textreihe "Tipps für gelingende Beziehungen" für Ihren Pfarrbrief finden Sie hier.

Zur Serie Autorenporträt: Viele Menschen tragen regelmäßig in Wort und Bild dazu bei, dass Pfarrbriefservice.de einen reichen Fundus an Texten, Bildern und Tipps zu bieten hat. In loser Folge werden die verschiedenen Autoren vorgestellt.

Geschrieben von: 

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