Jesus lebt – na und?

Das Schwerpunktthema für April 2022

von Elfriede Klauer am 12/29/2021 - 06:00  

Jesus lebt – na und? Ein provozierender Titel für Ostern, zugegeben. Doch gibt diese Frage nicht genau die Stimmung der Menschen wieder, die mit der Botschaft „Jesus lebt“ nichts (mehr) anfangen können? Laut Umfragen sind das mittlerweile sehr viele Menschen. Selbst bei den Katholiken glaubt nur etwa die Hälfte an ein Leben nach dem Tod. Den persönlichen Glauben an die Auferstehung der Toten im Reich Gottes bejahen gar nur 39 Prozent (MDG-Trendmonitor Religiöse Kommunikation 2020/21).

Die Materialien dieses Schwerpunktthemas möchten diesen Menschen entgegenkommen und ihre Zweifel, ihre Fragen und vielleicht auch ihr Desinteresse zur Sprache bringen. Ein Interview mit dem Liturgiewissenschaftler Stephan Wahle fragt, warum es der Kirche nicht gelungen ist, die Osterbotschaft mit Sehnsüchten und Anliegen der Menschen zu verknüpfen, und was eine tragfähige Botschaft von Ostern wäre. Die Sozialpädagogin Miriam Falkenberg spricht im Interview über ihre Erfahrungen mit dem Thema Ostern und Auferstehung bei Kindern und Familien, die kaum christlich sozialisiert sind.

Aber vor allem kommen einige Autorinnen und Autoren von Pfarrbriefservice.de zu Wort, die beschreiben, was der Satz „Jesus lebt“ für sie persönlich bedeutet. Eine Idee, auch vor Ort Menschen um ihr persönliches Statement zu bitten?

    Bilder

    Tod

    Religiöser Buchtipp des Monats Februar 2022

    von

    Borromäusverein

    Warum eigentlich soll man sich heute noch mit diesem Jesus aus Nazareth beschäftigen? Welche Relevanz für das Leben im Jahre 2022, im dritten Jahr gezeichnet von einer weltweit grassierenden Pandemie, hat dieser Jesus?

    Auf der Suche nach einer tragfähigen Botschaft von Ostern – Ein Interview

    von

    Elfriede Klauer

    Zwei Worte beschreiben die Kernbotschaft des Osterfestes: Jesus lebt! Doch wird sie heute noch verstanden? Können die Menschen damit etwas anfangen? Ein Gespräch dazu mit dem Liturgiewissenschaftler Stephan Wahle.

    Vielen Menschen fällt es schwer, das zu glauben, weiß Miriam Falkenberg aus ihrer Arbeit mit Kindern und Familien – Ein Interview

    von

    Elfriede Klauer

    Miriam Falkenberg arbeitet als Sozialpädagogin der Katholischen Jugendfürsorge in der Ambulanten Erziehungshilfe in München. Sie begleitet Familien in „Multi-Problemlagen“, wie sie sagt – belastete Familien aus allen sozialen Schichten, unabhängig von der Konfession.

    von

    Klaus Jäkel

    nenne ich’s
    wenn heutzutage

    —  den Glauben betreffend

    von

    Gisela Baltes, www.impulstexte.de

    Erlöst und befreit
    von Angst
    vor der Sinnlosigkeit,
    vor der Verlorenheit,
    vor dem Tod.

    Erlöst und befreit
    von Strafe
    für unser Versagen,
    für unsere Lieblosigkeit,
    für unsere Schuld.

    Ostern weist auf eine Wirklichkeit hin, die wir erst nach unserem Tod begreifen werden

    von

    Gaby Bessen

    Im Gegensatz zu unseren Mitgeschöpfen wissen wir Menschen, dass wir sterben werden und jeder Moment unseres Lebens unwiederholbar ist.

    von

    Andrea Wilke

    Ostern ist nicht das Fest

    von

    Andrea Wilke

    Du fragst mich, was es mit Ostern auf sich hat, und lässt Dich mit einer „Geheimnis des Glaubens“-gedrucksten Antwort nicht abspeisen. Für Dich ist Ostern ein Fest im Frühling und mit viel Glück bei schönstem Wetter. Den „Jesus lebt“-Gesängen kannst Du nichts abgewinnen.

    Was für mich „Jesus lebt!“ bedeutet

    von

    Stanislaus Klemm

    „Jesus lebt, ja und?“ So kann man sich mit Recht fragen. Aber für mich bedeuten diese beiden Worte „Jesus lebt“ all das, was meinem Leben Gewicht, Wert, Tiefe und Sinn verleiht.

    von

    Lina Rowski

    Jesus lebt – das ist echt praktisch. Er ist immer bei mir, ich habe sozusagen eine Dauerverbindung zu ihm. Stellt euch mal vor, ihr schreibt auf Whatsapp eine Nachricht und schwupps kommt die Antwort. Immer. Ist das nicht toll? Okay, der Vergleich hinkt ein bisschen.

    von

    Peter Schott

    „Was bedeutet für dich das Leben?“
    Für mich ist das Leben das kostbarste Geschenk, welches es gibt. Wie berührend ist das Leben in mir, in Leib und Seele, Herz und Verstand. Wie beeindruckend ist das Leben um mich, in der Natur, beim Mitmenschen …

    von

    Klaus Jäkel

    da fragt sich mancher
    ob das heutzutage nicht
    fast wie ein Ammen-Märchen
    klingt

    von

    Kerstin Schroth, www.spurensuche.de

    Resignierte Jünger am Grab
    und auf dem Weg nach Emmaus,
    eine trauernde Maria Magdalena,
    verlorene Hoffnung.

    Mittendrin: der Auferstandene,
    nicht Glanz, nicht Glorie,
    nicht der strahlende Auferstandene unserer Osterbilder,

    von

    Gisela Baltes, www.impulstexte.de

    Die uns zugemessene Lebenszeit
    nimmt seit unserer Geburt ab,
    Tag für Tag.

    Unwiderruflich, unabwendbar.
    nähern wir uns dem Tod,
    dem Ende unseres irdischen Lebens.

    von

    Miriam Falkenberg aus: dies., Kaum zu glauben. Gedichte an Gott und die Welt. Epubli 2021. www.gedichte-falkenberg.de

    nicht
    der Tod
    wird
    das letzte Wort
    haben

    Gott
    wird es haben

    möglicherweise
    wird es einsilbig sein

    vielleicht nur
    „Du“
    oder
    „Ja“

    Religiöser Buchtipp des Monats Januar 2022

    von

    Sankt Michaelsbund

    Jesus begegnen, so wie es die ersten Jünger konnten – das wäre natürlich schön, aber das ist uns heutigen Menschen leider nicht möglich. Wirklich nicht?

    trotz Traurigkeit, Hass und Tod

    von

    Gisela Baltes, www.impulstexte.de

    Lasst uns
    das Leben feiern!
     
    Denn:
     
    Das Licht
    hat die Nacht überwunden.
     
    Die Freude
    hat die Traurigkeit verjagt.
     
    Die Liebe
    war stärker als der Hass.
     
    Das Leben
    hat den Tod besiegt.
     

    Das Fest zum Leben

    von

    Irmela Mies-Suermann

    Ostern, das Fest zum Leben.
    Wir sollen nicht tot bleiben,
    nicht in Leichenbinden,
    die uns fesseln
    in unserer Opferrolle oder im Egoismus,
    in unserer Angst oder im Missmut.
    Alles, was uns nicht zur Entfaltung kommen lässt,

    Tipp für Pfarrbriefredaktionen

    Umfrage

    Bitten Sie Menschen in Ihren Pfarreien um ein persönliches Statement zu der Frage „Was bedeutet ‚Jesus lebt‘ für Sie/für dich?“. Dabei muss es nicht fromm zugehen, sondern ehrlich. Es geht darum, einen authentischen Querschnitt an Meinungen abzubilden. Nennen Sie am Ende der Statements Name und Alter der jeweiligen Person. Auch Bilder der Personen würden die Aufmerksamkeit für das Thema erhöhen.

    Vielleicht möchten manche nicht erkennbar sein. Dann geben Sie „anonym*“ als Namen an. Das Sternchen erklären Sie am Rande der Meinungsseite mit „*Name ist der Redaktion bekannt“.

    Diese Seite teilen