Ist es das wert?

Schwerpunktthema für März/April 2026

von Ronja Goj am 29.11.2025 - 05:55  

wal_172619 / Pixabay.com - Lizenz

Balance, Fröhlichkeit, Kreativität, Mut, Unabhängigkeit, Mitgefühl. Einige, von vielen Werten, nach denen Menschen leben, ihr Leben ausrichten können. Doch, was sind Werte? Wie entstehen sie? Können Sie sich verändern? Und sind sie überhaupt sinnvoll? 

Damit befasst sich dieses Schwerpunktthema. Es bietet verschiedene Artikel und Texte. Darunter Tipps und eine psychologisch-religiöse Einschätzung von Diplompsychologe und Theologe Stanislaus Klemm. Ein Interview mit dem Politiker, Diplomat und Historiker Alexander Graf Lambsdorff. Einen Kommentar von Anselm Grün. Unser Spezial: Tipps der christlichen Sozialethikerin Prof. Dr. Michelle Becka.

Unter dem Reiter „Bilder“ können Sie passende Fotos auswählen. Im Bereich Tipps bieten wir Ihnen unter anderem spannende Wertetipps für Ihren Alltag und hilfreiche Ideen, wie Sie dieses Schwerpunktthema in Ihrem Pfarrbrief umsetzen können. Der Link führt Sie zu einem Wertetest, der Sie Ihre eigenen Werte überprüfen lässt.

    Bilder

    Ein Interview mit Prof. Dr. Michelle Becka

    von

    Ronja Goj

    Eigenverantwortung, Scheinheiligkeit und die Bedeutung von Freiheit in der Wertedebatte. Darüber spricht Prof. Dr. Michelle Becka. Professorin für Christliche Sozialethik an der Katholisch-Theologischen Fakultät an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg.

    von

    Melanie Fox, Quelle: Leben jetzt. Das Magazin der Steyler Missionare, www.lebenjetzt.eu

    Engagiert sich für Menschenrechte Alexander Graf Lambsdorff, 58, ist Mitglied des Deutschen Bundestages für die FDP, zuständig für Außen-, Sicherheits-, Europa- und Entwicklungspolitik sowie im Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe.

    Ein Interview mit dem Politiker, Diplomat und Historiker Alexander Graf Lambsdorff

    von

    Melanie Fox, Quelle: Leben jetzt. Das Magazin der Steyler Missionare, www.lebenjetzt.eu

    Werte sind die Grundlage unserer Verfassung und damit auch unserer Demokratie. Sie in der Politik umzusetzen, ist nicht ganz einfach. Aber mit Respekt voreinander möglich, sagt der Politiker, Diplomat und Historiker Alexander Graf Lambsdorff.

    Ein Kommentar von Anselm Grün

    von

    Anselm Grün, Quelle: Leben jetzt. Das Magazin der Steyler Missionare, www.lebenjetzt.eu

    „Werte sind Kraftquellen, aus denen wir schöpfen können, sie machen das Leben und die Gemeinschaft wertvoll“, sagt der Benediktinerpater Anselm Grün. Nur: Welche Werte sind gemeint?

    Das rät Stanislaus Klemm – Diplompsychologe- und theologe

    von

    Stanislaus Klemm, Diplompsychologe und –theologe

    Goldsucher hatten, so erzählt man sich, nach schweißtreibender Suche, einen großen Brocken Erzgestein gefunden, der dem Gold täuschend ähnlich war. Sie waren überglücklich über diesen „wert“-vollen Schatz.

    Eine psychologisch-religiöse Einschätzung von Stanislaus Klemm

    von

    Stanislaus Klemm, Diplompsychologe und –theologe

    Unsere reine Logik scheint wohl Recht zu haben, wenn sie meint: „Wer etwas hergibt, der scheint um etwas ärmer zu werden, und wer etwas empfängt, der wird wohl um etwas reicher werden.“ „Stimmt doch!“, könnte man mit Recht meinen, wenn es im Leben nicht immer wieder Erfahrungen geben würde, die i

    Ein Statement

    von

    Jacqueline Seidel, Miteinander auf dem Weg, Nr. 47 - Altenseelsorge im Bistum Augsburg

    Nachdem ich erst vor Kurzem Mutter geworden bin, stellen sich mir immer häufiger die Fragen:
    Was sind meine Werte und was davon möchte ich meinem Kind auf seinem Lebensweg mitgeben?

    Ein Impuls

    von

    Barbara Kugelmann, Miteinander auf dem Weg, Nr. 47 - Altenseelsorge im Bistum Augsburg

    Wir haben viele Werte,
    die uns vermittelt wurden und werden,
    gepredigt, anerzogen,
    aber auch Werte,
    die uns das Leben gelehrt hat.

    Was habe ich verinnerlicht,
    mit was habe ich mein Leben gefüllt?

    Ein Erfahrungsbericht

    von

    Robert Ischwang, Diözesan-Altenseelsorger, Miteinander auf dem Weg, Nr. 47 - Altenseelsorge im Bistum Augsburg

    In einem Schrank meines Arbeitszimmers steht ein bisschen versteckt ein Kästchen.

    Tipps von Prof. Dr. Michelle Becka – Professorin für Christliche Sozialethik

    von

    Ronja Goj

    Respekt 
    „Fragen Sie sich, ob Sie Respekt im Alltag umsetzen. Wenn jemand in Ihre Kirchengemeinde kommt, der vielleicht noch nicht da war oder anders ist, überlegen Sie: Wie begegnen Sie ihm oder ihr?“  

    von

    Thomas van Vugt & Claudia Schäble, Adventus 2024, autorenteamBaEi@gmx.de

    … hinter die Dinge blicken… wert-schätzen…
    …ein aufmunternder Blick, anerkennende Worte,
    Dank für den selbstverständlichen Einsatz, für aufmerksames Mitdenken
    …geschätzt werden!
    nicht für das Offensichtliche, das Großartige, Herausragende
    …geschätzt werden!

    von

    Agnes Arnold, @allerlei.agnes

    Barmherzigkeitssegen wünsche ich dir.
    Wenn es kalt ums Herz wird,
    weil dir die Welt und ihre Konflikte Angst machen,
    dann wünsche ich dir jemanden,
    der das Eis zum Schmelzen bringt.
    Jemanden, der mutig für Barmherzigkeit eintritt.
    Jemanden, der für Minderheiten laut wird.

    von

    Lissy Eichert, Quelle: bonifatiusblatt 2/2024

    Es passierte auf einer Seniorenstation. Karim betrat das Zimmer im weißen Kittel, das Mittagessen auf dem Tablett. Die alte Dame schreckte auf, fuchtelte wild mit den Armen und brüllte: „Du Rassist! Du wirst mich niemals anfassen. Geh dahin, wo du hergekommen bist.

    von

    Theresia Bongarth

    Sei die Königin 
    Vielleicht für einen Tag
    Vielleicht für mehr
    Lass‘ dich niemals brechen
    Sei die Königin
    Und richte dich gelassen auf.
    Sei die Königin.
    Du bist es wert!

    Theresia Bongarth, In: Pfarrbriefservice.de

    von

    Johannes Simon

    Gott, ich stehe vor dir
    mit meinem Fragen und Suchen,
    wem ich vertrauen kann.
    Vertrauen ist so eine
    kostbare Währung geworden.
    Und so lebensnotwendig.

    Lass mich Vertrauen wagen.
    Vertrauen wächst in Begegnungen,
    Gedanken und Gesprächen.

    Ein Gebet

    von

    Johannes Simon

    Gott,
    was für eine Welt,             
    in der ich unterwegs bin?
    Schlagzeilen holen mich ein             
    und treiben mich um.
    Unbekanntes weckt Ängste.
    Gewohntes bricht weg.

    von

    Ronja Goj

    Prof. Dr. Michelle Becka ist Professorin für Christliche Sozialethik an der Katholisch-Theologischen Fakultät an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg.

    von

    Tobias Petzoldt, aus: „Du bist ein Gott, der mich sieht“, ISBN 978-3-96038-309-3, edition chrismon

    Und immer die Frage, was du wert bist,
    wem du etwas wert bist,
    wie viel dein Wert ist,
    was du verdienst und was du verlangen kannst
    nach üblichen Prinzipien bei deinem Marktwert.
    Was aber ist dir der Markt wert, der alles regelt
    und bewertet im eigenen Wertesystem

    von

    Ronja Goj

    „Die Welt ist schlecht. Ich hab mich damit abgefunden“, sagte er. Er – ihr neuer Nachbar. Der vor einer Weile einzog in eine kleine, nette Wohnung nebenan. Ein BWLer. Das waren doch die, mit den polierten, schnellen Autos, die auf der Überholspur Lichthupe gaben und drängelten.

    Drei Wertetipps

    Für seine Werte eintreten
    Natur verdient unseren Schutz

    In unserer heutigen Zeit ist es wichtiger denn je, die Natur zu schützen und wertzuschätzen, ist sie doch die Grundlage für unsere Existenz. Für Werte einzutreten und Werte zu leben, fällt leicht, wenn man positive Erfahrungen damit verbinden kann. Die Tier- und Pflanzenwelt lädt jeden Tag und jede Nacht dazu ein, sie in ihrer Vielfalt zu erleben. Mit wachen Sinnen lässt sich so viel Schönes und Faszinierendes entdecken. Wer einen Blick dafür bekommt, dem wird es nicht schwer fallen, auf Dinge zu verzichten, um das Leben nachhaltig und im Einklang mit der Natur zu gestalten.

     

    Einfach nur zuhören
    Dem anderen wertschätzend begegnen

    Wenn wir spüren, dass ein Gesprächspartner uns wirklich zuhört, fühlen wir uns sicher und fassen Vertrauen. Sehr unangenehm hingegen ist es, wenn die Person gegenüber ständig auf das Smartphone schaut oder in der Gegend umherblickt. Starten Sie doch einmal einen kleinen Versuch: Nehmen Sie sich bei einem Gespräch ganz bewusst Zeit für das Zuhören und achten Sie darauf, was für eine positive Energie aus einem aufmerksamen Zuhören entstehen kann – für Ihren Gesprächspartner, aber auch für Sie selbst kann dies eine wertvolle Erfahrung sein.

     

    Prüfen Sie Ihre Wertetabelle
    Was ist Ihnen wirklich wichtig im Leben

    In der Kindheit bekommen wir von unseren Eltern viele Werte mit auf den Weg gegeben. Das fängt im Säuglingsalter an, wenn wir in der Familie Sicherheit und Geborgenheit erfahren. Die Eltern versuchen, mit ihrer Werteerziehung eine Orientierung zu geben, sodass wir im Leben unterscheiden können, was gut und richtig und was falsch ist. Viele dieser Werte übernehmen wir, dennoch ist es sinnvoll, Werte zu hinterfragen und sich darüber klar zu werden, welche Werte für einen persönlich wichtig sind. Meist hilft es, die Gedanken zu Papier zu bringen. Im nächsten Schritt kann das eigene Verhalten und Denken kritisch unter die Lupe genommen und geprüft werden, ob die festgehaltenen Werte tatsächlich die Grundpfeiler des eigenen Handelns darstellen und was noch einer Umsetzung bedarf.

    Quelle: der pilger, www.der-pilger.de

    Filmtipp des Katholischen Filmwerks

    Na, schlechtes Gewissen?

    Dokumentation, Deutschland, 2018, 25 Minuten 
    Ein Film von Moderator: Eric Meyer 
    Produktion: Pur+ ZDFtivi für kika 
    empfohlen ab 10 Jahren, LE

    Sich vordrängeln, fies über andere lästern oder gar einem blinden Bettler Geld klauen - das alles würde Eric Mayer nie tun. Normalerweise. Doch heute ist alles anders. "Gewissenlos für einen Tag" lautet die Herausforderung. So will Eric Mayer rauskriegen, ob das überhaupt geht: sein Gewissen an- und ausschalten. Und wie es sich anfühlt, mal nicht auf die innere Stimme zu hören.

    Erhältlich ist die DVD des Films unter: https://lizenzshop.filmwerk.de/shop/detail.cfm?id=3220 oder in Ihrer Medienzentrale.

    Filmtipp des Katholischen Filmwerks

    Mit Gefühl

    Kurzspielfilm, USA, 2020, 19 Minuten 
    Ein Film von Doug Roland 
    Produktion: Doug Roland Films in Kooperation mit dem Helen Keller National Center 
    empfohlen ab 14 Jahren, LE

    Der junge Tereek sucht sich in New York eine Bleibe und trifft auf den Taubblinden Artie, der die Straße überqueren will. Anfangs widerwillig hilft ihm Tereek jedoch, sich zurechtzufinden und lernt dabei, auf sein Herz zu hören.

    Erhältlich ist die DVD des Films unter: https://lizenzshop.filmwerk.de/shop/detail.cfm?id=3168 oder in Ihrer Medienzentrale.

    Filmtipp des Katholischen Filmwerks

    Maternal

    Spielfilm, Italien, Argentinien, 2019, 91 Minuten 
    Ein Film von Maura Delpero 
    Produktion: Alessandro Amato, Nicolás Avruj 
    empfohlen ab 14 Jahren, FSK 12

    Eine italienische Nonne kommt nach Buenos Aires, um ihr Noviziat zu beenden und ihre ewigen Gelübde abzulegen. Doch bei der Arbeit in einem Heim für minderjährige Mütter wird sie zur Bezugsperson eines kleinen Mädchens, dessen Mutter nach einem nächtlichen Ausflug nicht mehr zurückkehrt. Das löst in der Nonne unerwartete Gefühle und Bedürfnisse aus. Mit dokumentarischer Aufmerksamkeit beobachtet der Film einen rein weiblichen Mikrokosmos zwischen strenger Klosterordnung und dem quirligen Alltag zwischen Liebe, Schwangerschaft und Kindererziehung. Sehr subtil werden dabei unterschiedliche Facetten von Mutterschaft befragt, ohne einfache Lösungen zu präsentieren. „Maternal“ lädt dazu ein, über christliche Werte wie Liebe, Gemeinschaft und Beziehung, aber auch über patriarchale Strukturen und ihre lebensfeindlichen Deformationen zu sprechen. Sehr subtil hinterfragt der Film die Möglichkeiten der Mutterschaft, die Sozialarbeit der katholischen Kirche und die Lebensperspektiven der minderjährigen Mutter. (FILMDIENST)

    Erhältlich ist die DVD des Films unter: https://lizenzshop.filmwerk.de/shop/detail.cfm?id=3206 oder in Ihrer Medienzentrale.

    Filmtipp des Katholischen Filmwerks

    Der Mann, der nicht schweigen wollte (OmU)

    Kurzspielfilm, Kroatien, Frankreich, Bulgarien, Slowenien, 2024, 13 Minuten 
    Ein Film von Nebojša Slijepčević 
    Produktion: Antitalent Produkcija, Contrast Films, Les Films Norfolk, Studio Virc 
    empfohlen ab 14 Jahren, FSK 12, LE

    1993: Während des Bosnienkriegs wird ein Zug von einer paramilitärischen Einheit angehalten und kontrolliert. Die Soldaten prüfen Pässe und verhaften einzelne Passagiere im Zuge einer ethnischen Säuberungsaktion. Sie werden auch auf einen jungen Mann aufmerksam, der sich ängstlich verhält und keinen Ausweis mitführt. Doch gerade als ihm die Verhaftung droht, erhält er unerwartete Hilfe von einem Mitreisenden ...

    Erhältlich ist die DVD des Films unter: https://lizenzshop.filmwerk.de/shop/detail.cfm?id=3544 oder in Ihrer Medienzentrale.
     

    Tipps für Pfarrbriefredaktionen

    Stimmen aus der Gemeinde

    Lassen Sie Ihre Gemeinde zu Wort, zum Sprechen kommen. Richten Sie dafür in Ihrem Pfarrbrief die Rubrik „Stimmen aus der Gemeinde“ ein. Befragen Sie Ihre Gemeindemitglieder regelmäßig zu verschiedenen Themen. Und veröffentlichen Sie diese Statements in dieser Rubrik. So erhalten Sie ein weitgefächertes, vielfältiges, buntes Meinungsbild. Und geben Ihrer Gemeinde ein Gesicht. Menschen interessieren sich für Menschen. Leserinnen und Leser finden sich im Pfarrbrief wieder. Das stärkt die Leserbindung.

    Fragen Sie die Menschen in Ihrer Gemeinde nach Ihren Werten:

    • Welche Werte sind ihnen in ihrem Leben wichtig?
    • Und warum?
    • Wie sind diese Werte entstanden?
    • Haben sich diese Werte im Laufe der Zeit verändert?
    • Sind ihnen heute andere Werte wichtiger als früher?
    • Wie definieren sie „christliche Werte“?
    • Gibt es christliche Werte, die ihnen wichtig sind?
    • Wenn ja, welche?

    Werte-Leinwand

    Erstellen Sie eine kleine Tabelle mit christlichen Werten. Fragen Sie mehrere Gemeindemitglieder, welcher dieser Werte ihnen im Pfarreileben am wichtigsten ist. Gestalten Sie aus dieser Wert-Tabelle eine Werte-Leinwand. Streuen sie die Begriffe in bunten Farben auf eine Pfarrbriefseite. Verdeutlichen Sie anhand der Schriftgröße, welche Werte den Menschen wichtig sind. Schreiben sie die Werte in großer Schrift, die am häufigsten genannt wurden und den Menschen am wichtigsten sind. Und setzen sie die Werte, die am wenigsten genannt wurden, in die kleinste Schrift. So visualisieren Sie auf einen Blick, welchen Werten in Ihrer Gemeinde welche Bedeutung zukommt. Und welche Werte sich die Menschen verstärkt wünschen. Sie können Ihre Gemeindemitglieder auf diesem Wege anregen, über ihr Werteverständnis nachzudenken und es zu verändern, um ein wert-volleres Gemeindeleben zu gestalten.

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