„Ich war im Gefängnis und ihr …“

Das Schwerpunktthema für Februar 2019

am 10/29/2018 - 05:00  

Ja, was machen wir, wenn wir hören, dass Menschen im Gefängnis sitzen? Betrüger, Drogendealer, Vergewaltiger, vielleicht Mörder? Da kommt wohl erst mal kein Mitgefühl auf. Wohl eher Gedanken, wie: „Selber schuld.“ und „Hoffentlich bleibt er lang da drin.“ Anders Jesus. Im Matthäus-Evangelium spricht er den Satz: „Ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen“. Für ihn ist das ein Beurteilungskriterium der Menschen beim Jüngsten Gericht. Warum ist Jesus die Sorge um die Gefangenen so wichtig? Was bewegt Menschen, sich um die Gefangenen zu kümmern, und welche Erfahrungen machen sie? Wie erleben die Gefangenen ihre Haftzeit? Nehmen Sie Ihre Leserinnen und Leser in einer Pfarrbriefausgabe mit an diesen Ort. Die Bausteine dieses Monatsthemas unterstützen Sie dabei.

    Bilder
    von

    Martin Wigger/Steffen Zimmermann, www.katholisch.de

    Rund 60.000 Menschen sitzen ihre Strafen in 180 deutschen Gefängnissen ab (Stichtag: 31. März 2018). Gefängnisseelsorger kümmern sich um die, die schwere Schuld auf sich geladen haben. In diesem Bereich arbeiten sowohl Kleriker als auch Laien.

    Menschliches Handeln hängt auch von den Umständen ab – ein psychologisches Experiment

    von

    C.Z., Gefangener der JVA Würzburg, www.gefaengnisseelsorge.net

    […] In den USA wurde in den 70er Jahren eine interessante Studie durchgeführt. Man versuchte herauszufinden, ob es Menschen gibt, die sich unabhängig von der jeweiligen Situation durchgehend barmherzig verhalten.

    Gedanken einer 25jährigen Frau vor ihrer Entlassung

    von

    Eine Gefangene aus der JVA Würzburg, www.gefaengnisseelsorge.net

    Ich bin nun bereits drei Jahre in Haft und die Zeit steht still, obwohl sie doch weiter läuft! Zu Haftbeginn fühlt man sich einfach nur zerstreut und alleine, alleine mit den eigenen Fehlern – man stellt sich viele Fragen, aber findet keine Antworten!

    Gefängnisalltag im Frauenvollzug

    von

    Eine Gefangene aus der JVA Vechta, www.gefaengnisseelsorge.net

    Eine Frau schrieb für ihren Mann einen Brief, damit er sich vorstellen kann, wie es im Gefängnis ist. Die Frau ist zum ersten Mal in der Justizvollzugsanstalt (JVA) für Frauen:

    Gefängnisseelsorger Manfred Heitz beschreibt, warum er ein Herz für Totschläger und Vergewaltiger hat

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    „Wie kannst du mit einem sprechen, der seine Frau erschlagen hat?“ Auf einer Geburtstagsparty wurde ich von einer Bekannten meines Bruders mit dieser Frage überfallen. Im Gespräch stellte sich heraus, dass sie mit dem Opfer gut befreundet war.

    Der Buchtipp: Begegnung mit einem Mörder

    von

    Rowohlt Verlag

    2013 stehen sich Steffen Schroeder und Micha im Gefängnis Berlin-Tegel zum ersten Mal gegenüber. Ein Gespräch über ihre schwierige Jugend bringt sie einander näher, bei allen Unterschieden: Schroeder wurde Schauspieler, Micha rutschte ins rechte Milieu ab, brachte einen Menschen um.

    Schuld, Sühne, Gefängnisalltag: Steffen Schroeders Begegnung mit einem Mörder – ein Interview

    von

    2013 stehen sich Steffen Schroeder und Micha im Gefängnis Berlin-Tegel zum ersten Mal gegenüber. Ein Gespräch über ihre schwierige Jugend bringt sie einander näher, bei allen Unterschieden: Schroeder wurde Schauspieler, Micha rutschte ins rechte Milieu ab, brachte einen Menschen um.

    Der Buchtipp: Ein Kinderbuch über das Leben hinter Gittern

    Das Gefängnis ist ein Ort, den man nicht kennt. Und trotzdem sind viele Menschen davon betroffen, als Straffällige, als Angehörige, als Freunde oder Nachbarn. Z.B. gibt es in Deutschland rund 100.000 Kinder und Jugendliche, von denen ein Elternteil im Gefängnis sitzt. In der Regel sind es die Väter.

    Die beiden Autoren Thomas Engelhardt und Monika Osberghaus und die Illustratorin Susann Hesselbarth haben einige Gefängnisse besucht und erhielten Zugang zu Menschen und Räumen, wie man es als normaler Besucher nicht erlebt. So entstand die Geschichte der achtjährigen Sina und ihrem Vater Robert, der für drei Jahre ins Gefängnis muss. Das Buch erzählt und zeigt den Alltag hinter Gittern – was es dort zu essen gibt, wer dort lebt und arbeitet, wie ein Haftraum aussieht, was die Gefangenen den ganzen Tag lang machen und wie es ist, wenn man wieder rauskommt.

    Thomas Engelhardt, Monika Osberghaus: Im Gefängnis: Ein Kinderbuch über das Leben hinter Gittern, Klett Kinderbuch, ab 8 Jahren, 14 Euro

    Hinweise:

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