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Für eine gute Kommunikation

Geprüft: Pfarrbrief „Communio – miteinander Kirche sein“ der Kirchengemeinde Koblenz

von Christine Cüppers am 22.02.2026 - 05:55  

Pfarrei St. Aposteln, Koblenz

Pfarrbrief „Communio – miteinander Kirche sein“, Titelseite der Ausgabe Dezember/Januar

Oft heißt der Pfarrbrief einfach nur Pfarrbrief. Womit ja auch ausgesagt ist, worum es geht. Einige Pfarreien und Redaktionen wollen diese Aussage aber noch vertiefen, ihr eine besondere Bedeutung und Zielrichtung geben. So auch in Koblenz. „Communio“ heißt hier der Pfarrbrief, was übersetzt „Gemeinschaft“ bedeutet. Oder, wie es der Untertitel formuliert: miteinander Kirche sein.

Angesichts der wachsenden Einheiten ist das eine Herausforderung. Sechs Gemeinden sind „unter einen Hut“ zu bringen. Das bedeutet jede Menge Arbeit, auch für die Pfarrbriefredaktion. So viele Gottesdienste gerade zu Feiertagen, dazu noch die vielen Veranstaltungshinweise, von Rückblicken oder gar Hintergrundinformationen und Lesestoffen ganz zu schweigen. Aber genau darum geht es bei der Pfarrbriefarbeit: um gute Kommunikation in der Gemeinde, mit möglichst allen Menschen vor Ort.

Titel

Da ist er, der originelle Name für diesen Pfarrbrief. Oben fällt er sofort ins Auge – bevor dieses sich in viel zu viel Seiteninhalt verliert. Ja, die Titelseite soll informieren über das Produkt. Also müssen neben dem Namen Ort und Gültigkeitszeitraum benannt sein. Und ein Bild sollte es geben, das den Blick anzieht, vielleicht nachdenklich stimmt, auf jeden Fall neugierig macht auf den Inhalt. Damit ist eine Titelseite dann aber auch gut gefüllt. Hier gibt es von allem irgendwie zu viel: Neben der Ortsbenennung noch ein Logo. Neben der Auflistung der Kirchorte (die müsste gar nicht auf die Titelseite) auch noch die Fotos der Kirchen (aber ohne Benennung). Und dann nicht nur ein weihnachtliches Bildmotiv, sondern zwei. Und zu guter Letzt noch die Segenswünsche der Redaktion. 

Dazu kommt: Alles wirkt ungefähr gleich wichtig. Nichts hebt sich so deutlich hervor, dass das Auge sofort weiß, wo es zuerst hinschauen soll und was die eigentliche Hauptaussage der Seite ist. Auch die Schriftgrößen, Abstände und Textblöcke unterscheiden sich zu wenig, um hier eine klare Orientierung zu geben.

Diese Überfülle ist eindeutig zu viel, wirkt überfordernd statt einladend.

Pfarrei St. Aposteln, Koblenz

Bild 1

Pfarrei St. Aposteln, Koblenz

Bild 2

Gelungen

Bild 1: Übersichtlich und klar gegliedert wird die Gottesdienstordnung präsentiert. Hier finden die Leser alle wichtigen Informationen zu Datum und Ort, Uhrzeit und Art des Angebots. Darüber hinaus gibt es für jeden Tag die entsprechenden Hinweise auf besondere Tagesfeste sowie die Lesungstexte. Auch die Zelebranten sind genannt, ebenso die Messintentionen. Und Sonn- und Feiertage sind farblich hervorgehoben. Das erspart die eine oder andere unnötige Suche.

Bild 2: Eigentlich ist auch diese Seite überfüllt. Gerade der obere Teil aber ist ein schönes Beispiel, wie Kontaktdaten besonders zum Seelsorgeteam präsentiert werden können. Name und Funktion, dazu Telefonnummer und E-Mail-Adresse, dann noch die Aufgabenzuordnung und vor allem ein Foto. Damit werden die Seelsorger nahbarer und können „auf der Straße“ angesprochen werden – auch und gerade von Menschen, die vielleicht gerade ein Gespräch suchen, die Seelsorger aber nicht aus dem Gottesdienst kennen. Man hat einen „ersten Eindruck“, der einen Einstieg in die Kontaktaufnahme erleichtern kann.

Pfarrei St. Aposteln, Koblenz

Bild 3

Pfarrei St. Aposteln, Koblenz

Bild 4

Pfarrei St. Aposteln, Koblenz

Bild 5

Pfarrei St. Aposteln, Koblenz

Bild 6

Ausbaufähig

Bild 3: Geistliche Impulse der Seelsorgenden sind wertvolle Bestandteile des Pfarrbriefs, besonders zu Festtagen. Die Leser haben meist etwas mehr Zeit für die Lektüre. Da tut es gut, Anregungen zum Nachdenken zu erhalten, Wissenswertes zum Fest erklärt zu bekommen oder – wie in diesem Fall – Einblicke in eine Weltregion zu erhalten und diese trotz aller Konflikte in den Kontext der Weihnachtsbotschaft stellen zu können. Doch der kompakte Textblock wirkt eher abschreckend, als dass er zum Lesen einladen würde. Unbedingt hätte es hier Zwischentitel zur Auflockerung und auch zur Gliederung gebraucht sowie eine aussagekräftige Überschrift.

Bild 4: Terminhinweise gehören in den Pfarrbrief. Und Bilder tragen oft dazu bei, Textlandschaften aufzulockern. Das gelingt aber nur, wenn die Fotos auch eine Aussagekraft haben. Bilder, die kaum zu erkennen sind, Plakatabdrucke, deren Text unlesbar ist – die haben ihren Sinn verfehlt. Da die Gottesdienstangebote in der Gottesdienstordnung aufgeführt sind, braucht es im Grunde keinen eigenen Hinweis. Wenn man aber besonders einladen will, wäre es wirkungsvoller, beispielsweise den Kinderchor „Kirchenmäuse“ etwas näher vorzustellen.

Bild 5: Rückblicke auf besondere Ereignisse und Veranstaltungen sind ebenfalls wichtige Bestandteile des Pfarrbriefs. Für die einen dienen sie zur Erinnerung an Erlebtes, für andere als Hinweis, was so geboten wird in der Pfarrei, und als mögliche Anregung, bei nächster Gelegenheit selber dabei zu sein. Oft sind es gerade die Fotos von solchen Veranstaltungen, die neugierig machen. Wer war denn da alles dabei bei der Wanderung? Kenne ich jemanden, dem ich mich mal anschließen könnte? Leider kommt dieser positive Effekt beim Bild auf dieser Seite nicht zum Tragen. Es ist zu klein, um eine der Teilnehmerinnen erkennen zu können. Und so interessant und gelungen die Begegnung von Kirche und Theater in St. Elisabeth ganz sicher war: Dieser Beitrag würde deutlich mehr Aufmerksamkeit finden, wenn es dazu ein Foto gäbe – in angemessener Größe und mit entsprechend klarer Aussage.

Bild 6: Noch einmal dreht es sich bei dieser Beispielseite ums Thema Foto: Die Teilnehmenden der Pilgerreise nach Rom werden sich bestimmt an die wunderbaren Orte und Eindrücke erinnern, wenn sie diese Seite anschauen. Und trotzdem braucht es für alle anderen Bildunterschriften. Bei dieser Collage könnte in zwei, drei Zeilen im Uhrzeigersinn aufgeführt werden, was die Fotos zeigen. Ansonsten gehört zu jedem Foto eine knappe Erläuterung, wer und was zu sehen ist. 

Allgemeine Informationen

  • Erscheinungsweise: monatlich, außer Dezember-Januar und Juli-August 
  • Auflage: 1-200 Exemplare 
  • Umfang: variiert zwischen 32 bis 44 Seiten 
  • Format: Din A 5
  • Verteilung: je nach Pfarrbezirk Verteilung durch ehrenamtliche Austräger, Versendung per E-Mail oder Auslage in den Kirchen  
  • Kontakt zur Redaktion: Kirchengemeinde Koblenz Sankt Aposteln, Koblenzer Straße 16, 56073 Koblenz, E-Mail: pfarrbrief@st-aposteln-koblenz.de

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