Werner Ahrens gestaltet Kreuzweg-Piktogramme

Ronja Goj
Diese Seite druckenPDF version
Kreuzweg Station 8

© Werner Ahrens, Balve

Die Kreuzweg-Piktogramme sind zeichenhaft auf das Wesentliche reduziert. Sie laden die Menschen ein, das Gewohnte anders zu sehen und ihren persönlichen Kreuzweg zu gehen. Mit Bezug auf ihre Gemeinde, ihren Ort, in dem sie zuhause sind.

Gelb sind sie. Sonnengelb, warmgelb. Mit drei Xen darauf. Und schwarzen Linien. Die gerade sind, gewunden, verschlungen, gestrichelt. Die Kreuzweg-Piktogramme von Werner Ahrens. Auf gelben Schildern, Ortsschildern hat er 14 Stationen illustriert. Kürzelhaft. Zeichenhaft. Auf das Wesentliche reduziert. Losgelöst von der Abbildung eines Menschen. Stattdessen wird der Mensch zum Kreuz.

„Meine Kreuzweg-Piktogramme sollen von einem „Kunst-Gesicht“ freimachen, denn keiner weiß mehr, wie Jesus ausgesehen hat“, erklärt Werner Ahrens. „Die Grafiken sollen die Fantasie ansprechen und jedem Einzelnen die Möglichkeit geben, einen persönlichen Kreuzweg zu gehen.“

Zu jeder Grafik hat er einen Text verfasst, einen Gedankenimpuls. Damit überträgt er den Kreuzweg Jesu aus der Vergangenheit in die Gegenwart. Ins Heute, ins Jetzt. In den gewöhnlichen Alltag gewöhnlicher Menschen. In ihre Stadt, in ihre Gemeinde. Und konfrontiert sie mit den Problemen vor Ort. Mit den Problemen ihrer Zeit. „Die Gedanken und Texte sind auf unser heutiges Miteinander abgestimmt“, erklärt er. Dabei ist vom Betrachter eine Bereitschaft zum Nachdenken gefordert, zum Meditieren, zum Beten. „Wenn Sie die Kreuzweg-Piktogramme ansehen, werden Sie erkennen, dass es viele Standpunkte gibt, wie ich Texte und Bilder sehen kann. Wie ich etwas für mich sehe und erkenne.“

Werner Ahrens ist Grafiker. Als junger Mann macht er eine Ausbildung als Schriftsetzer. Studiert an der Kunsthochschule Köln. Schließt als Diplom Grafik-Designer ab. „Die Zeit meines Studiums in Köln war sehr prägend für mich“, erzählt er. Als Student wohnt er fünf Jahre lang über dem Kreuzgang von „St. Maria im Kapitol“. Einer der großen romanischen Kirchen Kölns, die man im 11. Jahrhundert über die Fundamente eines römischen Kapitolstempels gebaut hatte. „Dieser kirchliche Bereich war mein Zuhause. Mit seiner Geschichte. Mit seinen Erwartungen an die Menschen in der heutigen Zeit“, sagt er. In dieser Zeit gestaltet er das Prägesiegel für Kardinal Frings. Das Siegel für Dompropst Carolus Gielen. Später einige Pfarrsiegel der Diözese Paderborn.

Nach seinem Studium bleibt er in Köln. Arbeitet fünf Jahre lang als grafischer Gestalter und Hersteller im Verlagshaus Bachem und im Jakob Hegner Verlag. Und ist anschließend bis zu seiner Rente 2013 als Freiberufler tätig. Führt seine eigene Werbeagentur. Gestaltet Werbung.

Die Freiberuflichkeit ist es, die ihn 1963 in die kleine Stadt Balve in Nordrhein-Westfalen zurückzieht. Die Heimatstadt seiner Mutter. Und die Stadt, in der er einen Teil seiner Kindheit verbracht hatte. Denn der Krieg führte ihn damals dorthin. 1945. Zusammen mit seiner Mutter. Sein Vater war bereits tot. 1944 von Partisanen in Frankreich erschossen.

„Die Erziehung, die Übungen, die mir als Kind aufgetragen wurden, der Umgang in der Schule und im Beruf, sind mein Fundament“, erzählt Ahrens. Und die Erfahrungen, die er gemacht hat, als Messdiener, in der intensiven Mitarbeiten im Pfarrgemeinderat und als Vorsitzender des Dekanatsrats.

Neben all diesen Tätigkeiten, seinem Beruf bleibt ihm nur wenig freie Zeit. Doch immer wieder gestaltet er damals Bilder mit religiösem Hintergrund. Bis heute. Zeichnet, malt er, schreibt er Bücher. Gestaltet mit seinen 82 Jahren Kreuzweg-Piktogramme. Die modern sind, nachdenklich und frisch. Denn er will damit etwas erreichen. Er will, dass die Menschen den bekannten Kreuzweg, den Kreuzweg, in den Kirchen, einmal anders sehen, anders erleben. „Die Piktogramme sollen den Menschen die Chance geben das Gewohnte anders zu sehen. Sie sollen dem Einzelnen die Chance geben, im eigenen Erleben und im eigenen Tun aktuell vor Ort zu sein. Darum auch die gelben Ortsschilder.“

Drucken Sie den Kreuzweg auch in Ihrem Pfarrbrief ab. Weiter unten stehen für Sie die Materialien zum Download zur Verfügung, also die einzelnen Kreuzwegstationen als Bilder, dazu passend je zwei verschiedene Texte in den jeweiligen Bildunterschriften. Ein Beispieldokument zeigt, wie das Layout des Kreuzwegs in Ihrem Pfarrbrief aussehen könnte.

Geschrieben von: 

Downloads: 

Ein Beispiel, wie Sie den Piktogramm-Kreuzweg in einem Pfarrbrief grafisch aufbereiten können

von Werner Ahrens

© Werner Ahrens, Balve

Ortsschilder

© Werner Ahrens, Balve

Ein alltäglicher! Kreuzweg: Hinter jedem Ortsschild leben Menschen …

© Werner Ahrens, Balve

Kreuzweg Ortsschilder Beschreibung

© Werner Ahrens, Balve

Version 1: Piktogramme sollen von einem „Kunst-Gesicht“ freimachen, die Fantasie ansprechen und die Chance geben, einen persönlichen Kreuzweg zu gehen, im eigenen Erleben und Tun „aktuell vor Ort“ zu sein – heute – Version 2: Meditation: Dieser Weg wird kein leichter sein … Balve. Ein Tag im Jahr 1614. Es ärgerte einige Bürger, dass die Frau des Bürgermeisters sich um die Hexen, die in den Balver Verliesen gefoltert wurden, nachts kümmerte, ihnen Milch und Brot brachte. Sie konnte auch nur eine Hexe sein! Als der Bürgermeister dienstlich ausgeritten war, hat man sie schnell der Zauberei angeklagt und auf einem Karren zur Richtstätte gefahren und getötet. Zu spät kam der Bürgermeister zurück. Voll Wut riss er das Richtschwert an sich und vertrieb Henker und Gehilfen. Legte seine liebe Frau auf wilden Rosenblüten ins Grab und musste dann fliehen. Als weißbärtiger Mönch kam er nach Jahren an das Grab zurück. Danach sah man ihn nie mehr.- Und heute? Wie schnell urteilen wir über Andere! Wie schnell machen wir eine Person, die uns im Weg ist, zum Ärgernis. Dichten ihr etwas an – heute sagt man Mobbing dazu, es hört sich nicht so schlimm an. Wir tun aber nichts anderes als um 1600. Wir verbreiten Gerüchte über sie, machen sie unmöglich. Unter Umständen muss sie ihre geliebte Umgebung verlassen. Lange hat man sie gequält. Nun ist sie ausgestoßen, fühlt sich beinahe zum Galgen gefahren, ob sie zurückkommen wird? Ihr Lebens-„Karren“ fährt weiter…!

© Werner Ahrens, Balve

Kreuzweg Station 1

© Werner Ahrens, Balve

Version 1: Jesus wird zum Tod verurteilt: Justizirrtum. Mobbing. Bestechung. Wir verlieren unseren Einfluss. Politik. Verräter. Ruhestörer. Neid. Liebetöter. Version 2: Jesus wird zum Tod verurteilt: Wie oft verurteilen und verspotten wir einander, machen einander fertig. Viele zeigen auf das Schlechte im anderen, um selber besser dazustehen.

© Werner Ahrens, Balve

Kreuzweg Station 2

© Werner Ahrens, Balve

Version 1: Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern: Du bist ein Kreuz. Du wirst zur Last. Keine halben Sachen. Version 2: Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern: Herr, hilf mir mein Kreuz zu tragen: Krankheit, Alter, Sorgen, Enttäuschungen und zerbrochene Beziehungen können mein Kreuz sein. Herr begleite mich auf meinem Lebensweg.

© Werner Ahrens, Balve

Kreuzweg Station 3

© Werner Ahrens, Balve

Version 1: Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz: Pass doch auf wo du hintrittst. Schwächling. Blamage. Du fällst und alle lachen. Version 2: Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz: Grenzenloser Genuss verspricht den Menschen Glück und Befriedigung. Viel Unheil und Leid erwächst daraus oft für die ganze Familie, gib Kraft aufzustehen!

© Werner Ahrens, Balve

Kreuzweg Station 4

© Werner Ahrens, Balve

Version 1: Jesus begegnet seiner Mutter: Menschlichkeit. Halt mich fest. Trostlos. Du musst es ertragen. Ausweglos. Ich will kein Mitleid. Warum musst du dich auch einmischen. Version 2: Jesus begegnet seiner Mutter: Maria leidet mit ihrem Sohn, aber Jesus tröstet sie. Auch in der Familie muss ich trösten, einander aufrichten und bereit zur Versöhnung sein.

© Werner Ahrens, Balve

Kreuzweg Station 5

© Werner Ahrens, Balve

Version 1: Simon von Cyrene wird gezwungen, Jesus zu helfen: Warum helfen? Moral. Gewissen. Ich zahle doch Steuern. Gutheit ist Dummheit. Sympathisant. Version 2: Simon von Cyrene wird gezwungen, Jesus zu helfen: Auch ich bin aufgefordert zu helfen, wo werde ich gebraucht. Fremdes Leid soll uns anrühren oder sagen wir: Wozu, ich zahl doch Steuern.

© Werner Ahrens, Balve

Kreuzweg Station 6

© Werner Ahrens, Balve

Version 1: Veronika reicht Jesus ihr Schweißtuch: Sein Blick traf mich. Spiegelbild. Schuld. Er sah mich an. Zeichensprache. Alle standen gaffend am Weg. Vielleicht macht das Tuch Geschichte. Gesichtsverlust. Souvenir. Version 2: Veronika reicht Jesus ihr Schweißtuch: Sein Blick traf Veronika ins Herz, sie musste helfen, ganz spontan reichte sie ihr Tuch. Reagiere ich auch so oder spekuliere ich auf Öffentlichkeit: … das Tuch macht doch Geschichte.

© Werner Ahrens, Balve

Kreuzweg Station 7

© Werner Ahrens, Balve

Version 1: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz: Rückfällig. Stolpersteine. Viele werden überfordert. Lächerlich, er wollte ein Retter sein. Version 2: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz: Wie leicht falle ich, trotz meiner guten Vorsätze, wieder in die alten Fehler zurück. Gott hilft mir auch nach Rückfällen, er hilft mir immer wieder auf.

© Werner Ahrens, Balve

Kreuzweg Station 8

© Werner Ahrens, Balve

Version 1: Jesus spricht zu den weinenden Frauen: Klagen hilft nicht. Hilflosigkeit. Zeig Herz. Was ist Liebe? Unglücklich. Heulsusen. Version 2: Jesus spricht zu den weinenden Frauen: Weine nicht über mich, sondern ändere dein Verhalten. Es genügt nicht, wenn ich mich bedauere. Ich muss bereit sein mir selbst zu helfen. Klagen hilft nicht.

© Werner Ahrens, Balve

Kreuzweg Station 9

© Werner Ahrens, Balve

Version 1: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz. Entwürdigt. Schicksalsschläge. Armes Schwein. Bosheiten. Viele legen mir Steine in den Weg. Verantwortungslos. Verzweiflung. Den Boden unter den Füßen verlieren. Version 2: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz. Einige legen mir Stolpersteine in den Weg, pass doch auf wo du hintrittst, armes Schwein. Mein Selbstbewusstsein wollen sie mir nehmen, selbst in der Blamage liegt Hoffnung.

© Werner Ahrens, Balve

Kreuzweg Station 10

© Werner Ahrens, Balve

Version 1: Jesus wird seines Gewandes beraubt: Gedemütigt. Nackt bist du hilflos. Lächerlich. Armut. So kann man dich bloßstellen. Lustbarkeit. Ausbeuten. Kleider machen Leute. Version 2: Jesus wird seines Gewandes beraubt: Nackt bin ich hilflos, ich bin meiner Würde beraubt, ich werde verleumdet, ausgenützt und hintergangen. Ich bitte dich für alle, die Menschen schamlos für sich ausnutzen, vergib!

© Werner Ahrens, Balve

Kreuzweg Station 11

© Werner Ahrens, Balve

Version 1: Jesus wird an das Kreuz genagelt: Mord. Unglückliche Umstände. Fertig gemacht. Ich wurde darauf festgenagelt. Befehl. Tragödie. Version 2: Jesus wird an das Kreuz genagelt: Jesus wurde darauf festgenagelt, sie haben entschieden. Mord, nein, unglückliche Umstände! Eine Tragödie, ja, ich glaube auch, das war falsch! Aber etwas wird schon dran sein. Ausrede!

© Werner Ahrens, Balve

Kreuzweg Station 12

© Werner Ahrens, Balve

Version 1: Jesus stirbt am Kreuz: Der Tod lauert überall. Ich habe es nicht gewusst. Mir fehlte Mut. Wir haben uns geirrt. Kopfgeld. Befreiung. Erlösung. Version 2: Jesus stirbt am Kreuz: Ich habe dich wie einen Verbrecher hinrichten lassen. Der Tod ist überall, aber hier ist es ein Justizirrtum. Ich hatte Angst, dass ich meinen Einfluss verliere. Er war ein Ruhestörer.

© Werner Ahrens, Balve

Kreuzweg Station 13

© Werner Ahrens, Balve

Version 1: Jesus wird vom Kreuz abgenommen: Wir sind erschüttert. Das hatte er nicht verdient. Blamage. Hinterher sind alle klüger. Version 2: Jesus wird vom Kreuz abgenommen: Ich bin erschüttert. Die Mutter bekommt ihren Sohn tot zurück. Millionen Söhne sterben in Kriegen, auf den Straßen, durch Krankheiten, bei der Arbeit, durch Drogenmissbrauch!

© Werner Ahrens, Balve

Kreuzweg Station 14

© Werner Ahrens, Balve

Version 1: Jesus wird ins Grab gelegt: Tot ist tot, was soll der Aufwand. Immer sterben Menschen für Ideale. Die Idee lebt weiter. Zeichen setzen. Grenzstein. Er hat uns aufgewühlt. Bring den Stein ins Rollen. Er lebt, darum kannst du seinen Schatten nicht tottreten. Version 2: Jesus wird ins Grab gelegt: Tot ist tot, das glaubst du? Aber Christus lebt, sonst würdest du seinem Schatten nicht folgen. Auch Verleumdungen und Denunzierungen werden es nicht schaffen.

Anzeigen

Adobe Software für Kirchen
Kirchengemeinden erhalten InDesign, Photoshop u. Co. zu deutlich reduzierten Preisen.
basis1.com

Hier könnte Ihre Werbung stehen
Ihre Anzeige erscheint auf der Startseite sowie auf 25.000 Folge-/Unterseiten.
Mehr Infos

wo2oder3.de
Finanzierung sichern und gemeinsam Projekte verwirklichen - mit dem christlichen Crowdfunding der Pax-Bank eG
www.wo2oder3.de

Klima schützen: CO2 vermeiden – reduzieren – kompensieren
Mit der Klima-Kollekte App klimafreundlich unterwegs und unvermeidbare Emissionen ausgleichen.

www.klima-kollekte.de/app/