Die Kunst der Kommunikation in größeren Räumen

Geprüft: Pfarrbrief des Pastoralen Raums Wadern

von Christine Cüppers am 30.11.2025 - 05:55  

Pastoraler Raum Wadern

Die Titelseite des Pfarrbriefs Pastoraler Raum Wadern, Ausgabe Oktober 2025

Es ist wohl die größte Herausforderung für Pfarrbriefredaktionen seit Jahren: die Kommunikation mit den Menschen so zu gestalten, dass sie sich mitgenommen fühlen in diesen neuen, größeren Einheiten, die aus mehreren Pfarreien entstanden sind. Die Kunst liegt vor allem darin, die ehemaligen Strukturen nicht völlig außer Acht zu lassen, dieses Neue aber eben auch in seiner Umsetzung sowie den Möglichkeiten und Chancen „rüberzubringen“.

Im vorliegenden Pfarrbrief gibt es einen „allgemeinen“ Teil mit Informationen, die den gesamten Pastoralen Raum betreffen. Und dann sind da noch die Seiten für die einzelnen Pfarrbezirke, die ehemaligen Pfarreien. Diese Teile optisch möglichst einheitlich und inhaltlich doch allgemein interessant zu gestalten, ist eine große Aufgabe. Der Pastorale Raum Wadern zeigt gute Lösungen für diese Herausforderung.

Titel

Oktober ist Schöpfungszeit, Zeit des Erntedanks. Da passt das stimmungsvolle Foto perfekt als Titelbild für die Oktober-Pfarrbrief-Ausgabe. Eine entsprechende Textzeile wie „Erntedank“ zum Bild wäre trotz aller Klarheit dennoch sinnvoll. 
Über dem Foto finden sich die wichtigen Informationen zum Produkt. Vor allem für „Nicht-Insider“, die es unter den Pfarrbrief-Lesern bestimmt gibt, erschließt sich die Bedeutung des Logos eher nicht. Das enthält eigentlich noch den Zusatz „Für Mensch und Welt“, womit wenigstens die allgemeine Zielsetzung deutlich werden würde, die das zugehörige Bistum Trier formuliert hat.

Pastoraler Raum Wadern

Bild 1

Pastoraler Raum Wadern

Bild 2

Pastoraler Raum Wadern

Bild 3

Pastoraler Raum Wadern

Bild 4

Bild 1: 40 Jahre im pastoralen Dienst im Bistum - das ist eine Leistung, die Dank und Anerkennung verdient, und das auch in aller Öffentlichkeit. Somit ist der Pfarrbrief genau der richtige Ort für die Würdigung der langjährigen Gemeindereferentin. Die persönliche Art und Weise, wie dies in dem Beitrag geschieht, lädt zum Lesen und Mit-Gratulieren ein. Sehr wertvoll ist es, dass die Jubilarin auch im Foto gezeigt wird. Vielleicht kennt sie ja noch nicht jede und jeder im weiten Pastoralen Raum.

Bild 2: Diese Beispielseite zeigt, wie die jeweiligen Bereiche für die einzelnen Pfarrbezirke im Pfarrbrief eingeführt werden: Jeder Bezirk hat seine eigene Farbe, die in Kopfzeile und Überschriften sowie farblich unterlegten Kästen beibehalten wird. Zudem enthält diese „erste Seite“ die wichtigen Kontaktdaten zum örtlichen Pfarrbüro und weitere Infos, auf die es in dieser Ausgabe besonders hinzuweisen gilt. Das sind mehrfach die regelmäßigen Gottesdienstangebote, es kann aber auch eine Konzert- oder sonstige Veranstaltungsankündigung sein. Damit finden die Menschen vor Ort ihre jeweiligen Ansprechpartner und Nachrichten – wobei ein Inhaltsverzeichnis deutlich helfen würde, diesen Service einfacher nutzen zu können.

Bild 3: Na, wenn man sich durch diesen Beitrag nicht gleich zum Mitsingen eingeladen fühlt! Die Überschrift unterscheidet sich sehr von den ansonsten eher sachlichen Titeln. Dabei sollte eine Überschrift neugierig machen und quasi die Textlektüre einfordern. Das gelingt hier wunderbar: Wer wollte nicht wissen, wie, wann und wo man dieser Freude am Singen nachkommen und eventuell ein Hobby pflegen kann? Optimal wäre noch, wenn für diese Einladung die ganze Seite zur Verfügung gestellt und der doch recht umfangreiche Text mit Zwischenüberschriften unterteilt und damit leichter lesbar gestaltet worden wäre.

Bild 4: Übersichtlich, klar gegliedert, die Farbgestaltung aufnehmend präsentiert diese letzte Seite des Pfarrbriefs alle wichtigen Kontaktdaten zu den Seelsorge-Teams und Büros. Dieser kompakte Service ist ein wertvolles Angebot für die Leserinnen und Leser, das gut zu nutzen ist.  

Pastoraler Raum Wadern

Bild 5

Pastoraler Raum Wadern

Bild 6

Pastoraler Raum Wadern

Bild 7

Ausbaufähig

Bild 5: Ein „Einblick in das Leben unserer Katholischen Kita St. Hubertus Niederlosheim“ ist ein guter und wichtiger Beitrag für den Pfarrbrief. Schließlich sollen nicht nur die Betroffenen wissen, was in diesen Einrichtungen gerade auf dem Programm steht. Die Kitas gehören zur Gemeinde und sollten daher auch für alle Gemeindemitglieder „auf dem Schirm“ sein. Einen Überblick zu geben, ist daher sehr sinnvoll. Schade nur, wenn dies aufgrund optischer Mängel wenig einladend wirkt. Ja, da sind die beiden gut ausgewählten und platzierten Fotos. Dabei fehlt es aber schon an der erklärenden Bildunterschrift. Zudem würde der umfangreiche Text viel eher zum Lesen einladen, wenn er durch Zwischentitel gegliedert und aufgelockert wäre. Und gäbe es dann noch eine neugierig machende Überschrift, würde der Beitrag deutlich einfacher sein Ziel erreichen.

Bild 6: Bunt soll er ja sein, der Pfarrbrief. Und im vorliegenden Exemplar haben die Farben ja auch ihren „Hintergrund“. Auf dieser Seite allerdings wird es etwas zu bunt – und damit ein wenig unübersichtlich. Im oberen Teil sind zu viele Logos. Dabei wird erst bei mehrmaligem Lesen deutlich, wozu hier genau eingeladen wird. Einen zweiten Blick braucht es dann auch, um die quasi eigene Rubrik der „Büchereien im Pastoralen Raum“ zu erkennen. Wie auch auf anderen Seiten im Pfarrbrief sollte klarer zwischen „Veranstaltungshinweis“ und „Allgemeinen Informationen“ unterschieden werden.

Bild 7: Das Thema „Textgliederung“ passt auch zu dieser Beispielseite: Die Bedeutung der Wort-Gottes-Feiern darzustellen und den dabei engagierten Menschen in der Pfarrei zu danken, ist natürlich bestens aufgehoben im Pfarrbrief. Allerdings würde der Beitrag sicher deutlich mehr Interesse finden, wenn er ansprechender gestaltet wäre. Zwischenüberschriften sind dazu ein ideales Mittel. Außerdem stellt sich für Leser vielleicht die Frage, ob und wie sie in dem Wort-Gottesdienst-Team mitmachen können. Gilt der Hinweis auf die nächste Besprechung auch als Einladung? Das sollte aus dem Text eindeutig hervorgehen. 

Allgemeine Informationen

  • Erscheinungsweise: monatlich
  • Auflage:  4000 Exemplare
  • Umfang: 50 Seiten – variabel je nach den Inhalten
  • Format: Din A 5
  • Verteilung: Ehrenamtliche Austräger und Auslage in den Kirchen  
  • Kontakt zur Redaktion: Pastoraler Raum Wadern, Poststraße 1, 66687 Wadern, wadern@bistum-trier.de

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Die beiden Journalistinnen Christine Cüppers und Ingrid Fusenig nehmen Pfarrbriefe unter die Lupe. Wer diesen kostenfreien Service von Pfarrbriefservice.de nutzen möchte, schickt am besten sowohl eine pdf-Datei des Pfarrbriefs an elfriede.klauer@pfarrbriefservice.de als auch die gedruckte Version per Post an Pfarrbriefservice.de, Team Pfarrbrief-Check, Haus Sankt Bruno, Promenade 37, 97437 Haßfurt. Jede Pfarrbriefredaktion erhält einen kostenfreien schriftlichen Prüfbericht, ausgewählte Beispiele werden nach Absprache online besprochen.

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