Religiöses Buch des Monats April 2018

Borromäusverein
Religiöser Buchtipp für April 2018

© Gütersloher Verlagshaus

Das Cover des Religiösen Buchtipps für April 2018

„Ich bin Jesus begegnet.“ Wenn Ihnen das jemand sagen würde, wie würden Sie reagieren? Mit Kopfschütteln? Mit Skepsis? Die dänische Journalistin Charlotte Rørth berichtet, dass sie Jesus in zwei Visionen begegnet ist. Die Ereignisse überforderten sie zunächst völlig, weil sie so gar nicht in ihr Weltbild passten. In ihrem Buch erzählt sie von ihrer Auseinandersetzung mit den Visionen und wie sie im Laufe der Jahre eine Haltung zu diesem Geschehen entwickelte, die Glauben und Wissen nicht mehr gegeneinander ausspielt.

Als Journalistin von Berufswegen skeptisch und kirchlich nur locker gebunden, findet sie die Visionen zunächst „unglaublich“. Doch danach weiß sie, dass Jesus lebt, sie ist ihm in einer kleinen Kapelle im spanischen Úbeda begegnet, Raum und Zeit waren aufgehoben und sie befand sich gleichzeitig in Israel, wo er des Weges kam, sie anschaute und sagte: „Willkommen, schön dich zu sehen.“ Nichts weiter. So beschreibt sie es.
Es bleibt nicht bei Visionen. Sie berichtet, dass sie von einem „gewaltigen gelben Lichtstrahl vom Himmel“ getroffen wird, ein anderes Mal kommen gelbe Strahlen aus ihren Fingern, die ihr Sohn wie Stromschläge spüren kann; sie sieht Auren. Ist sie übergeschnappt?

Auf der Suche nach der vierten Dimension

Skepsis macht sich bei der Lektüre breit, der Kopf sagt, das kann doch nicht sein! Da die Autorin selbst mit diesen Zweifeln ringt, werden wohl die wenigsten Leser das Buch entnervt zur Seite legen, sondern mit Neugierde weiterlesen. Wie sie tastend, suchend, nachdenkend um Haltung zu diesem Geschehen ringt, ist berührend.

Sie versteht, dass sie ein Geschenk bekommen hat, das sie nicht für sich behalten darf – und das auch gar nicht kann. Die Gewissheit, dass Jesus lebt und dass er in jedem Menschen ist, muss sie weitergeben.

Darüber hinaus macht Rørths Auseinandersetzung mit ihren Visionen deutlich, dass Glaube den ganzen Menschen betrifft und nicht nur Kopfsache ist. Rationalität ist notwendig, um nicht in Schwärmerei oder Fundamentalismus abzugleiten, aber um glauben zu können, muss man auch die „4. Dimension“ einbeziehen, wie Thomas Keating meint, die geistliche, gefühlsmäßige Erfahrung.

Die Lektüre dieses Glaubenszeugnisses wird niemanden unberührt lassen und ist eine Einladung, sich selbst auf die Suche nach der 4. Dimension zu machen und zu entdecken: Gott ist in mir. (Borromäusverein)

Charlotte Rørth: Die Frau, die nicht an Gott glaubte und Jesus traf. - Gütersloh: Gütersloher Verl.-Haus 2018. - 220 S.; 20,00 €

(Als „Religiöses Buch des Monats“ benennen der Borromäusverein, Bonn, und der St. Michaelsbund, München, monatlich eine religiöse Literaturempfehlung, die inhaltlich-literarisch orientiert ist und auf den wachsenden Sinnhunger unserer Zeit antwortet.)

Ab dem 15. März 2018 ist bei Angabe der Quelle der freie Abdruck des Textes erlaubt.

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Religiöses Buch des Monats April 2018

von Borromäusverein
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„Ich bin Jesus begegnet.“ Wenn Ihnen das jemand sagen würde, wie würden Sie reagieren? Mit Kopfschütteln? Mit Skepsis? Die dänische Journalistin Charlotte Rørth berichtet, dass sie Jesus in zwei Visionen begegnet ist. Die Ereignisse überforderten sie zunächst völlig, weil sie so gar nicht in ihr Weltbild passten. In ihrem Buch erzählt sie von ihrer Auseinandersetzung mit den Visionen und wie sie im Laufe der Jahre eine Haltung zu diesem Geschehen entwickelte, die Glauben und Wissen nicht mehr gegeneinander ausspielt.

Als Journalistin von Berufswegen skeptisch und kirchlich nur locker gebunden, findet sie die Visionen zunächst „unglaublich“. Doch danach weiß sie, dass Jesus lebt, sie ist ihm in einer kleinen Kapelle im spanischen Úbeda begegnet, Raum und Zeit waren aufgehoben und sie befand sich gleichzeitig in Israel, wo er des Weges kam, sie anschaute und sagte: „Willkommen, schön dich zu sehen.“ Nichts weiter. So beschreibt sie es.
Es bleibt nicht bei Visionen. Sie berichtet, dass sie von einem „gewaltigen gelben Lichtstrahl vom Himmel“ getroffen wird, ein anderes Mal kommen gelbe Strahlen aus ihren Fingern, die ihr Sohn wie Stromschläge spüren kann; sie sieht Auren. Ist sie übergeschnappt?

Auf der Suche nach der vierten Dimension

Skepsis macht sich bei der Lektüre breit, der Kopf sagt, das kann doch nicht sein! Da die Autorin selbst mit diesen Zweifeln ringt, werden wohl die wenigsten Leser das Buch entnervt zur Seite legen, sondern mit Neugierde weiterlesen. Wie sie tastend, suchend, nachdenkend um Haltung zu diesem Geschehen ringt, ist berührend.

Sie versteht, dass sie ein Geschenk bekommen hat, das sie nicht für sich behalten darf – und das auch gar nicht kann. Die Gewissheit, dass Jesus lebt und dass er in jedem Menschen ist, muss sie weitergeben.

Darüber hinaus macht Rørths Auseinandersetzung mit ihren Visionen deutlich, dass Glaube den ganzen Menschen betrifft und nicht nur Kopfsache ist. Rationalität ist notwendig, um nicht in Schwärmerei oder Fundamentalismus abzugleiten, aber um glauben zu können, muss man auch die „4. Dimension“ einbeziehen, wie Thomas Keating meint, die geistliche, gefühlsmäßige Erfahrung.

Die Lektüre dieses Glaubenszeugnisses wird niemanden unberührt lassen und ist eine Einladung, sich selbst auf die Suche nach der 4. Dimension zu machen und zu entdecken: Gott ist in mir. (Borromäusverein)

Charlotte Rørth: Die Frau, die nicht an Gott glaubte und Jesus traf. - Gütersloh: Gütersloher Verl.-Haus 2018. - 220 S.; 20,00 €

(Als „Religiöses Buch des Monats“ benennen der Borromäusverein, Bonn, und der St. Michaelsbund, München, monatlich eine religiöse Literaturempfehlung, die inhaltlich-literarisch orientiert ist und auf den wachsenden Sinnhunger unserer Zeit antwortet.)

Ab dem 15. März 2018 ist bei Angabe der Quelle der freie Abdruck des Textes erlaubt.

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