Kapitel 7.4

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Welche Schrift passt?

Antiqua- und Groteskschriften

Ein weiteres Gestaltungselement ist die Schrift selbst. Sie tritt in jeder Publikation recht geballt auf und sollte deshalb sorgfältig ausgewählt werden. Schrift ist nicht gleich Schrift. Zwar gibt es einige Grundregeln, wie ein Buchstabe auszusehen hat. Doch genauso wie jede Handschrift einen eigenen Charakter besitzt, sind auch die verschiedenen Schriftarten sehr individuell geschnitten. Einige Schriften wirken sachlich, andere wiederum nostalgisch, poetisch, klassisch, modern, futuristisch ... Wichtig ist in der Typografie zunächst die Unterscheidung in Antiqua- und Groteskschriften.

Grundschrift im Pfarrbrief sollte Antiqua-Schrift sein

Schriftschnitte der Antiqua-Familie zeichnen sich dadurch aus, dass die einzelnen Buchstaben so genannte Serifen besitzen: Kleine Verbreiterungen am Buchstaben-Fuß, die automatisch entstanden, wenn ein Buchstabe in Stein gemeißelt wurde. Diese Verbreiterungen waren unvermeidlich, besaßen aber einen positiven Nebeneffekt. Sie bilden eine unmerkliche Linie, die dem Auge unbewusst als Lesehilfe dient, wenn es über die Zeilen gleitet. Deshalb werden Antiqua-Schriften bis heute gerne gewählt, um längere Texte zu setzen. Auch im Pfarrbrief sollte die Grundschrift (auch „Brotschrift" genannt) aus dieser Schriftenfamilie stammen.

Grotesk-Schriften für kurze Texte

Als Schriften nicht mehr gemeißelt wurden, entstanden Typografien, die keine Serifen besaßen. Diese Schnitte wurden zunächst als grotesk empfunden, und bis heute bezeichnet man die gesamte serifenlose Schriftfamilie im Gegensatz zu den Antiqua-Schriften als Grotesk-Schriften. Ihre Schnitte wirken moderner, und es gibt viele gefällige Variationen in dieser typografischen Familie. Sie haben jedoch einen Nachteil: Durch den Wegfall der Verbreiterung am Buchstaben-Fuß wird das Auge nicht mehr so sorgfältig durch die Zeilen geführt, das Lesen wird anstrengender. Bei kurzen Texten ist dies nicht tragisch. Bei längeren Texten wird der Leser aber ermüden und deshalb eher dazu neigen, einen Text nicht weiter zu lesen. Denn Anstrengung, auch wenn sie nicht bewusst wahrgenommen wird, animiert immer dazu, die Lektüre eines Artikels abzubrechen. Für den Pfarrbrief heißt dies: Grotesk-Schriften eignen sich zwar nicht als Grundschrift, zur Gestaltung von Überschriften sind sie aber höchst willkommen.

Maximal drei verschiedene Typografien

Bei der Wahl einer Schrift sollte also eine Brotschrift mit Serifen, zusätzlich eine Grotesk-Schrift für den Titelkopf, die Überschriften, Zwischenüberschriften, Bildunterschriften etc. gewählt werden. Eine weitere Schrift kann für die Gestaltung des Seitenkopfes (Rubriken, Paginierung) verwendet werden. Das sind dann drei verschiedene Typografien im Heft, die sich deutlich unterscheiden sollen. Mehr Schriftarten bitte nicht. Computer bieten heute zwar eine riesige typografische Auswahl an. Doch die Pfarrbrief-Redakteure sollten sich selbst beschränken. Zuviel verschiedene Typografie auf einer Seite missrät schnell zu einem unübersichtlichen Schriftensalat. Die Heftgestaltung wirkt dann konfus.

Jugendseite darf aus dem Rahmen fallen

Solch ein Durcheinander der Schriften wird im Medienbereich nur eingesetzt, wenn sich eine Publikation exklusiv an Jugendliche wendet. Das Rezeptionsverhalten dieser Generation ist stark durch die elektronischen Medien geprägt, bei denen oft die typografische Regel gilt: Je schriller und bunter, desto besser. Da Pfarrbriefe aber eine viel breitere Leserschaft ansprechen wollen, kann ihre typografische Gestaltung sich nicht daran orientieren. Überlegenswert ist jedoch, ob die Gestaltung der Jugendseite bewusst aus dem Rahmen fallen soll. Dann kann ihre typografische Gestaltung natürlich auch dementsprechend wild ausfallen.

Mit Kursiv- und Negativschriften sparen

Im Gegensatz zu echten Kursivschriften (Schrägschriften) sind elektronisch schräg gestellte Schriften nur schwer zu lesen. Sie sollten im Pfarrbrief nur sparsam eingesetzt werden. Ebenso wie Negativschriften. Zwar lässt sich eine Typografie am Computer ganz leicht in weiß auf schwarzem Grund darstellen, doch die Lesbarkeit solcher Schrift lässt zu wünschen übrig. Wenn überhaupt mit Negativschrift gearbeitet wird, dann nur bei Texten mit maximal vier Zeilen. Automatisch sollte man dann für diese Kurztexte auch eine größere Schriftgröße (nicht unter 14 Punkt) wählen.

Auf ausreichende Schriftgröße achten

Genauso wichtig wie die Auswahl der Schriften ist die Festlegung einer Schriftgröße. Grundsätzlich gilt: Da auch viele Ältere den Pfarrbrief lesen, darf die Schrift nicht zu klein werden. Andererseits „schluckt" eine große Typografie viel Platz. Wenn Schrift kleiner als 9 Punkt gesetzt wird, ist sie für viele nicht mehr lesbar. Mehr als 12 Punkt sollte im Grundtext nicht verwendet werden, da er sonst aufdringlich wirkt und im Spaltenverlauf schlecht fließt. Angemessen ist im Pfarrbrief eine Schrift von 10 oder 11 Punkt. Erhöht wird die Lesbarkeit einer Schrift, indem ein großzügiger Durchschuss (Abstand zwischen den Zeilen) gewählt wird. Er hilft dem Leser, die Zeilen mühelos zu verfolgen und nicht beim Lesen unbewusst von der oberen oder unteren Zeile irritiert zu werden.

Bewusst gestalten

Per Mausklick kann heute jede Textpassage in Sekundenschnelle fett (bold), kursiv (italic) oder unterstrichen dargestellt werden. Auch hier gilt aber für das Layout, dass diese Gestaltungselemente nicht nach Lust und Laune verwendet werden dürfen. Festgelegt werden muss, wann welches Stilmittel genutzt wird. Eine mögliche Systematisierung könnte sein: Fett gedruckt wird neben der Überschrift nur der Vorspann, Hervorhebungen im Text werden in Ausnahmefällen kursiv gesetzt, auf Unterstreichung wird ganz verzichtet. Die gestalterische Vereinbarung kann natürlich auch ganz anders aussehen. Wichtig ist nur, dass es eine durchgängige Festlegung gibt.

 

 

 

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