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Kapitel 6

Jeder Autor kennt das Gefühl, vor einem leeren Blatt Papier zu sitzen. Oft sind die ersten Zeilen eines Artikels am schwersten. Den Anfang wird der Leser später zuerst überfliegen, um zu entscheiden, ob es ihn reizt, den Beitrag zu lesen. Also müssen die ersten Zeilen bereits so geschrieben sein, dass sie die Aufmerksamkeit an sich binden

 

Für jeden Artikel im Pfarrbrief gilt: Er wird nur dann gelesen, wenn er so formuliert ist, dass er dem Leser gefällt. Doch was liest der Leser gerne? Und was muss ein Autor vermeiden? Texte können attraktiv wirken, wenn der Schreiber einige Regeln beachtet:

Die Kernaussage festlegen

Jeder Beitrag muss klar gegliedert sein. Er benötigt eine Einleitung, einen Hauptteil und einen Schluss. Vorm Schreiben muss der Autor festlegen, was er später in den einzelnen Teilen schreiben will. Und was seine Hauptaussage ist. Ein guter Artikel besitzt immer nur eine Kernaussage. Wer fünf „Botschaften" vermitteln will, muss eben fünf Artikel schreiben.

Wenn der Autor sich auf seine zentrale Aussage festgelegt hat, darf er sie beim Schreiben nicht mehr aus den Augen verlieren. Sonst wirkt sein Artikel später konfus. Eine ganz simple Methode kann hier helfen. Hilfreich ist es, die Kernaussage des Artikels in die Mitte eines Papiers zu schreiben. Um das Zentrum herum schreibt der Autor, welche weiteren Aspekte er in seinem Beitrag erwähnen will. Wenn er solch ein Schaubild angefertigt hat, kann er anschließend die einzelnen Gedankenbausteine ordnen und mit Ziffern versehen. Mit den numerisch geordneten Stichworten liegt ihm ein inhaltliches Raster für seinen Artikel vor, an dem er sich entlang hangeln kann.

Der Anfang muss (ein-)stimmen

Jeder Autor kennt das üble Gefühl, vor einem leeren Blatt Papier zu sitzen. Oft sind die ersten Zeilen eines Artikels am schwersten. Und doch entscheidend: denn den Anfang wird der Leser später zuerst überfliegen, um zu entscheiden, ob es ihn reizt, den Beitrag zu lesen. Also müssen die ersten Zeilen bereits so geschrieben sein, dass sie die Aufmerksamkeit der Leser an sich binden. Mehrere Eröffnungsvarianten bieten sich an:

Man kann mit einem Zitat einsteigen. Das kann ein Ausspruch sein, der bei einer Veranstaltung gefallen ist. Natürlich nicht irgendeine Binsenweisheit, sondern ein Bonmot. Oder das Fazit, das am Ende der Veranstaltung gezogen wurde. Manchmal bietet sich auch das Zitat einer bekannten Persönlichkeit an, das inhaltlich gut zum Thema des Artikels passt. Auf jeden Fall muss das Zitat den Leser davon überzeugen, dass es sich für ihn lohnt, den ganzen Artikel zu lesen.

Oder der Beitrag beginnt mit einer Frage: „Was wird aus unserer Pfarrei, wenn unser Pfarrer im kommenden Jahr noch eine Gemeinde übernimmt?" Solch ein Auftakt wirkt wie ein Paukenschlag, da er direkt zur Sache kommt. Das Kernproblem wird mit wenigen Worten vor Augen geführt. Und schon ist der Leser mittendrin in der Thematik.

Fesselnd ist auch ein reportageähnlicher Einstieg. Der Autor erzählt eine konkrete Situation und nimmt den Leser ganz in seine Szene hinein: „Am Straßenrand wehen die Fahnen, die Sonne spiegelt sich in tiefen Pfützen. Der Kirchenchor stimmt das erste Lied an. Mit halbstündiger Verspätung beginnt in diesem Jahr die Fronleichnams-Prozession in St. Ansgar ...". Anschaulich wird eine Szene beschrieben. Solch ein Beginn setzt zunächst einmal eine gute Beobachtungsgabe voraus. Der Schreiber muss ein Auge haben für die Details, die eine Situation prägen. Und diese dann in Worte kleiden.

Weniger spektakulär und trocken ist es, in den ersten zwei Sätzen kurz die sechs „W-Fragen" zu beantworten: Wer hat was wann wo wie und warum gemacht? Solch ein Einstieg ist nicht gerade aufregend. Eher die klassische Alternative, wenn die anderen Eröffnungsvarianten ausscheiden.

Im Plauderton fortfahren

Ein gelungener Anfang ist schon mal ein dickes Plus für jeden Artikel. Doch auch beim weiteren Schreiben muss stets an den Leser gedacht werden. Der Autoren-Knigge lautet: Erlaubt ist, was dem Rezipienten gefällt. Deshalb sollte ein Beitrag möglichst erzählerisch sein. Im Plauderton lässt sich der Leser gerne etwas mitteilen, vor allem Vorgänge und Handlungen. Sie kann man sich gut vorstellen, es entstehen beim Lesen die wichtigen Bilder im Kopf. Viel besser als eine abstrakte Zusammenfassung einer Veranstaltung ist es, eine charakteristische Episode zu schildern. Anekdoten sind deswegen so beliebt, weil sie mit einer kurzen szenischen Erzählung eine komplette Charakterisierung einer Person ersetzen. Also: Augen offen halten für eine typische Begebenheit. Und davon dann im Pfarrbrief berichten.

Substantive durch Verben ersetzen

Vor dem exzessiven Gebrauch von Substantiven wird in jeder Stilkunde gewarnt. Auf jeden Fall den Nominalstil vermeiden. Eine Aneinanderreihung von Hauptworten ist eine Zumutung für den Leser und provoziert ihn geradezu, einen Beitrag als unlesbar beiseite zu legen. Die Formulierung „Nach Erreichung und Berücksichtigung des Schlachtfeldes war mir die Erringung des Sieges möglich" wirkt nun einmal zäher als ein knappes „Ich kam, sah und siegte". Cäsar wusste, warum er seinen berühmt gewordenen Satz aus drei Prädikaten kombinierte: Ein Text voller Verben ist immer besser als ein mit Substantiven gespicktes Manuskript.

Kurze Sätze bauen

Unangenehm für die Leser sind lange Sätze. In der Kürze liegt auch beim Schreiben die Würze. Journalisten sagen: Der ideale Satz umfasst sieben Worte. Das ist nicht viel. Und reicht gerade einmal für einen Hauptsatz. Wo bleiben da die Nebensätze, die in der deutschen Sprache liebevoll gepflegt werden? Mancher Germanist wird protestieren angesichts solcher Satzfetzen und darauf verweisen, dass Schriftsteller wie Thomas Mann mit Sätzen brillieren, die mehrere Romanseiten umfassen. Doch Pfarrbrief-Autoren sind nicht Thomas Mann und Pfarrbrief-Leser in der Regel keine Germanisten. Sie wollen lesen können, ohne dabei zu ermüden. Also: Bitte keine Schachtelsätze. Kurze Sätze bauen, auch wenn es mitunter stakkatoartig klingt. Es muss ja nicht so weit gehen wie in der Boulevard-Presse, die häufig mit Ein-Wort-Sätzen auskommt. Aber ebenso wie diese viel und gern gelesenen Blätter sollte der Pfarrbrief so kurz formulieren, dass die Lektüre mühelos ist.

Mit den Satzbausteinen jonglieren

Manches kann man sich von diesen erfolgreichen Publikationen ruhig abgucken. Zum Beispiel die unkonventionellen Satzkonstruktionen. Nicht jeder Satz wird ins gleiche Subjekt-Prädikat-Objekt-Schema gepresst. Mancher Satz wirkt flotter, wenn er einmal grammatikalisch unvollständig formuliert wird. Auch mit der Reihenfolge einer Satzkonstruktion darf jongliert werden.

Fachausdrücke und Abkürzungen vermeiden

Ebenso wie die Satzkonstruktion sollte auch die Formulierung möglichst einfach sein. Fachchinesisch ist verboten, genauso wie der Gebrauch von Abkürzungen. Beides sind Verstehens-Barrieren, die spätestens beim Redigieren aus jedem Artikel gestrichen werden müssen. Denn sie machen aus einem Beitrag schnell einen Text für Insider. Mitunter hat man beim Lesen eines Artikels den Eindruck, der Autor wollte verhindern, dass auch ganz normale Menschen seinen Text verstehen können. Oft steckt zwar Gedankenlosigkeit dahinter, wenn Sätze mit Abkürzungen oder Fachausdrücken gespickt werden. In manchen Fällen darf man dem Autor aber unterstellen, dass er gar nicht von allen verstanden werden will. Mit seiner scheinbar exklusiven Ausdrucksweise lässt er durchscheinen, dass er gebildet ist und mehr weiß als seine Leser. Doch der Pfarrbrief ist nicht das Forum für die Allüren der Autoren. Also: Fremdworte raus, wenn sie nicht unbedingt nötig sind. Und für jede Abkürzung gibt es eine Langform, die zumindest beim ersten Gebrauch angeführt werden sollte.

Keine doppelte Verneinung

Die doppelte Verneinung gehört ebenfalls zu den stilistischen Todsünden. Sie macht Sätze missverständlich und verwirrt die Leser. Warum schreiben, dass der Pfarrer ablehnte, dass keine priesterlosen Gottesdienste gefeiert werden. Solch eine umständliche doppelte Drehung versteht keiner. Viel einfacher gesagt ist: Der Pfarrer forderte priesterlose Gottesdienste.

Dem eigenen Sprachschatz trauen

Bei der Wortwahl darf jeder Autor ansonsten seinem Sprachschatz trauen. Vermeiden sollte er allerdings Modeworte, die zwar in die gesprochene Sprache passen, in der geschriebenen Sprache aber schon nach kurzer Zeit deplaziert erscheinen. Hüten sollte er sich auch, den Jargon einer bestimmten Gruppe treffen zu wollen. Es wirkt beispielsweise peinlich, wenn Erwachsene Jugendsprache sprechen oder schreiben. Sie treffen dabei niemals den Ton. Ihre mühsame Imitation wirkt eher anbiedernd.

Bilder im Kopf entstehen lassen

Ein guter Autor bemüht sich beim Schreiben, auf Bilder zurückzugreifen. Sie machen selbst abstrakte Sachverhalte konkret. Und eine bildreiche Sprache hilft dem Leser, dass er das Gelesene schnell in seinem Kopf umsetzen kann. Wichtig ist eine originelle Bildsprache. Viele Bildworte sind durch intensiven Gebrauch so überstrapaziert, dass niemand beim Lesen noch an die ursprüngliche Bedeutung denkt. Wenn sich etwas in einem Sachverhalt widerspiegelt, denkt kaum ein Leser noch an einen Spiegel. Wenn ein Begriff tot geritten wird, denkt niemand an ein geplagtes Pferd. Kreativen Schreibern gelingt es aber immer wieder, ihre Aussage in neuen Bildern zur Sprache zu bringen.

Artikel mit Mehrwert

„Wo bleibt das Positive?", wurde Erich Kästner gefragt. Diese Frage gilt allen, die Texte publizieren. Menschen sind unbewusst immer auf der Suche nach dem Positiven, dem Nutzen. Ein seitenweises Lamento mag zwar dem Autor helfen, endlich einmal Luft abzulassen, dem Leser hilft sein Text aber nicht weiter. Er weiß nur, dass es viel zu kritisieren gibt. Doch wo steckt die Mitteilung, die ihm hilft? Beim Schreiben muss der Autor die Leserfrage nach dem „persönlichen Mehrwert des Artikels" immer im Kopf haben. Sein Text muss auf die Frage antworten: Was hat der Leser davon (oder könnte er haben), dass es diese Gemeinde gibt? Oder was hätte der Leser davon, an einer Veranstaltung in der Gemeinde teilzunehmen? Wenn der Artikel diesen Mehrwert nirgendwo benennt (Einblick in ein Thema, wichtige Information, Gemeinschaft, Unterhaltung, Spaß ...), verliert er für die Leser seinen Wert.

Maximal drei Zahlenangaben

Zahlen verleihen einem Beitrag den Anstrich der Seriosität, weil sie ein scheinbar objektives Merkmal sind. Deshalb ruhig einige genaue Angaben machen. Wie viele Leute nahmen an der Diözesanwallfahrt teil? Wie viel Prozent aus der eigenen Gemeinde? Wie viele Jugendliche? In Maßen genossen bereichern solche Angaben einen Artikel. Schnell wird es aber auch des Guten zuviel. Denn jede Zahl muss der Leser sich ja zunächst einmal vorstellen und dann gedanklich bewerten (Ist das viel? Wie viel hätte ich erwartet?). Wichtig ist also das rechte Maß. In der Regel gilt: Ein Artikel im Pfarrbrief sollte mit drei Zahlenangaben auskommen. Gibt es einmal mehr in Zahlen zu sagen, bieten sich Statistiken oder noch besser Grafiken an.

Mit Worten spielen

Auch Wortspiele gehören in die stilistische Trickkiste eines Pfarrbrief-Schreibers: „Wer nicht mit der Zeit geht, muss mit der Zeit gehen." Solch ein Satz zieht die Aufmerksamkeit des Lesers an, wirkt unterhaltsam und geistreich. Wer ähnliche Wortspiele einbaut, kann sicher sein: Der Leser wird bei der Lektüre kurz innehalten, über das Wortspiel nachdenken und dann motiviert weiter lesen. Weil er hofft, weitere pfiffige Elemente im Text zu finden.

Auf die Wortwahl achten

Von selbst verbieten sich in Pfarrbrief-Beiträgen jegliche unterschwellige Diskriminierungen. Manche Worte müssen gut abgeklopft werden, ob sie nicht doch eine Herabsetzung transportieren. Aus „geistig Behinderten" sollten beispielsweise „geistig behinderte Menschen" werden. Und statt „Heiminsassen" ist die Bezeichnung „Heimbewohner" angemessener.

Ein Akzent im letzten Absatz

Besonders sorgfältig sollte man beim Schreiben auf den letzten Absatz eines Artikels achten. Er wird - nach dem Einstieg - am häufigsten gelesen. Viele Leser, die das Interesse an einem Beitrag verloren haben, überfliegen zumindest noch das Ende, um mitzubekommen, wie eine Geschichte ausgeht. Also den Beitrag am Ende nicht ausplätschern lassen. Das auf den letzten Abschnitt fixierte Leseverhalten kann sich ein Autor zu Nutze machen, indem er wichtige Mitteilungen in die letzten Zeilen seines Artikels packt.

Text-Häppchen anbieten

Gerät ein Artikel zu lang, verliert der Leser die Lust und blättert weiter. Gerade in den letzten Jahren geht der Trend bei Zeitschriften und Zeitungen hin zu kürzeren Texten. In appetitlichen, kleinen Einheiten bekommt der Leser die Informationen angeboten. In der Regel sind Pfarrbrief-Artikel sowieso nicht zu umfangreich. Doch kann man sie manchmal noch appetitlicher machen, indem man Textteile mit wichtigen Informationen ausgliedert und in einen kleinen Kasten setzt. Solche Kurztexte sind beim Leser beliebt. Sie lockern die Seitengestaltung auf und helfen, wesentliche Informationen in Kürze aufzunehmen.

 

 

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